Arbeitslose: 132 Euro im Monat sind zum Leben genug!

Schon vor 2 Monaten las ich von einer Studie zweier Wirtschaftswissenschaftler der TU Chemnitz, die besagte, dass Arbeitslose im Minimumfall mit 132 Euro pro Monat auskommen müssten. Das würde Geld sparen und mit den Zielen der sozialen Sicherung durchaus vereinbar sein. Ich habe mir die Studie besorgt und studiert, hier ist das Ergebnis.

Die Professoren Friedrich Thiessen und Christian Fischer haben eine Neuberechnung der notwendigen Höhe der Sozialleistungen, vor allem des „Hartz IV“ genannten Arbeitslosengeldes II vorgenommen. Wahrscheinlich taten sie das, weil gerade vor dem Bundesverfassungsgericht darüber verhandelt wird, ob die Leistungen nicht zu niedrig sind. Viele Kreise in unserem Land, allen voran die „Initiative neue Soziale Marktwirtschaft“, wollen die Sozialleistungen senken, um Menschen dazu zu zwingen, auch für Hungerlöhne zu arbeiten, was der Wirtschaft größere Gewinne einbringen würde. Ob die beiden Professoren ebenfalls von den reichlich fließenden Geldzuwendungen der Initiative profitieren, lässt sich derzeit nicht feststellen. Man könnte aber auf eine solche Idee kommen.

Thiessen und Fischer erklären, der Gesetzgeber habe die Ziele der sozialen Mindestsicherung unklar formuliert. Es ließen sich aber zwei Hauptziele ablesen: 1. Die soziale Mindestsicherung solle ein menschenwürdiges Leben ermöglichen, und 2. solle sie dazu beitragen, dass der Bezieher sie nicht mehr benötige, also zur Eingliederung ins Arbeitsleben führen. Daraus konstruierten sie einen sich am offiziellen Warenkorb orientierenden neuen Warenkorb, der einen Maximum- und einen Minimumfall festlege, der mit den Zielen der Sozialhilfe und der Mindestsicherung noch vereinbar sei. Selbst der Maximumfall liegt mit 278 Euro deutlich unter dem heutigen Hartz-IV-Regelsatz, der Minimumfall liegt bei 132 Euro. Ich habe mich gefragt, wie man mit so wenig Geld leben können soll, aber die Professoren haben die Geschäfte in Chemnitz abgeklappert, natürlich Discounter, und haben herausgefunden, dass es geht. Rechnerisch natürlich, sie hätten sich vermutlich niemals dazu herabgelassen, es an sich selbst auszuprobieren. Als ich die verwirrenden und ausgefeilten Tabellen las, habe ich erst einmal nur stur mitgeschrieben, ohne zu kommentieren. Nach einer Weile jedoch geht mein Kommentar in Fließtext über, und man merkt mir die zunehmende Emotionalität an. Trotzdem möchte ich meine ungefilterten Gedanken hier zur Kenntnis bringen. Ich glaube, dass es unbedingt erforderlich ist, dass man in breiten Bevölkerungskreisen von dieser Studie erfährt. Einem weiteren Beitrag wird die Reflexion und Analyse des gehörten und Gelesenen vorbehalten bleiben. Ich kann Sie, liebe Leserinnen und Leser, nur herzlich bitten, trotz der Komplexität des vorliegenden Lesestoffes nicht vorzeitig das Handtuch zu werfen, sondern bis zum Ende mitzulesen. Ich habe die Tabellen, weil sie ansonsten zum Beispiel nicht barrierefrei für menschen mit Sehbeeinträchtigungen zugänglich wären, größtenteils in Fließtext umgewandelt. Am Schluss gehe ich noch auf die Meinung der Professoren über die Ziele der Sozialsicherung ein. Hier also meine ungefilterten Tabellenübersetzungen nebst persönlicher Beobachtungen.

Lebensmittel

Grundnahrungsmittel

Brot: 9 KG pro Monat = 4,50 Euro.
Nudeln: 2,4 KG pro Monat = 1,44 Euro.
Reis: 2,4 KG pro Monat = 1,44 Euro.
Kartoffeln: 9 KG pro Monat = 3,33 Euro.
Ergibt 10,71 Euro, es stehen aber 12,06 Euro zur Verfügung.

Gemüse

Tomaten: 1,11 Euro pro Kilo.
Gurken: 0,88 Euro pro Kilo.
Paprika: 2,29 Euro pro Kilo.
Möhren: 0,59 Euro pro Kilo.
Eisbergsalat: 0,54 Euro pro Kilo.
Zwiebeln: 0,35 Euro pro Kilo.
Erlaubt sind 10,5 Kilo Gemüse pro Monat, man darf dafür 10,08 Euro ausgeben. Wenn man von
allem einen Kilo kauft, hat man bereits 5,76 Euro ausgegeben.

Obst

Apfelsinen: 0,60 Euro pro Kilo.
Grapefruit: 0,98 Euro pro Kilo.
Zitronen: 0,58 Euro pro Kilo.
Bananen: 1,05 Euro pro Kilo.
Äpfel: 0,76 Euro pro Kilo.
Birnen: 1,19 Euro pro Kilo.
Erdbeeren: 1,58 Euro pro Kilo.
Weintrauben: 1,49 Euro pro Kilo.
Erlaubt sind 10,5 Kilogramm Obst pro Monat mit Kosten von 10,80 Euro. Kauft man von allem je
ein Kilo kommt man auf 8,23 Euro.

