Willkommen in der Seifenblase – Nachrichten vom unwerten Leben

Nach meinem letzten Artikel wurde ich mal wieder getrollt, wenn es auch beiweitem nicht so schlimm ist wie auf anderen Blogs. Dazu hier ein paar Gedanken.

In meinem Artikel zu den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln schrieb ich sinngemäß folgende, zusammengefasste Meinung auf:
Die Leute, die sich jetzt vehement für ‚Frauenrechte einsetzen und gegen Flüchtlinge wettern, haben bislang den Feminismus immer verspottet; Vergewaltigung und sexualisierte Gewalt gibt es überall, auch in Deutschland, deshalb ist ein pauschalisierender Zusammenhang zwischen der Herkunft der Täter und der Tat selbst nicht gegeben und falsch; Wir sollten uns mehr gegen sexualisierte Gewalt engagieren und endlich die Lücken im Strafrecht schließen.

Daraufhin erhielt ich ein paar nichtssagende Trollmeldungen, die ich gar nicht erst freischaltete. Auf Twitter bedauerte ich die zunehmende Verrohung. Daraufhin entspann sich eine Art Gespräch mit einem Nutzer:

K: jeder andersdenkende ist nicht gleich ein troll. Sie sollten demokratischer werden und andere meinungen akzeptieren lernen. ich: Oh bitte keine Zeigefinger. Beschimpfer sind Trolle, Beleidiger, nicht Andersdenkende, die sachlich sprechen.
K: auch das ist teil demokratischer meinung. ein erwachsener mensch sollte damit umgehen können.
aber leider ist festzustellen das zuviel gejammert wird anstatt sich kritik zu stellen. aber da viele argumente wischi waschi sind, bleibt auch nur gejammer. Sehrarm.
ich: Nein, er muss es sich nicht gefallen lassen. Demokratie verlangt Respekt und Achtung. Sie steht nicht über Menschenrecht.
K: achtung und respekt sind-auch dank willkommenskultur-untergehende relikte besserer tage. Gewöhnen sie sich dran.
ich: Nein! Wir haben das in der Hand, Sie sollten nicht so sehr jammern und schimpfen.
K: dann werden sie wohl jammernd mit dem rest untergehen.
ich: Komisch: Ich jammere gar nicht. Hier jammert nur einer. K: und schon endet ihre „argumentation“ in zuweisungen. Deswegen sind sie im drittklassigen radio und nicht bei den lebenden.
ich: Sie haben das Konzept der Menschenrechte nicht verstanden, zumindest nicht, solange Sie selbst kein Opfer sind. Ach übrigens: Danke für das Kompliment. Von Ihresgleichen ist drittklassiges Radio wirklich großartig. K: und schon sind sie angepisst. wie wollen sie denn bestehen wenns mal richtig ernst wird?
ich: Ich bin nicht angepisst. Ich bin lediglich nicht Ihrer Meinung, etwas, was Sie als guter Demokrat ertragen sollten. 🙂
K: menschenrechte? Gehen sie mal an die frische luft. da sind menschenrechte so häufig wie ein fisch in der sahara.
ich: Gerade deshalb. Es geht ja auch darum, ihnen Geltung zu verschaffen. K: vielleicht ist das in ihrer bunten seifenblase noch so. hofftl platzt die nicht so schnell.
ich: Ich freue mich über Ihre guten Wünsche, das ist doch schon mal ein Anfang zur Mitmenschlichkeit.
K: sie würden staunen wie menschlich man auf meiner seite der realität sein kann. würde sie gerne noch ein bissl vorführen muss leider das taschengeld für die #rapefugees erarbeiten („Rapefugees“ wird aus Rape für Vergewaltigung und Refugees für flüchtlinge zusammengesetzt). ich: Okay, das ist auch das Ende der Debatte.

Ich gebe zu, dass meine Argumentation nicht gerade geschliffen war. Wenn Sie sich jetzt fragen, warum ich das alles hier wiedergebe, dann lesen Sie weiter, denn die Geschichte ist noch nicht zu ende.

K leitete dann meinen Tweet mit meinem Link zu dem Artikel über sexualisierte Gewalt weiter und kommentierte ihn.
K: Raus aus der Seifenblase, rein ins echte Leben. Gefahr: könnte sie sehend machen!

Ich lächelte über diesen Tweet und stellte fest, dass ihm die Argumente ausgingen, denn er musste ja wissen, dass ich blind bin. Schließlich verunglimpfte er den Ohrfunk als drittklassiges Radio, was nur möglich ist, wenn er ihn gehört und seine Seite gelesen hat, dachte ich. Als mein Freund Franz-Josef Hanke diesen Tweet als Geschmacklosigkeit gegenüber einem behinderten Menschen charakterisierte, schrieb K: hab ich was verpasst? Ist @radiojens (Mein Name auf Twitter) behindert? Dann tut mir das echt leid wenn ich da was falsch formuliert habe. Als ich ihm sagte, dass ich blind sei, bat er aufrichtig um Entschuldigung. Behinderte Menschen wollte er ganz offensichtlich nicht trollen. Ich sagte ihm, er solle es vergessen, es würde meine Meinung über ihn nicht besonders beeinflussen. Seine Antwort:
K: gut. Meine auch nicht. erklärt aber warum ihr eingangs erwähnter artikel vollkommen weltfremd daherkommt.

