Auch Software kann begeistern!

Endlich habe ich mich mal wieder lange mit meinem Freund Rüdiger unterhalten.

Der wohnt, wie manche meiner Freunde, nicht in Marburg, sondern in Wuppertal, wo er für die Stadtwerke Software betreut und programmiert. Unser Thema war denn auch Software, aber nicht irgendeine, sondern das Programm „DNMS-Hitparade“, das er gerade in der Version 2.1 fertigstellt. Daran kann man sehen, dass Programmieren auch Spaß machen kann, wenn auch nicht für mich:-).

DNMS-Hitparade ist ein Programm, dass meinem Freundeskreis die Erfassung von Hitparaden erleichtert. Seit 1985 haben wir mal mehr mal weniger Intensiv wöchentlich Hitparaden erstellt und wenn möglich auch ausgespielt. Inzwischen sind wir natürlich moderner geworden: Es gibt Internet, Mailinglisten, Streams und so weiter, aber ausrechnen muss man das ganze ja immer noch. Und das muss bitte ganz schön schnell gehen. Früher war das echt noch eine Arbeit von mehreren Wochen, wenn sich der schwarze Peter ende des Jahres hinsetzen und die Jahreshitparade ausrechnen musste. Da waren dann von rund sieben Leuten bis zu jeweils 40 Top10-Listen eingegangen, und die mussten zusammengerechnet werden. Viel Spaß! Das dauerte, mit allem Nachrechnen und Einfügen von Korrekturen, 2 Wochen. Und dann musste natürlich die Jahreshitparade auch als großes Fest ausgerichtet werden. Heute, mit DNMS-Hitparade, dauert das ganze 20 Sekunden, wenn man so brav war und Woche für Woche die Listen eingegeben hat, die eingetroffen sind. Und weil viele dafür immer noch zu faul sind, kann man auch Hitparaden aus Emails übernehmen, ohne sie von Hand eingeben zu müssen. Denn wenn einer von uns eine eigene Hitparade eingetragen hat, wird die automatisch versandt, und weil das ganze datenbankgestützt vor sich geht, kommen auch recht selten Schreibfehler vor, man muss nur bei der Ersteingabe von Titeln und Interpreten aufpassen. So kann man sicher sein, dass die Email, in der die neue Liste drin steht, praktisch fehlerfrei ist, wenn man die Hitparade mit dem Programm erstellt hat. Und die Arbeit reduziert sich.

Ich bin absolut begeistert, was dieser Mensch in seiner Freizeit noch programmiert! Da denkt man, ihm hängt die Maus zum Hals heraus, aber nein, er macht fleißig weiter! So steigert man das schwarze Bruttosozialprodukt und wird seinen Beruf nicht leid! Es macht unglaublich viel Freude, gemeinsam sich über ein Projekt zu unterhalten, sollte man hier noch ein Feature einbauen? Ist der Datenbankexport idiotensicher beschrieben, sodass auch der letzte Anwender wie ich ihn versteht? Was ist noch einmal eine UND- oder eine ODER-Verknüpfung? Dabei haben wir viel gelacht, und das war einfach mal wieder klasse. Eigentlich hatte ich vor, ein Protokoll zu schreiben, aber sorry, liebe Kobinet-KollegInnen, das muss bis morgen warten. Und auch die Einrichtung einer zweiten WordPress-Instanz, um die mich Christiane gebeten hat, mache ich jetzt nicht mehr. Und morgen bin ich den ganzen Tag über unterwegs.

Morgen ist morgen, und jetzt wollte ich nur meiner Begeisterung über die Hitparadensoftware Ausdruck verleihen.

Copyright © 2005 Jens Bertrams.

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Über Jens Bertrams

Jahrgang 1969, Journalist bei www.ohrfunk.de, Fan der Niederlande und der SF-Serie Perry Rhodan.
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Comments

2 Kommentare zu Auch Software kann begeistern!

  1. Rüdiger Kaup sagt:

    Ja programmieren kann auch Spaß machen. Mittlerweile hat sich mein Aufgabenfeld doch verändert. Als ich 1993 Bei den Wuppertaler Stadtwerken anfing, war ich hauptsächlich Programmierer. Heute liegt der Schwerpunkt eher in der Anwendungsbetreuung. In der Projektarbeit. In deN Zeiten von großen Softwarepacketen wie SAP und Microsoft-Office singt der Anteil „selbstgestrickter“ Softwarelösungen in den Firmen erheblich. Und so komme ich leider immer seltener in den Genuss mich in einer selbstprogrammierten Software zu verwirklichen.

    Gestern habe ich nach Feierabend eine Ausstellung des Künstlertrios dijaki http://www.dijaki.de besucht. Ich fand es schon beeindruckend was die drei jungen Künstlerinnen (alle anfang 20) zusammen auf die Beine gestellt haben. Und so ein bisschen sehe ich meine Arbeit auch als Kunst an. Kunst kommt von Können hat irgend ein schlauer Kopf mal gesagt. Aber neben der reinen Technik ist vor allen die Kreativität gefragt. Genau da sehe ich die Parallele zum Programmieren. Es macht einfach Spaß Aufgaben durch kreative Lösungsansätze zu bewältigen und am Ende zu sehen wie aus vielen kleinen Ideen ein Ganzes geworden ist.
    Das war der Grund dafür, dass ich Programmier werden wollte.

    Wenn man dann von den Leuten noch so viel Begeisterung bekommt ist das wie für einen Künstler der Applaus.

    Weil ich im Beruf immer seltener diese Leidenschaft ausleben kann, habe ich mir halt vor gut einen Jahr dieses kleine private Projekt gesucht. Alle verstehen, dass ich das als Hobby mache und setzen mich nicht unter Druck so kann ich die Sachen auch mal liegen habe wenn mir gerade nicht der Sinn danach steht stundenlang an der Tastatur zu kleben.
    Doch bin ich auch ehrgeizig genug meine mir selbst gesteckten Ziele einzuhalten.

    So ich hoffe, ich konnte euch ein wenig nahe bringen warum mir dieses Projekt so viel Spaß macht, und verabschiede mich mit den Besten Grüßen aus Wuppertal

  2. Pingback: Ausgerechnet jetzt muss ich krank werden | Mein Wa(h)renhaus

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