Milchprodukte

Käse: 1,8 KG pro Monat = 7,20 Euro.
Milch und Früchtejogurt zusammen: 7,5 L pro Monat = 5,59 Euro. 7,5 L Milch kosten 3,68 Euro,
7,5 L Früchtejogurt 7,50 Euro. Wäre also besser, auf den Früchtejogurt fast vollständig zu
verzichten.

Fleisch

Rindfleisch: 5,59 Euro pro Kilo.
Schweinefleisch: 3,89 Euro pro Kilo.
Geflügel: 1,79 Euro pro Kilo.
1,6 Kilo Fleisch sind pro Monat erlaubt. Kosten darf alles zusammen 6,22 Euro. Man könnte
also sogar sparen, wenn man nur Geflügel isst, sich an die 1,6 Kilo hält und damit monatlich
3,36 Euro beiseite schafft. 1,6 Kilo fleisch pro Monat, das sind rund 50 Gramm am Tag. Immer
noch mehr als im Krieg.

Fisch (fettarm): 1,3 KG pro Monat = 3,73 Euro.

Wurst (fettarm): 1,8 KG pro Monat = 6,84 Euro.

Von Öl und Margarine braucht man insgesamt 1,2 Liter und darf dafür 1,07 Euro berappen.

Mineralwasser ist gar nicht vorgesehen, man muss Leitungswasser trinken.

Somit werden für Lebensmittel 68,09 Euro veranschlagt.

Alkohol und Zigaretten werden den Arbeitslosen nicht zugestanden.

Kleidung

Alle 2 Jahre darf man sich einen Wintermantel oder Parka für 9 Euro kaufen, muss also Pro

Monat 0,38 Euro dafür zurücklegen.
Ein Regen- oder Sommermantel bzw. Anorak ist sogar jedes Jahr erlaubt, soll 9,99 Euro kosten

und damit 0,83 Euro pro Monat. Ein Regenschirm ist nicht vorgesehen.

Nicht vorgesehen übrigens ist auch ein Anzug. Zwar erwartet man von Arbeitslosen, bei einem

Vorstellungsgespräch in Topkleidung aufzutreten, aber vermutlich soll man diesen Anzug dann

bei einem guten Freund leihen.

Alle halbe Jahre darf man sich eine Hose oder einen Rock für 7,98 Euro kaufen, sollte also

monatlich 1,33 Euro dafür zurücklegen.
Für 0,83 Euro pro Monat ist man einmal im Jahr mit einer Jacke für 9,98 Euro gesegnet.
Und vier Mal pro Jahr darf man sich eine Strickjacke für 6,98 Euro kaufen, Monatskosten also

1,75 Euro. Aber Hand aufs Herz, kaufen Sie sich vier Strickjacken pro Jahr? Ich erkenne

Sparmöglichkeiten en gross!
Alle 8 Monate ist ein Pullover für 8,95 Euro fällig, was Monatskosten von 1,12 Euro

entspricht.
Sparen kann man übrigens auch bei Ober- bzw. Freizeithemden. Fünf Mal im Jahr darf man sich

nämlich für 4,99 Euro so etwas zulegen. Monatlich kostet das gute Stück übrigens 2,08 Euro.
Sieben Garnituren Unterwäsche sind pro Jahr erlaubt, für jeden Wochentag also ein Paar,

wobei sich die Frage stellt, ob man genug Waschmittel für regelmäßiges Waschen zur Verfügung

haben wird. Kostenpunkt pro Monat: 1,75 Euro.
Sieben Paar Socken gehören natürlich auch zum jährlichen Bedarf und kosten 0,19 Euro pro

Monat.
Alle 8 Monate hat man fürderhin einen Anspruch auf ein Nachthemd oder einen Schlafanzug für

4,99 Euro. Also nicht vergessen, monatlich 0,62 Euro dafür zurückzulegen.
Wenn Sie nicht schwimmen können oder wollen, habe ich eine weitere Sparmöglichkeit für Sie.

Alle zwei Jahre besteht Anspruch auf eine Badehose für 1,99 Euro. 8 Cent wären es im Monat,

die Sie zurücklegen und vielleicht für ein extra Früchtejogurt pro Jahr ausgeben könnten.
Und damit Sie die Pfunde, die Sie beim zusätzlichen Früchtejogurt zu sich genommen haben,

gleich wieder abtrainieren können, und natürlich damit Sie nicht zu fett werden bei der

reichlichen Kost, dürfen Sie sich alle vier Jahre einen Trainingsanzug kaufen, Kostenpunkt

9,98 Euro, also 21 Cent pro Monat.
Damit sind für Kleidung 11,17 Euro pro Monat eingeplant.