Ach so ist das: Meine Blindheit ist schuld, dass ich nichts gegen Flüchtlinge habe, und dass ich sexualisierte Gewalt nicht nur bei Arabern und Nordafrikanern sehe, sondern auch bei Deutschen und überall sonst auf der Welt? Wegen meiner Blindheit lebe ich in einer Seifenblase?

Es ist ja nett, dass Sie mich nicht wegen meiner Behinderung trollen wollten, auch wenn Sie es am Schluss doch noch getan haben. Heute gehören Menschen mit Behinderung wohl noch zu den schützenswerten, genau wie die deutschen Frauen. Morgen werden wir wohl wieder unwertes Leben sein, wenn Sie sich durchsetzen und bemerken, dass Sie trotz der Abschiebung oder Ermordung aller Flüchtlinge und Ausländer doch nicht im Paradies leben. Dann werden Sie und Ihresgleichen sich neue Feindbilder suchen, und dazu werden auch die Menschen mit Behinderung gehören, die vom Staat ja nur durchgefüttert werden, weltfremd sind und unproduktiv. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, es geschieht immer, wenn Ihresgleichen die Macht übernimmt.

Nein: Von Ihnen möchte ich nicht geschützt und verteidigt werden, Sie meinen Mitmenschlichkeit nicht ernst.

Ich mag in einer Seifenblase leben, aber in einer Seifenblase, in der ich nach Solidarität und Mitmenschlichkeit strebe. Das liegt nicht an meiner Behinderung, sondern an meiner Erziehung. Meine Eltern haben die Nazi-Zeit mitgemacht, und ich weiß, wovor ich mich hüten muss.

Franz-Josef Hanke hat wegen der vielen Trolle auf seinem Blog die Kommentarfunktion abgeschaltet. Das bedauere ich sehr. Er gibt die Kommentarspalten verloren, schließt damit eine konstruktive auseinandersetzung aus, beraubt sich guter Ideen und Ansätze. Aber verstehen kann ich es auch, es tut mir nur leid. So weit werde ich nicht gehen, aber mein Blog bleibt moderiert. Hetze und Schmutz wird hier nicht mehr veröffentlicht, aber sachliche Meinungen dürfen sich gern artikulieren, auch wenn es nicht meine Meinungen sind. Zwischen Schmutz und meiner Meinung bleibt ein wahrlich großer Spielraum.

Eigentlich ist das ganze kindisch. Aber es sind die harmlosen Ausläufer der Welle, die derzeit durchs Internet und durch die Politik tobt. Ich bleibe davon einigermaßen verschont, aber ich bin ja weder Frau noch besonders bekannt.

Über Jens Bertrams

Jahrgang 1969, Journalist bei www.ohrfunk.de, Fan der Niederlande und der SF-Serie Perry Rhodan.

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Comments

22 Kommentare zu Willkommen in der Seifenblase – Nachrichten vom unwerten Leben

  1. ronald wolf sagt:

    Lieber Jens Bertram !
    Bitte ärgere dich nicht über diese Trolle. Aber das Beispiel vom Umgang mit dir zeigt leider, wie verbissen, arrogant und menschenfeindlich das Weltbild einiger Menschen ist. Die sind gefährlich. Das darf man nicht unterschätzen.
    In deinem Fall wollte der Troll dich noch dazu persönlich treffen und verunsichern. Lasse es nicht zu, das diese Bosheit dein Herz berührt. Bleibe weiter so klug und politisch interessiert wie bisher !
    Leider kann ich aus Zeitmangel euer Radio nicht oft hören, wenn ich es höre ist es aber erstklassig ! Und bei aller Bescheidenheit … ich weiß was gut ist.
    Viele Grüße aus dem Vogtland
    Ronald Wolf

  2. Lieber Jens,
    ich empfand es schon als unerträglich, dass „r.Ger“ mehrmals Flüchtlinge aus Syrien als „feige Kriegsdienstverweigerer“ diskreditiert hat, aber was dieser Twitterermit dem Knüppel da treibt, schlägt dem Fass den Boden aus: Erst hetzte er gegen Flüchtlinge, dann gegen die Aktion „Ausnahmslos“ gegen sexuelle Gewalt und nun auch noch gegen Behinderte!
    Dieser Mensch macht das relativ „schlau“. Doch seine Parolen sind nur getarnte Nazi-Hetze, wie die indirekte Anspielung auf Deine Blindheit erkennen lässt. Deine Anspielung auf den Begriff „Lebensunwertes Leben“ ist absolut treffend.
    Wer blind ist oder wer sich für andere einsetzt, der lebt „in der Seifenblase“. Diese Formulierung ist nur eine andere Umschreibung von „Gutmensch“.
    Das Unwort des Jahres „Gutmensch“ hat eine längere Tradition, als die Vorsitzende der Jury von der Gesellschaft für Deutsche Sprache glaubt: Schon NS-Propagandaminister Josef Göbbels benutzte das Wort, um damit Christen zu diskreditieren, die Juden halfen.
    Sind wir wieder so weit?
    Mich erschüttert ein Grauen, das mich sprachlos macht.
    fjh

  3. @Ronald: vielen Dank für das Lob auch des Radios, das geht runter wie Öl.
    @FJH: Ja, das Unwort des Jahres ist ziemlich treffend.

  4. Bedia sagt:

    Jens, viel Kraft beim Ertragen dieser Trolls! Und Dank dafür!

    Wenn man in diesem Land wirklich die Menschenrechte im Blickpunkt hätte, müßte sich ein mindestens genauso großer Sturm der entrüstung entfesseln über
    … die Vielen Heimkinder in der Bundesrepublik und in der DDR, denen jahrelang körperliche und seelische Gewalt angetan wurde. Zum Teil auch unterm Kreuz des Herrn.
    … Über die Preisverleihung an einen „Etiker“, der es für moralisch vertretbar hält, Babys bis zum 28. Tag ihrer Geburt straffrei töten zu können, wenn sie eine Behinderung haben.
    … dass sich ein Haus wie die Urania dafür hergibt, der Veranstaltungsort dieses Preises zu sein. aber einer blinden Demonstrantin ihr Haus verweigert, dort auf die Toilette zugehen (selbst miterlebt).
    … dass man kaum was hört über Sexualisierte Gewalt bei Veranstaltungen wie dem Oktoberfest.
    … ich erinnere nur an die Zähe Diskussion, ob denn Vergewaltigung in der Ehe eine Straftat sein sollte.
    …, dass ein Rechtsanwalt der Nebenklage im NSU-Prozeß sich bei der Ausübung seines Berufes mit Morddrohungen konfrontiert sieht.
    … dass Asylantenheime als „Asylantenkaschemmen“ und die AsylantInnen selbst als „Kulturlose“ angesehen werden.
    … dass Prominente aus Politik und Kultur sich beschimpfen und beleidigen lassen müssen, weil sie die Meinung dieser „Besorgten“ nicht einnehmen wollen. So viel zum Demokratieverständnis dieser „Besorgten“!
    … Müßte sich Empörung breit machen, dass es gestern Abend in Leipzig zu Ausschreitungen von Nazis kam.

    Nein, hier geht es nicht um Menschenrechte sondern um offenen Rassismus. Wärend hierzulande deutsche Supermärkte und Fernsehsender auf Mallorca für richtig und gut befunden werden, sind – auch hierzulande – ausländische Medien unerwünscht und werden als “ Beteiligte am Integrationsunwillen“ gesehen.

  5. der böse knüppel sagt:

    Dieser üble Twitterer den ihr da beschreibt, das bin ich. keine Angst ich verfolge euch nicht, nur habe ich mir Gedanken gemacht.
    Ich möchte hiermit nochmals ausdrücklich betonen das mir die Behinderung von Herrn Bertrams vor absetzen meines scheinbar beleidigenden Tweets nicht bekannt war. Ich möchte mich nochmal in aller Form und Aufrichtigkeit entschuldigen wenn meine Kommentare Ihrer beiden persönlichen Gefühle verletzt hat. Es war keinesfalls die Absicht mich über Behinderte Menschen, für die ich mich auch ehrenamtlich engagiere, lustig zu machen oder diese zu beleidigen.
    Jedoch verletzen sie ebenfalls Gefühle wenn sie von ehrlich besorgten Bürgern aus der politisch vernünftigen Mitte als Nazis sprechen. Die Sorgen sind, wie man tagtäglich beobachten kann, berechtigt und es ist angebracht diese Ernst zu nehmen.
    Ich wünsche Ihnen alles Gute

  6. Verehrter Knüppel, wenn Sie ein besorgter Bürger sind, dann diskutieren Sie sachlich, begründen und belegen Sie Ihre Meinung, sprechen Sie nicht abwertend über Menschen von Rapefugees und versuchen Sie nicht, ihren Gesprächspartner vorzuführen. Wenn dieses Beiwerk wegfällt kann es sich ja um eine Meinung handeln, die ich vielleicht nicht teile, die aber einer gewissen Sachlichkeit nicht entbehrt. Dann kann man auch debattieren. Aber viele Menschen mit Ihren Ansichten wollen gar nicht debattieren. Sie fühlen sich als Opfer, die nirgendwo gehört werden, Hetzen und schimpfen, beleidigen und so weiter. Das gehört nicht in eine sachliche Debatte, mit der man vielleicht ja etwas erreichen könnte. Die meisten rechten, die Schmähungen gegen sogenannte Linke und Gutmenschen loslassen, wollen das aber gar nicht. Und Ihre Äußerungen auf Twitter über Linke, Ihre Verachtung, bringt mich dazu, das auch von Ihnen zu glauben. Aber bitte, belehren Sie mich eines Besseren. Wenn der Ton okay ist, werden die Beiträge meistens auch freigeschaltet, wenn keine strafrechtlich relevanten Dinge drin vorkommen.