Schuhe

Ein paar Winterschuhe pro Jahr für 9,95 Euro, was monatlich 0,83 Euro ergibt. Ich frage mich

bloß, wo man so billige Schuhe bekommt.
Ein paar Hausschuhe pro Jahr für 3,99 Euro, also 33 Cent pro Monat.
Alle 2 Jahre kann man sich ein paar Turnschuhe kaufen, die offenbar schneller kaputt gehen

als der Trainingsanzug. Sie kosten auch 15 Euro, mehr als die gewöhnlichen Straßenschuhe. 63

Cent sind das pro Monat.
Ein paar Gummi- oder Regenstiefel pro Jahr sind erlaubt. Sie kosten 9,95 Euro und damit 0,83

Euro pro Monat.
Mit Schuhwerk wird man ja wirklich sehr großzügig ausgestattet. Zwei paar Halbstiefel im

Jahr darf man sich nämlich kaufen, und die kosten jeweils 19 Euro, weswegen man dafür

monatlich 3,17 Euro berechnen kann.
Sandalen oder Freizeitschuhe sind auch einmal pro Jahr vorgesehen, sie sollen 9 Euro kosten,

also 0,75 Euro pro Monat.
Für Schuhe hat man also 6,53 Euro zur Verfügung.

Körperpflege

Nur der Vollständigkeit halber führe ich das hier mal alles auf:
Zahnpasta: 225 ML pro Monat = 0,70 Euro.
6 Zahnbürsten pro Jahr: Monatspreis = 0,19 Euro.
Seife: 150 Gramm pro Monat = 0,24 Euro.
Duschbad: 225 ML pro Monat = 0,50 Euro.
Haarwaschmittel: 225 ML pro Monat = 0,29 Euro.
4 Einwegrasierer pro Monat zu insgesamt 0,56 Euro. Einmal Rasieren pro Woche? Wie sehe ich

dann bei den alle zwei Tage mindestens stattfindenden Vorstellungsgesprächen aus?
Rasierschaum oder -Creme: 225 ML pro Monat = 0,68 Euro.
8 Rollen Toilettenpapier zu insgesamt 1,04 Euro. Ich kenne Leute, die kämen mit 8 Rollen

Toilettenpapier nicht mal 2 Wochen weit, aber das ist eine unqualifizierte persönliche

Bemerkung.
6 Waschlappen pro Jahr: Monatspreis = 7 Cent.
1 Handtuch pro Jahr: Monatspreis = 8 Cent.
Friseurdienste sind übrigens nicht vorgesehen. Man soll sich wohl vor den Spiegel setzen und

sich die Haare selbst schneiden. Für mich als Blinden wäre das z. B. eine tolle Methode,

künftig einen Job als Lachnummer zu bekommen. Und hinten kann man die Haare ja lang lassen,

ist recht modern!
Körperpflege kostet dann übrigens im Monat 11,24 Euro.

Reinigungsartikel

Sparen sollte man auch mit allzu großer Hygiene in der Wohnung. 225 ML Putzmittel werden

einem Arbeitslosen pro Monat zugestanden. Kostenpunkt: 0,19 Euro, und alle halbe Jahre kann

man sich dann eine neue Flasche Putzmittel mit einem Liter kaufen.
Viermal pro Monat darf man hingegen waschen. Ist ja auch notwendig, wenn man nur sieben Paar

Unterwäsche hat. Waschmittel für 4 Waschgänge kostet 44 Cent. Darauf zu achten, dass

bestimmte Sachen nicht mit anderen Sachen gewaschen werden dürfen scheint Luxus zu sein.
100 ML Weichspüler pro Monat zu je 6 Cent kann man ebenfalls kaufen, ohne das Geldlimit zu

überschreiten. Aber die große Frage ist, ob man sich überhaupt eine Waschmaschine leisten

kann.
Wie beim Putzmittel auch, so darf man alle knappe halbe Jahre einen Liter Spülmittel kaufen.

Pro Monat schlägt das mit 0,20 Euro zubuche.
Alle zwei Monate ist ein Harder Putzlappen erlaubt, der 8 Cent kostet.
Der Wischeimer sollte allerdings 5 Jahre halten, bei einem Preis von 1,79 Euro für ein solch

gutes Stück, sind im Monatsetat nur 3 Cent dafür vorgesehen.
Dasselbe gilt für den Besenstil, der ebenfalls 5 Jahre halten muss und pro Monat 3 Cent der

132 Euro auffrisst.
Hinzu kommen 2 Cent für den Besenaufsatz pro Monat, bei einer Lebensdauer von ebenfalls 5

Jahren, genau wie weitere 2 Cent für einen Harderaufsatz. Das ergibt für Reinigungsartikel

einen Gesamtbetrag von monatlich 1,03 Euro.

Gebrauchsgegenstände

Haben Sie schon mal ein Bett mit Lattenrost und Matratze für 99 Euro gekauft, das dann auch

noch 10 Jahre gehalten hat? Wenn ja, dann sind Sie der oder die perfekte Arbeitslose. Nur

0,83 Euro müssen Sie dann nämlich monatlich für ein solches Möbelstück zurücklegen, und Sie

leiden keine Not.
Ihre Bettwäsche zu 5,99 Euro muss drei Jahre halten und kostet demnach monatlich 0,17 Euro.

Was machen Sie bloß, wenn Sie die mal waschen müssen, eine Ersatzgarnitur ist nämlich nicht

vorgesehen. Auch Kopfkissen und Decke, die für 6,98 Euro gekauft werden und 5 Jahre halten

müssen, kosten Sie nicht mehr als 12 Cent. So lernt man sparsames Leben.
Übrigens gibt es für 6 Cent pro Monat alle drei Jahre ein Spannbettlaken für 1,99 Euro.
Die Herren Professoren haben wirklich an alles gedacht. Alle 10 Jahre kann sich ein

Arbeitsloser einen Stuhl für 10 Euro kaufen. Er muss monatlich nur 8 Cent dafür zurücklegen.