  7. Goenner sagt:

    Tja tja… lesen und verstehen… guter Artikel, ja wirklich…
    Tun Sie Ihrem alten Freund Goenner doch bitte den Gefallen und stellen Sie den Beitrag nochmal ein:
    http://blog.jens-bertrams.de/2014/04/die-demokratie-ist-tot-und-was-nun/

  8. Und? Was will mein alter Freund Goenner mir damit sagen?

  9. Goenner sagt:

    Ihr guter alter Freund Goenner begnuegt sich damit Ihnen zu danken.
    Statt einer „hetzerischen“ Erklaerung vielleicht nur die Rueckmeldung an @Knueppel, dass nicht alle Blinde/Taube/Lahme aufgrund eines harmlosen Wortspiels, ob nun beabsichtigt oder nicht, den „unwertes Leben“ raus haengen lassen. Am besten ignorieren Sie das.

  10. Lieber Goenner: Geben Sie dem armen Knüppel keine falschen Tipps. Ich habe nicht wegen des Wortspieles auf das unwerte Leben hingewiesen. Ich bin sogar fest davon überzeugt, dass er nicht wusste, dass ich blind bin, obwohl er mein Radio als drittklassig bezeichnete, was als Faktum nur gegolten hätte, wenn er sich ein Bild davon gemacht hätte. Dann hätte er zweifelsfrei gewusst, dass ich blind bin. Aber gut, die Drittklassigkeit war offenbar einfach nur eine Beleidigung ohne sachlichen Hintergrund. Das mit dem unwerten Leben habe ich aus einem anderen Grund gesagt. Rechtsextreme neigen immer dazu, sich einen Sündenbock zu suchen, wenn das Leben nicht so läuft, wie sie es sich wünschen. Entweder es sind die bösen Juden, die bösen Ausländer, die bösen Polizisten, die bösen Linken, die bösen Sozialdemokraten, immer die Volksveräter und Bösewichte. Sie selbst laden nie Schuld auf sich, sind immer die Guten und immer das Opfer. Und wenn man dann die ersten Gruppen beseitigt hat, Ausländer, Zigeuner, Homosexuelle, den ganzen Kram und das Pack halt, mal in der Sprache der Rechten gesprochen, wenn man also all diese Gegner beseitigt hat, dann geht es einem imme noch nicht gut. Arbeitslosigkeit gibt es imer noch, nicht jeder ist Millionär, Deutschland wird auch dann noch kein Paradies sein. Also, wer ist dann Schuld? Ganz klar: Die Leute, die man nur durchfüttert, die selbst nicht produktiv sind, die unser teuer verdientes Geld ausgeben. Das gibt es ja heute schon bei Konservativen, ich hatte mal ein Interview mit dem politischen Chefredakteur der Welt, Konrad Adam, der heute bei der AFD ist, der war auch sehr stark gegen Behindere eingestellt. Rechte neigen dazu, Menschen mit Behinderung als unwertes Leben abzuqualifizieren. Und jetzt beweisen Sie mir mal das egenteil, sachlich und mit Argumenten, oder lieber noch Herr Knüppel. Und so habe ich es auch in meinem Artikel geschrieben:
    „Heute gehören Menschen mit Behinderung wohl noch zu den schützenswerten, genau wie die deutschen Frauen. Morgen werden wir wohl wieder unwertes Leben sein, wenn Sie sich durchsetzen und bemerken, dass Sie trotz der Abschiebung oder Ermordung aller Flüchtlinge und Ausländer doch nicht im Paradies leben. Dann werden Sie und Ihresgleichen sich neue Feindbilder suchen, und dazu werden auch die Menschen mit Behinderung gehören, die vom Staat ja nur durchgefüttert werden, weltfremd sind und unproduktiv. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, es geschieht immer, wenn Ihresgleichen die Macht übernimmt.“

  11. der böse knüppel sagt:

    werter goenner, ich arbeite gelegentlich mit Behinderten Menschen und habe festgestellt das es sehr viele gibt die mir geistig überlegen sind. Manche sind allerdings geistige Kinder, haben aber die Kraft eines Bären. Ein Individuum vorschnell zu beurteilen kann ganz schön nach hinten losgehen.
    Herrn Betrams muss ich ehrlich zugestehen das ich manchmal ein wenig zu impulsiv und polarisierend kommentiere, und das teils in voller Absicht, jedoch sind Povokationen aufgrund jemandes Hautfarbe oder Behinderung tabu. Danke das sie meine Entschuldigung als wahr akzeptieren.
    Weiterhin gebe ich zu das ich vorschnell und ohne einen genauen Blick auf ihr Radio (auf ihre Tätigkeit dort bin ich nur über Ihr Profil gekommen) ein Urteil gefällt habe. Das ist wie eingangs umschrieben nach hinten losgegangen, denn beim zweiten Blick finde ich Ihre Arbeit unterstützenswert.
    Auf twitter sind auch wegen der eingeschränkten Zeichen Diskussionen nahezu unmöglich und zumeist herrscht bei derart polarisiernden Themen ein rauer Ton. Nun ein Wort zu Ihren Vorurteilen: die allermeisten in meinem freundes, kollegen und Bekanntenkreis sind weitestgehend mit mir einer Meinung. Die, die ich sehr gut kenne, mich eingeschlossen, sind in glücklichen Beziehungen, haben beruflich viel erreicht und waren bis vor 2-3 Jahren zufriedene Bürger. Ich selbst bin ein freier Mann, das heisst ich bin keiner Bank etwas schuldig, also auch kein Sklave. Ich reflektiere und nehme in der regel nicht ungeprüft irgentwelchen Behauptungen als wahr hin. Wenn ich mich irre, entschuldige ich mich und suche keine faulen Argumente um doch noch irgentwie recht zu behalten. wenn sie allerdings wühlen finden Sie bestimmt auch Dreck, was solls ich bin nur Mensch. Ein Problem zu erkennen, die Ursache zu ermitteln und klar zu benennen hat nichts damit zu tun einen Sündenbock zu suchen nur weil es mit dem Weltbild einiger unaufgeklärter Mitbürger kollidiert.
    Nach wie vor bezeichne ich eine Personengruppe die einen religiös motivierten Hass auf die Christliche / westliche Lebensweise mitbringt, nicht gewillt ist sich in eine bestehende Ordnung zu integrieren, und Frauen behandelt, schlimmer wie Vieh als rapefugees. Genauso benenne ich Einwanderer die notorisch krimell sind als Krimigranten. Ein Flüchtling der durch mehrere sichere Drittstaaten reist um nach Deutschland zu kommen, ist nach geltenden Gesetzen ein Migrant. Schuld an diesem Zorn tragen nicht diese armen teufel die im ursächlichen Grunde genauso Opfer sind wie wir alle zusammen. Um Ihre Frage nach der Schuld zu beantworten: Die Hochfinanzelite bzw. die 1% der 1% die die Knöpfe drücken und für genau diese Weltzustände die Verantwortung tragen. Egal ob gesund oder krank, könnte es allen gutgehen.
    jedoch der AfD unterschwellig zu unterstellen alle Behinderten und Ausländer zu Ermorden sobald sie an der Macht sind beweist das Ihre Sachlichkeit schon im Keim erstickt wurde. Bevor sie weiter an Ihren Phantasien leiden empfehle ich einen Blick auf das Wahlprogramm der AfD sowie das Programm von Pegida. Nationalkonservativ oder rechtextrem wird heute nur allzugern in einen Topf geworfen zumeist von Menschen die glauben moralisch das Recht zu haben sich nicht unabhängig informieren zu müssen um ungeliebte Tatsachen im Keim mit der Nazikeule und „ach das früher schonmal so“ auszublenden um nicht doch mitanzusehen wie die Seifenblase platzt. Ich bin vor einigen Jahren schon aus der Matrix gefallen und seitdem bin ich zwar Wutbürger, glaube aber einige der Machenschaften durchschaut zu haben. und genau davor haben Menschen wie sie Angst. Die Angst davor hinter die Fassade von „alles ist schön bunt“ zu sehen

  12. Hallo Herr Knüppel, und schon sind wir in einer relativ sachlichen Debatte. Man schießt immer mal wieder über das Ziel hinaus, das geschieht mir genau so wie Ihnen. Danke für Ihre nachträgliche Anerkenung des Ohfunks, es ist ein Projekt, an dem ich seit 10 Jahren ehrenamtlich mitarbeite, wir feiern in 2 Wochen unser 10jähriges Bestehen. Ich arbeite, ohne Geld zu bekommen, ungefähr so viel wie andere Leute bei einer zweidrittel Stelle.

    Wir werden uns vermutlich nie einig über die Sprache, aber wenn Sie das für nötig halten, ich finde es weiter menschenverachtend, aber das hindert mich nicht, mit Ihnen zu debattieren, wenn es nicht überhand nimmt, wobei ich zu bedenken gebe, dass Sie mit Ihren Sprachregelungen nicht die Einzelfälle betrachten, sondern ganze Gruppen diffamieren.

    Auf einen Punkt möchte ich noch eingehen. Natürlich steht im AFD-Programm nichts von der Ausrottung behinderter Menschen. Da steht auch nichts von der Ausrotung der Flüchtlinge. Das stand im NSDAP-Programm vor der Machtergreifung in dieser Form auch nicht. Was ich versucht habe zu beschreiben sind Prozesse, die sich bei einer gewissen Gemengelage ergeben, auf die der Einzelne relativ wenig Einfluss hat, gruppendynamische Prozesse. Rechtsextreme Gruppen ziehen Ihre Wähler häufig aus der Tatsache, dass sie gegen etwas sind, und sie sind nur für etwas, unm dieses Gegen-etwas-Sein zu erreichen. Rechte Gruppen werden stark durch die Ablehnung des Bestehenden, linke Gruppen haben oft eine Utopie für die Z8ukunft. Linke ruppen plädieren in ihren Programmen immer für Mitmenschlichkeit, Gewaltlosigkeit und so weiter, rechte Gruppen immer für abgrenzung, Ausrottung, notfalls mit Gewalt und Härte. Wie gesagt, das sind die Programme, nicht unbedingt das, was hinten raus kommt, denn wer will schon die DDR oder den sowjetischen Gulark zurück, oder wer will schon in Nordkorea leben? Trotzdem: Der Anspruch ist so, und rechtsextreme Gruppen suchen sich einen Gegner, das ist ihre Natur. Die AFD tut das auch, für sie sind fremde Menschen der Gegner, egal, ob sie etwas getan haben oder nicht. Flüchtlinge, die gerade dem Krieg entronnen sind, die nur friedlich irgendwo leben wollen, werden in einen Topf geworfen mit den wenigen Kriminellen, die es auch in Deutschland gibt, und werden als Rapefugees oder sonst irgendwas bezeichnet und diffamiert. Das finde ich nicht in Ordnung.