Es ist nicht vorgesehen, dass man mehr als einen Stuhl besitzt, warum sollte man auch

Besuchern einen Platz anbieten wollen. Wer sollte einen schon besuchen?
Für den Tisch für 24,95 Euro alle 10 Jahre sind monatliche Rücklagen von 21 Cent

erforderlich. Mit 67 Cent deutlich schwerer wiegt der Schrank für 79,95 Euro, der ebenfalls

alle 10 Jahre zugestanden wird.
Polstergarnitur, Couchtisch, Schrankwand und Beistelltisch, sowie Zimmerefeu, Spiegelschrank

im Bad und Vorhang hat ein gewöhnlicher Arbeitsloser der untersten Stufe nicht nötig. Seine

Wohnung ist ja schließlich nicht dazu da, um dort zu wohnen und sich wohlzufühlen, sie dient

lediglich als Aufenthaltsort, bis man wieder als arbeitender Mensch zur Gesellschaft gehört.
Immerhin: Alle sieben Jahre hat man Anspruch auf eine Deckenleuchte für 4,99 Euro,

Monatskosten rund 6 Cent.
Stehleuchte, Bügeleisen und Staubsauger allerdings sind für den Arbeitslosen unterster Stufe

wieder einmal Luxus. Wo kämen wir da hin, wenn diese Leute auch noch die niedrigen

Hausarbeiten Maschinen überlassen und damit völlig der Faulheit anheim fallen würden.
So lernt man bügeln für die Vorstellungsgespräche, aber ohne Bügeleisen, sondern, wie sagt

man , von hand!
2,32 Euro pro Monat allerdings sind für die alle 5 Jahre vorzunehmende Anschaffung einer

neuen Waschmaschine im Wert von 139 Euro zurückzulegen. Alle 10 Jahre ist eine Singleküche

für 285 Euro fällig, pro Monat fallen damit Kosten von 2,38 Euro an.
Alle 5 Jahre wird es Zeit für einen Teller und eine Tasse, beides kostet jeweils 1 Cent pro

Monat, also 50 bzw. 69 Cent das Stück.
Ein Besteckset aus Messer, Gabel und Löffel kann alle 20 Monate für 49 Cent erworben werden.

Monatskosten: 2 Cent.
Gläser braucht der gemeine Arbeitslose übrigens nicht, er soll ja schließlich nur Wasser aus

der Wasserleitung trinken, keine Säfte oder alkoholischen Getränke, schließlich soll er ja

gesund und fit bleiben. Und das Wasser aus der Leitung kann man ja am Wasserhahn trinken,

schließlich gibt es ja keinen Besucher, der sehen könnte, wie man trinkt. So ist man gleich

von einer Menge gesellschaftlicher Normen befreit.
Kochen muss man allerdings, drum ist auch ein Kochtopf mit dem Durchmesser von 16 CM alle 5

Jahre erlaubt. Er darf 5,99 Euro, also 10 Cent pro Monat an Kosten nicht überschreiten.
Für denselben Gesamtpreis ist es ebenfalls gestattet, sich alle 3 Jahre eine Bratpfanne im

Durchmesser von 24 CM zu kaufen. Monatskosten: 17 Cent. Warum geht die schneller kaputt als

der Kochtopf?
Damit kommen wir auf monatliche Gesamtkosten für Gebrauchsgegenstände von 7,18 Euro. Wenn

man diese Zahl hört, ist einem nur allzu verständlich, warum man als Arbeitsloser mit so

wenig Geld auskommen kann.

Kommunikation, Unterhaltung, Verkehr

Die erste Erkenntnis: Der gewöhnliche Arbeitslose ist jedenfalls nicht blind. Ein Radio

braucht er nicht, sagen die Herren Professoren in Chemnitz, aber alle 5 Jahre ist ein

Fernseher für 49 Euro Erlaubt, um am Gesellschaftsleben teilnehmen zu können. Kostenpunkt:

0,82 Euro pro Monat.
Ein Videorekorder gehört allerdings für unseren Arbeitslosen unterster Stufe zu den

Luxusgütern.
Für alle anderen Kommunikationsmöglichkeiten, Telefon und Internet zuhause sind nicht

erlaubt, ist die Stadtbibliothek da. Eine Mitgliedschaft darf 7 Euro im Jahr, also 0,58 Cent

im Monat nicht überschreiten. Es gibt kaum eine Stadtbibliothek, die eine solch billige

Mitgliedschaft anbietet, und man wird kaum dort alle Recherchen im Internet kostenlos

durchführen können, um sich vernünftig einen neuen Job suchen zu können. Ganz abgesehen

davon, dass man telefonisch oder per Mail nicht erreichbar ist. Zwar wird eine Pauschale von

2,38 Euro pro Monat für schriftliche Kommunikation gewährt, aber soll man damit die vom

Jobcenter geforderten, sagen wir, 5 Bewerbungen im Monat abdecken?
Natürlich sind Freizeitaktivitäten wie Kinobesuch, Theater, Kabarett, Schwimmbad, Zoo und

ähnliche Vergnügungen unserem Arbeitslosen streng verboten. Wie der bei solchen Auflagen die