    Nein, ich lebe nicht in einer Seifenblase. Ich bin arbeitslos, habe wenig Geld, arbeite ehrenamtlich für den Ohrfunk und zwar wirklich viel, habe meine Meinung, und die ist nicht Mainstream. Auch ich glaube, dass unsere Geschicke im Wesentlichen von einer kleinen ruppe von Menschen gelenkt werden, von den Wirtschaftsführern, den Bonzen und Bankern, den Investoren und Lobbygruppen. Ich bin in dieser Hinsicht nicht blauäugig. Abe ich versuche, die Schuld wirklich bei diesen Leuten zu suchen, nicht bei ominösen ruppen, wede Juden, noch Flüchtline, noch Fremde überhaupt. Der Grund, warum es Probleme gibt, oder ein wesentliche rund, ist die ungerechte Verteilung des Reichtums.

    Ich glaube auch von mir, den politischen Popanz zu durchschauen, und wenn sie dieses Blog aufmerksam lesen, ich rate Ihnen, 2012 zu beginnen, dann werden Sie zunehmend kritische und teilweise polemisch heftige Einträge finden. Aber sie richten sich nicht einfach gegen eine Mensöchengruppe, die sich nicht wehren kann, die traumatisiert ist, die vor jedem Feuerwerkskörper angst hat, die in abenteuerlichen, lebensgefährlichen Reisen übers Meer kam um sich zu retten. Meine Wut richtet sich gegen die Bonzen und Waffenexporteure, die Spekulanten und Kriegsgewinnler, die Geheimdienste, die USA, Russland, China und all die anderen global players, die nur ihre eigenen Interessen im Auge haben. Ich habe Wut auf die Starken, nicht auf die Schwachen.

    Insofern trifft mich Ihr Seifenblasenvorwurf in keiner Weise, auch wenn ich eine andere Meinung habe als Sie. Die AFD schließlich halte ich nicht wegen Ihres Programs für gefährlich, das man lesen kann, sonden wegen der Tatsache, dass sie Angst und Hass schürt in dem, was ihre Leute sagen.

    Verstehen Sie: Mir ist völlig egal, ob die täter in Köln Araber oder Deutsche waren, in den Knast gehören sie beide, und zwar gleich lang! Ob die italienische, russische oder arabische Mafia diesen Raub organisierte, er wurde organisiert und gehört bestraft! Basta! Aber die anderen Ausländer, die in der Nacht nicht am kölner Hauptbahnhof waren, die friedlich in ihren Beten schliefen, mit ihren deutschen Nachbarn anstießen, sich ein fröhliches neues Jahr wünschten, die alle, die 90 oder mehr Prozent, die in der Öffentlichkeit gar nicht als Übeltäer zu sehen sind, die haben nichts damit zu tun. Jeder sollte nach dem beurteilt werden, was er oder sie persönlich tut, nicht danach, aus welchem Land er oder sie stammt. Ich möchte auch nicht nur nach meiner Behinderung beurteilt werden, ich bin auch noch Journalist, Science-Fiction-Fan, Hobby-Schriftsteller, Hörfilmliebhaber, Soliner, Wahlhalbniederländer, ein Mensch der Grünkohl, Sauerbraten und Pizza mag, ein Linker, de die Linken oft scharf kritisiert, und so weiter. Ich bin nicht einfach nur der Spasti, der Behinderte, der Krüppel. Verstehen Sie, was ich meine?

    Einen schönen Abend.