Wirtschaft ankurbeln soll, frage ich mich allerdings schon seit einer Weile.
Um immer zum Jobcenter und zu den Vorstellungsgesprächen im Stadtzentrum der eigenen

Heimatstadt kommen zu können, kann sich unser Arbeitsloser ein Monatsticket des ÖPNV für 23

Euro kaufen. Nachforschungen meinerseits haben allerdings ergeben, dass ich heute keine

Stadt mehr gefunden habe, wo so was tatsächlich so billig ist.
Von selbst versteht sich, dass Taxi- oder Autofahrten ebensowenig möglich sind wie ein

eigenes Fahrrad.
Insgesamt schlagen Kommunikation, Unterhaltung und Verkehr mit 26,78 Euro zu buche. Wenn man

dann noch weiß, dass die Herren Professoren meinen, dass man am gesellschaftlichen Leben ja

auch durch Spazierengehen teilnehmen kann, dann ist klar, dass eine solche Teilnahme gar

nicht erwünscht ist. Man kann keinen Besuch empfangen, ihm weder ein Stück Kuchen noch ein

paar Kekse anbieten, geschweigedenn ihm einen Stuhl oder ein Glas, eine Tasse, einen Teller

oder Besteck zur Verfügung stellen, warum sollte man dann mit irgendjemandem etwas

unternehmen können? So spart der Staat viel Geld.

Insgesamt kommt man auf 132 Euro pro Monat für einen Arbeitslosen im Minimumfall. Mit den

Zielen der sozialen Mindestsicherung, so schreiben die Initiatoren dieser Studie, sind die

genannten Werte durchaus vereinbar.

Zum Schluss möchte ich noch die Schlussfolgerungen der beiden Professoren im ansatz zitieren. In ihrer Studie schreiben Friedrich Thiessen und Christian Fischer:
„Wie unsere Neuberechnungen der sozialen Mindestsicherung zeigen, liegt der Regelsatz der
Sozialhilfe bereits leicht oberhalb des Satzes, der noch mit den festgelegten Zielen der Mindestsicherung
kompatibel ist. Selbst die Hälfte davon wäre immer noch damit kompatibel.
Trotzdem fordern verschiedene Gruppen immer wieder eine Erhöhung. Hier wäre Ehrlichkeit
angebracht: wenn eine Erhöhung vorgenommen wird, dann muss der die Maßnahme finanzierenden
Mehrheit der Gesellschaft im Sinne des Sachverständigenrates mitgeteilt werden, welche
Ziele damit verfolgt werden. Auf Basis der von der Gesellschaft derzeit formulierten Ziele
ist eher ein Absenken der Mindestsicherung als ein Anstieg gerechtfertigt. Es ist kein
Grund zu erkennen, die soziale Mindestsicherung in ihrer Höhe zu verändern, ohne zu formulieren, welche Ziele mit einer sozialen Mindestsicherung in veränderter Höhe verfolgt werden. … Wie aber anhand der Kategorie Lebensmittel gezeigt wurde, liegt der Regelsatz hier bereits um 100% über dem Existenzminimum und etwa auf der Höhe der Ausgaben, welche das untere Fünftel der Gesellschaft tätigt. Das bedeutet, dass die Gesellschaft den Sozialleistungsempfängern in Bezug
auf Lebensmittel nicht das Existenzminimum finanziert, sondern einen bestimmten Lebensstandard,
der dem Durchschnitt des unteren Fünftels der Gesellschaft entspricht. Das ist weit
mehr als mit den formulierten Zielen der sozialen Mindestsicherung vereinbar.“
Die Professoren schlagen unter Anderem vor, die Sozialleistungen pauschal zu senken und mögliche individuelle Transferleistungen an Gegenleistungen zu koppeln, z. B. gesellschaftlich relevante Arbeit, was immer das heißen könnte.

Dass ich über diese Studie entsetzt bin, dass sie menschenverachtend ist, muss ich wohl niemandem sagen. Meine genaueren Gedanken dazu allerdings werde ich in einem weiteren Artikel darlegen.

Wer die Studie lesen will, kann sie sich herunterladen unter

Yhttp://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/bwl4//interessantes/Soziale_Mindestsicherung_2008_komplett.pdf.

© 2008, Jens Bertrams.

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Über Jens Bertrams

Jahrgang 1969, Journalist bei www.ohrfunk.de, Fan der Niederlande und der SF-Serie Perry Rhodan.
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Comments

15 Kommentare zu Arbeitslose: 132 Euro im Monat sind zum Leben genug!

  1. Katharina sagt:

    INSM sagt einiges. Aber die haben auch schon zukunfträchtig gedacht, für die ärmere Schicht kam ein Oberender zu dem Schluß, für ihn sei es das Beste wenn die armen ihre Organe verkaufen und so praktischerweise nicht mehr in das Staatsbudget fallen. Damit brüstet er sich immer wieder, gibt in regelmäßigen Abständen darüber sogar interviews. erst vergangene woche, glaub ich, war das Letzte.
    Die INSM Leute sind einfach nur krank; die schließen gleichauf mit IG Farben Kollaborateure Bayer und Hoechst

  2. Das Nest sagt:

    Na, das ist doch mal was! Fisch für einen Monat im Wert von knappen 3 euro? super! qualitativ bestimmt… naja, ich äußere mich mal nicht dazu! Am schlimmsten finde ich die gesellschaftlichen dinge wie Kommunikation, der wohnraum, in den man keine gäste einladen kann und so weiter. Und Gesundheit und fitness sind auch gleich wohlwollend mit eingeplant! na, wie schön, wenn jemand für einenn sorgt, oder? ich muß gestehen, daß mir die *richtigen* Worte fehlen, die, die das ganze bekannt machen würden, die auch nicht-Arbeitslosen klar machen würden, was für ein kranker Scheiß das ist. wie soll man so was verpacken? bissig? Humorvoll? rein an Fakten? Was käme bei den menschen so an, daß sie raffen würden, daß es fünf vor zwölf ist, solange Menschen so denken. Zwischendurch habe ich fast mal gehofft, das sei eine provokation, um zu verdeutlichen, was man alles anstellen könnte bei derart schwammig formulierten Zielen für soziale Grundsicherung. Aber die Professoren geben ja an anderer Stelle offensichtlich auch an, in welchen Läden sie diese billigen Möglichkeiten gefunden haben. die glauben anscheinend wirklich, was sie da schreiben. Es ist genau wie mit der altenpflege: ich wünsche mir immer, die Leute würden das, was sie da verzapfen, mal ein jahr lang zwangsweise selbst erleben müssen. Ich weiß, dieser Kommentar enthält keine Neuheiten, und das macht mich traurig. Manchmal möchte ich so reden oder schreiben können, wie Orpheus singen konnte.

  3. Susi sagt:

    Ich habe schon vor längerer Zeit über ein Thema geschrieben, dass mich ähnlich schockiert hat:
    http://www.textblog.de/index.php/notizen/comments/hartz-iv-laesst-kinder-hungern/

  4. somlu sagt:

    Besonders bezeichnend finde ich den Posten „Strickjacken“. Die einzigen Personen, die immer eine Strickjacke anhatten, waren die C4 und C3 ausgestatteten Professoren in der Uni. Man erkannte die auch an den immer gleichen ausgebeulten Cordhosen. Einmal die Woche nur Rasieren und trotzdem gut bezahlt sein… ja klar, werde Uniprof 😉

  5. Hans Rink sagt:

    Lieber Jens,

    in meinem Innersten spüre ich eine gewisse Empörung. Ich sträube mich gegen diese detaillierten Berechnun-
    gen des Mindestbedarfs, weil sie von einer Schäbigkeit
    und Ignoranz zeugen, auch wenn sie von gut bezahlten
    Professoren unter dem Anschein der Wissenschaftlich-keit verbreitet werden. Abgesehen von der Reduzierung der sozialen Bedürfnisse auf das reine Überleben –
    braucht man denn im Bedürftigenhaushalt keine tech-nischen Artikel des täglichen Bedarfs mehr wie Wasch-maschinen, Kühlschränke usw. oder brauchen Erwachsene und Kinder für die Teilhabe am öffentlichen Leben ein-schließlich es Schulbesuchs nicht ein fianzielles Ex-istenzminimum? – haben neutrale Fachleute, auch die der Wohlfahrtsverbände und Kirchen längst in seriösen Berechnungen bewiesen, dass die derzeitigen Regelsätze
    zu niedrig sind. Mich stört auch, dass in den öffent-lich-rechtlichen Medien immer wieder kontrovers – na-
    türlich kontrovers – darüber diskutiert wird mit Teil-
    nehmern, die die Armut und die Bedürftigkeit einfach
    durch definitorische Tricks hinwegzudiskutieren ver-
    suchen, wie zum Beispiel in der Talkshow von Anne Will
    der „Wirtschaftsweise“ Prof. Sinn aus München und der
    Berliner Finanzsenator Sarrazin (SPD). Auch die in den Medien als Erhöhung angepriesene geringfügige Er-höhung des Regelsatzes ist ein Etikettenschwindel, weil sie noch nicht einmal den Inflationsausgleich ge-
    genüber dem früheren Satz von 337 bzw. 341 Euro bein-
    haltet.

    Jenseits der Berechnungsdetails frage ich mich, wel-ches Maß an Armut und Unterversorgung man einer immer
    größeren Anzahl von Menschen in unsererem Land zumu-ten kann, ohne dass die Mehrheit der Menschen – ob christlich oder anders geprägt – das als ungerecht em-
    pfindet. Das Kalkül der Politiker der Großen Koalition
    ist bisher aufgegangen: Es gab noch keinen Aufschrei
    der Empörung im Land. Die Mehrheit der Bevölkerung ist
    bereit, die Ausgrenzung und Benachteiligung von Ar-
    beitslosen, Bedürftigen, Kranken, Behinderten, Flücht-
    lingen und Ausländern mit deutscher Staatsangehörig-
    keit wenn nicht zu gutzuheißen oder zu tolerieren, so
    doch hinzunehmen. Haben denn der Turbokapitalismus und
    die Globalisierung allein zu einer solchen Entsolida-
    risierung geführt?

  6. Stefan Petzold sagt:

    Was soll man dazu noch sagen?

    Es ist m. E. erstmal grundsätzlich wichtig zu begreifen, dass wir NICHT in einer Demokratie leben, KEINE Verfassung haben und dass das GG wirtschaftspolitisch NICHT neutral ist.