  13. Goenner sagt:

    Von Ihrem neuesten Artikel habe ich bis jetzt nur die Ueberschrift gelesen und „riskiere“ mal vor dem Lesen eben des neuesten Artikels einen Kommentar zu Ihrer Antwort auf @Knueppel:
    Sie, Herr Bertrams, schreiben: „Meine Wut richtet sich gegen die Bonzen und Waffenexporteure, die Spekulanten und Kriegsgewinnler, die Geheimdienste, die USA, Russland, China und all die anderen global players, die nur ihre eigenen Interessen im Auge haben.“
    Da haben sie was mit den meisten gemeinsam, die „rechts“ genannt werden, wobei ich allerdings und nebenbei nur meine, dass ohne den derzeitigen besonnen russischen Praesidenten es hier schon laengst gekracht haette.
    Und jetzt kommt eine Ueberraschung, halten Sie sich fest, es gibt einen Unterschied zwischen den Meinungen von @Knueppel und mir.
    Ich bin skeptisch gegenueber der AFD und auch gegenueber den Organisatoren von Pegida. Im letzteren Fall habe ich seinerzeit schon darum gebeten, dass die Demonstranten (und ich finde die Demos an sich schon fuer legitim) ihren eigenen Kopf behalten sollen und sich nichts einreden lassen sollen. Die AFD, das habe ich glaube ich sogar hier schon geschrieben, halte ich fuer die CDU2.0. Zur Erinnerung: Auch die CDU gab sich seinerzeit gerne mal sehr volksnah und aeusserte so Sprueche wie „Multikulti ist gescheitert“ oder „Einwanderung braucht klare Regeln“ und nicht erst seit Merkel werden durch die CDU vor allem die Bonzen bedient (Erinnerung: Kohl und die „bluehenden Landschaften“)… gut, wie auch immer, vermutlich ist sogar die AFD besser als Merkel, jedenfalls im Zeitpunkt des Wechsels. obwohl mir persoenlich auch nicht wohl dabei waere, wuerde die AFD die Regierung stellen.
    Ich lese auch nicht auf PI (die Platform wurde hier neulich mal angesprochen), nur das was von denen auf anderen Blogs rebloggt wird, sondern lieber auf dem kleineren Gegenpol Killerbee und auch dort teile ich nicht alles, aber er ist meiner Meinung nach ein sehr guter Analytiker und kann Dinge ohne Phrasendrescherei gutverstaendlich erklaeren und er macht beispielsweise darauf aufmerksam, was man nicht so oft liest, dass die Veraenderung nicht nur im Aeusseren zu suchen ist, sondern vor allem im Inneren, das heisst, dass man erst mal sich selbst aendern muss und nicht nur darauf hoffen soll, dass z. B. Merkel irgendwie verschwindet. Ja, mir ist durchaus bewusst, dass ich an mir selbst arbeiten muss, zum Beispiel auch durch das juengste Video von Jasinna, dass ich Ihnen geschickt habe (das zweite ist nur ganz kurz und eher sowas wie ein Flugblatt).
    Wie auch immer man die Dinge im Detail sieht, eines geht meiner Ansicht ueberhaupt nicht und da nutzt auch keine Traeumerei vom Paradies auf Erden: Wir koennen nicht Millionen von Einwanderern (das ist in NRW die empfohlene Allgemeinbezeichnung, die die Polizei zu verwenden hat) aufnehmen. Das gibt milde gesagt Unruhen und Zoff. Wenn von einer Million nur 10% Unruhestifter sind *oder* von mir aus auf Unruhestifter anspringen, dann sind das eben 100000 und auch diese leute haben sowas wie einen Gruppenzwang oder Sympathievorlieben. Es geht nicht! Und schlimmer noch, wieder vorsichtig ausgedrueckt, gibt es Stimmen, die sagen (und ich finde das ziemlich nachvollziehbar), dass genau diese Unruhen gewollt sind. Dieses ganze Geschwafel seitens der Meinungsmacher von „Menschlichkeit“ oder „Frieden“, „Freiheit“ und all das sind nur schoene Worte fuer die eine Seite. Die andere bekommt dann zeitweilig Silvester-News praesentiert. Gewolltes Ergebnis: Spaltung. Je mehr Leute sich im Falle von Unruhen uneinig sind um so besser fuer die Nutzniesser, denn dann lassen sich leichter … na sagen wir mal Sondermassnahmen durchsetzen. Ich hasse keine Auslaender, einige von denen sind mir sogar sehr sympathisch, egal aus welchem land sie kommen, aber diese Flut bedeutet unser Untergang und davon profitieren dann auch keine Einwanderer, sondern immer dieselben, die naemlich das ganze Chaos hier geplant initiieren, also sicher nicht die, die voellig arglos und weiss der Geier warum tatsaechlich Kuscheltiere am Bahnhof verteilen.
    ich habe gestern abend noch die Artikel von Herrn Hanke gelesen (sowohl den auf marburg News als auch auf seinem Blog) und es tut mir grundsaetzlich leid, dass ihm bzw. seinem Bekannten das passiert ist, aber ich denke mir auch, dass seine grosse Sorge nun ist, dass „rechte“ das „instrumentalisieren“ koennten.
    Sollte das passieren, dass ein „Rechter“ den Fall heranzieht, dann wuerde ich folgenden Vorschlag machen wollen:
    Nicht schauen ob es ein „Rechter“ ist oder nicht (ja/nein), sondern *was* dieser dazu meint und warum er ggf. diesen Fall als Beispiel heranzieht.
    Problematisch wird es allerdings wenn Herr Hanke stur darauf besteht, dass alle Grenzen fallen sollen und wir dann alle eine friedliche Einheit werden – eben das Paradies auf Erden – das wird so leider nicht passieren. Das gelingt nicht einmal in den meisten Unternehmen oder Schulen oder sowas, von irgendwelchen idyllischen Mini-Klitschen mal abgesehen und wie sollte es dann mit Millionen oder Milliarden funktionieren, die auch nach Feierabend in der Situation bleiben muessen… und nur mit Deutschen alleine war/ist es schon je nach Oertlichkeit problematisch. Nein, ich meine, wenn das so weiter geht haben wir hier sowas wie Kingston oder Mexiko-Stadt 2.0 oder suchen Sie sich was aus und immer die Frage wem das nutzt. Merkel&Co. sind nicht dumm/naiv – keiner von denen macht irgend etwas ohne Beratung/Plan/Ziel und wo sind die Anhaltspunkte dafuer, dass irgendwer von denen es gut mit den Voelkern meint?