    (Ja das alles stimmt – das GG ist zum einen keine wirkliche Verfassung, zum anderen lässt es eine weitreichende Herrschaft der Wirtschaft über Staatsorgane und Politik zu, schließt umgekehrt aber eine Herrschaft von Staat und Politik über die Wirtschaft aus. Und wer tatsächlich noch denkt, die BRD sei eine Demokratie, den frage ich u. a. inwieweit er die Prozesse hinsichtlich des Ausbaus der EU versteht bzw. beeinflussen kann.)

    Wer also bisher auf das Grundgesetz als letzten Schutzwall gegen die kapitalistische Vernichtungsoffensive gesetzt hat, sollte sich lieber andersweitig Hoffnungen machen.

    Die wirklichen Nazis sind die Kapitalisten und ihre Zeit beginnt JETZT!!!

  7. auch arbeitslos sagt:

    wenn man solche sachen liest und dann auch noch selber betroffen ist und selber mitkriegt, wie die da im arbeitsamt arbeiten (hoffnungslos unterbesetzt, der staat könnte tausende stellen schaffen indem die arbeitsämter so besetzt sind, dass sie einem arbeitslosen wirklich helfen können), auf der anderen seite aber auch mitkriegt was ein fussballer (völlig unnötigerweise) bekommt und was politiker sich selber an gehältern zuweisen (ohne steuern zu zahlen!!!!) könnte ich jedesmal platzen vor wut. dazu kommen noch die unmengen von steuergeldern, die jedes jahr für irgendwelche prestige-objekte oder auch einfach für nichts ausgegeben werden, und von denen ein arbeitsloser besser leben könnte(oder arbeitsstellen geschaffen werden könnten). klar sollten arbeitslose nicht so viel bekommen, dass sie damit mehr geld haben als wenn sie arbeiten gehen würden. aber dass man als arbeitsloser nicht mal etwas dazuverdienen kann ohne dass einem das abgezogen wird, und dass leute, wie z. b. mitbewohner, für arbeitslose mit aufkommen sollen (weil man nach einem jahr zusammenwohnen eine lebensgemeinschaft bildet. also kann man sich aussuchen einmal im jahr umzuziehen – wenn das vom arbeitsamt genehmigt ist – oder seinem mitbewohner zur last zu fallen – der wird sich bedanken – oder einfach kein geld zu bekommen und nicht versichtert zu sein) und andere leute nicht wissen wohin mit ihrem geld (wie z. b. politiker, die ich viel eher in verantwortung sehen würde für ihr volk aufzukommen) ist eine so himmelschreiende ungerechtigkeit, dass es fast schon weh tut. und es muss dringend etwas getan werden!!! (leider weiss ich im moment auch nicht was, ausser bloggen, in der hoffnung, dass sich sowas weit genug verbreitet, dass auch die politiker mal mitkriegen was hier schief läuft)

  8. michael sonntag sagt:

    Das war doch schon immer so das die, die Macht haben das Volk ausbluten lassen und dabei immer Fetter werden.Auserdem sind unsere Politiker die HUREN der Hochfinanz.

  9. emmi sagt:

    Mein erster Impuls (noch immer bestehende Überzeugung)zu dem Artikel der beiden „Wissenschaftler“ war, dass man ihnen jedweden wissenschaftlichen Grad umgehend aberkennen sollte!!!

  10. emmi sagt:

    Hallo Jens,
    soeben habe ich Deinen Eingangsartikel zu Ende gelesen. Herzlichen Dank für die Sorgfalt, mit der Du ihn geschrieben hast! Du beherrscht die Deutsche Sprache in ihrer Vielfalt des Ausdrucks und auch grammatikalisch. Außerdem – für mich noch viel wichtiger – sprichst Du deutlich die Ungerechtigkeit an, die Menschen widerfährt, wenn sie erst einmal ins „Soziale Netz“ gefallen sind.
    Liebe Grüße
    EM

  11. Eli sagt:

    schockierend, aber so ungefähr das, was man auch erlebt.

    Es ist kein Posten für warme Hausschuhe vorgesehen. Jetzt weiß ich, wieso ich meine bis zur völligen durchlöcherung der Sohle tragen musste, bei diesen Temperaturen mit Sandalen im Haus rumlaufen musste und dann das überaus große Glück hatte zu Weihnachten ein neues paar geschenkt zu bekommen.

    Nicht nur die Friseurbesuche, auch Damenhygiene taucht hier nicht auf. Und Vorstellungsgesprächtaugliche Kleidung für Frauen (selbst normale und nicht Übergrößen) kostet fast doppelt so viel wie die der Herren. Vor allem wenn man allergiebedingt keine billigen Kunstfasern verträgt. Und was ist mit Kosmetikerbesuchen. Gerade für Menschen/Frauen mit Problemhaut ist das essentiell für Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Man merkt, daß die Verfasser männlich sind.
    (auch an der 1Mal in der Woche Wäsche waschen Regelung wo alle Farben zusammen gewaschen werden sollen)

    Dadurch bedingt sind meine Haare mittlerweile 80 Zentimeter lang (bis zum Steißbein) und einige meinten das mir das Wohl einige Vorstellungsgespräche ruiniert hätte. Aber das Geld für einen Friseur hab ich eben trotzdem nicht und kann es als ALG II Empfänger auch nicht ansparen.
    Ohne Job kein Geld für Friseur und Kosmetik und gute Kleidung – > aber ohne eine praktische Frisur/ reine Haut und Bürotaugliche Kleidung kein Job.
    Ist wie beim Hauptmann von Köpenick. Ist aber leider so.

    Würde ja gerne einen Haarschnitt gegen was anderes tauschen. An Qualifikation oder handwerklicher Begabung fehlt es mir jedenfalls nicht.

  12. harz4 empfänger sagt:

    Seit wann kauft man Brot in Kg???? Und wo gibt es den Fisch so billig… in der Mülltonne???
    Diese beiden Typen sollte man Anzeigen wegen Körperverletzung und Verstoß gegen die Menschenrechte!!! Oder nach Sibirien „AUSWEISEN“!!!!

    Die Rechnung ghet nirgends auf!! In der Realität kommt man schon so kaum klar,..was ist mit Kinder die zur Schule gehen und ein einigermaßen Gesundes Essen brauchen??? Was ist mit ausreichende Getränke pro Tag mindestends 3-4 Liter Pro Person ? NIcht Leitungswasser Ich meine 100% Lebensmittel,..also Getränke wie Wasser welches auch stiril hergestellt wird um Ruhr und andere Krankheiten aus dem Trinkwasser-Netz auszuschliessen…??

    Bei der Berechnung wurden Grundlegende Menschenrechte einfach missachtet und ausgeschlossen. Man sollte diese Typen von der UNI schmeissen…!!!!

    Schönen Tag noch,…

  13. Student sagt:

    Ich weiß nicht, wo das Problem ist. Ich finanziere mein Studium selbst (keine reichen Eltern und auch nicht Bafög- priviligiert) und habe die Wahl entweder mehr zu verdienen oder weniger auszugeben.
    Aus Wikipedia habe ich die aktuellen Regelleistungen, die auf mich anwendbar wären, und vergleiche sie mit meinen derzeitigen Ausgaben:

    1. Miete 1-Personen-Haushalt: bis zu 360€ für 50m² (Berlin kalt)
    i.V. meine Wohnung: 22m² für 180€ (warm)

    2. Regelleistung 351€
    i.V. meine Ausgaben
    130 € für Nahrungsmittel (wie oben im Text beschrieben, bei mir klappt es ohne Probleme, McDoof und BurgerKing sollte man links liegen lassen, der Döner als Zwischenmahlzeit ist auch nicht und die Fertigpizza ist sowieso nicht gesund)
    400 € habe ich insgesamt zur Verfügung:
    400€-180€-130€= 90€ für sonstiges
    mir reichen ungefähr 100 Euro im Monat für den Rest

    Ok, ich rauche nicht, ich trinke keinen Alkohol, besitze kein Kraftfahrzeug und ich zahle auch keine Rundfunkgebühr.

    Ich kann nachvollziehen, dass man mit Arbeitslosengeld nicht reich wird, aber dass es zum Leben zu wenig ist, verstehe ich nicht. Ok, der Ballermann im Sommer und der Skiurlaub in den Weihnachtsferien ist nicht finanzierbar. Dann müsste man den Regelsatz auf 500€ erhöhen. Aber welchen Grund hätte es dann noch zu arbeiten?

    Und noch was grundsätzliches: mir geht dieses, „wir sind doch so arm, die Welt ist gegen uns, die Manager beuten uns aus“- Geheule so auf den Sack, ich kenne einige Hartz4- Empfänger, die scheißen am Monatsanfang Geld und Mitte des Monats jammern sie wieder, dass der Staat sie übers Ohr haut und sie sowieso von allen ausgebeutet werden.

    Freundliche Grüße liebes Proletariat
    von eurem Subproletariat

    (von unten sieht Armut anders aus)

  14. Elena sagt:

    Hmmm,
    ich gehöre zu denen, die dies zahlen. Ich zahle gern und reichlich Steuern. Ich bin aber nicht dafür, dass man sich in ALG II einrichtet.
    Als ich noch studiert habe, habe ich von weniger Geld als ALG II gelebt, mein Zimmer hatte keine 10 qm, die Dusche und Küche mit über 10 Personen geteilt. Ich habe dies als vorübergehende Phase gesehen, mich nicht darin eingerichtet. Bücher aus der Stadtbibliothek und Fahrrad waren für mich keine Zumutung. Und ich konnte mir nichts aus dem Bioladen leisten, wie ich es jetzt problemlos kann. Aber es war Geld, dass andere erarbeitet hatten. Meine Krankenkase war durch die Gesellschaft subventioniert, gern zahle ich jetzt zurück.
    Wer mehr will als ALG II, muss etwas tun. Wenn das nicht geht, sollte man froh sein, dass man alimentiert wird. Klar, KIK-Kleidung ist suboptimal, aber als Studentin habe ich auch fast nur Secondhand getragen, ab und zu H&M.
    Und dasEssen war auch eher billig. Zigaretten+ Alkoholmüssen nicht sein, Entzug zahlt die gratis-Krankenkasse, und Leitungswasser war mir immer gut genug, Minze für Tee kan man sich in der Natur pflücken, wenn man den ganen Tag Zeit hat.

  15. Nicky sagt:

    Stimmt, Damenhygieneartikel tauchen nicht auf… und die Kosten die ein Arbeitsloser für Bewerbungen (Papier, Tinte, Mappe, Foto, Umschlag, Porto, Rückumschlag) und u.U. Fahrtkosten vorstrecken SOLL, hab ich wohl übersehen…

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