  14. Bedia sagt:

    Was mich hier und anderswo auf die Palme treibt ist die Ungerechtigkeit und Unehrlichkeit. Wir wissen alle, dass es Straftäter sowohl hüben wie drüben gibt. Und wir wissen alle auch, dass sie bestraft gehören. Bei mir entsteht aber zunehmend der Eindruck, dass die Straftaten von Deutschen lange nicht so hart beurteilt werden wie die von Ausländern. Warum eigentlich nicht? Warum finden außerplanmäßige Sitzungen des Bundestages nach den Vorfällen in Köln statt wärend man für die nun mal erwiesen rechtsextremistischen Taten nur ein hilfloses Schulterzucken übrig hat? Warum wird so laut die harte Bestrafung der Täter nach Köln gefordert, wärend hier 379 Straftäter aus der Rechten Szene immer noch rei herumlaufen?

    Wenn akzeptiert werden soll, dass die Rechten in Deutschland „nur eine Minderheit sind“, dann akzeptieren Sie doch bitte Werter Herr Knüppel auch die Tatsache, dass die ausländischen Straftäter auch „nur eine Minderheit sind“. Aber das tun sie leider nicht. Sie sprechen ganz pauschal von religiös motivierten Christenhassern, von Frauenmißachtern, von Rapefugees und Krimmigranten. Mit welchem Recht fordern sie eine Differenzierung von „besorgten Bürgern“ und Rechtsextremisten, wenn Sie doch selbst nicht in der Lage zu sein scheinen zu differenzieren? Wie erklären Sie es sich und uns, dass jede Woche tausende Pegida-Demonstranten in Teilen dieses Landes auf die Straße gehen, in denen der Ausländeranteil weit weniger als 5 % beträgt? Also aus eigenem Erleben können diese Menschen ja nicht die Angst vor der Islamisierung des Abendlandes haben. Von wem wird sie geschürt?

    Ich habe sowohl Zugang zur Deutschen als auch zur türkischen Bevölkerung. Und was ich auf beiden Seiten erlebe, läßt mir das Blut in den Adern gefrieren. Da ist auf der einen Seite der zunehmende Ausländerhaß, auf der anderen Seite das zunehmende Mißtrauen in Tolleranz und Gerechtigkeit. Wem nützt denn diese Spaltung was? Bestimmt nicht dem Frieden der Gesamtbevölkerung!

    Die Werte, die mir von beiden Seiten vermittelt wurden sind Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit, barmherzigkeit und keine Vorurteile bzw. Pauschalisierung. Ich selbst habe in meiner früheren Ehe Gewalt durch einen deutschen Mann erfahren. Gibt’s nicht? Gibt’s doch. Ist sein Verhalten aufgrund seiner Staats- und Religionszugehörigkeit nun weniger schlimm? Und doch ist mein derzeitiger Lebensgefärter wieder ein Deutscher – doch in erster Linie ein anständiger Mann, der mir nie was tun würde. Eigentlich möchte ich solche Detaills aus meinem ganz persönlichen Leben gar nicht öffentlich Preis geben. Und da ich es doch tue hoffe ich, dass sie Sie zum innehalten und sich selbst hinterfragen bewegen.

  15. Hallo Bedia: Also erst mal: Was bedeutet DTJ? Das habe ich nicht finden können, aber vielleicht hab ich auch nicht genau genug hingesehen. Was mir bei deinem Artikel über die Augenzeugin von Köln nicht ganz so gut gefällt ist, dass es ein wenig so klingt, als wüden die Frauen, die von Übergriffen und Vergewaltigung berichten, übertreiben. Zur Erinnerung: Es sind nicht diese Frauen, die über Migranten geschimpft haben, sie haben nur zu Protokoll gegeben, was sie gesehen haben, was sie erlebten. Das sind nicht die hetzenden Frauen. Drum sollte man sie nun wirklich ernst nehmen, und der Artikel der Augenzeugin, die an einem ganz anderen Ende stand ist da nicht besonders hilfreich.

  16. Goenner sagt:

    @Bedia
    Danke fuer die Links. Ich werde mich auf der Seite mal genauer umsehen, obwohl ich natuerlich schon mitkriege, dass so ein Blatt eine Zielsetzung hat, also nicht unbedingt objektiv ist – das ist allerdings absolut ok, da man das schon am Namen erkennen kann.
    @JB
    DTJ = Deutsch-Tuerkisches Journal.

  17. Bedia sagt:

    @Jens: was ich auf keinen Fall wollte ist, die angegriffenen Frauen verunglimfen oder den Eindruck erwecken, ich würde sie nicht Ernst genug nehmen. Es tut mir aufrichtig Leid, wenn die Weiterleitung des Links diesen Eindruck erweckt hat. Ich wollte versuchen zu erklären, dass nicht jeder ausländisch aussehende Mann ein Grabscher ist sondern sehr wohl in der Lage, auch eine Frau zu schützen. Die Verfasserin gibt ja selbst zu, dass sie die Geschehnisse von Ihrer Position (Ort) aus gar nicht beurteilen kann.

    @Gönner: Mich interessiert, warum Sie meinen, die Seite sei nicht objektiv? Schön finde ich, dass wir hier auf einer sachlichen Ebene diskutieren können. Ich schließe mich Jens an, wir müssen uns nicht einig sein, aber respektvoll und sachlich.

  18. @Bedia, ist mir klar, dass du die Frauen nicht diffamieren wolltest. Ich sagte nur, dass dieser Artikel nur begrenzt hilfreich zur Debatte ist, weil die Autorin sagt, man solle die Ereignisse nicht so hochpuschen, sie habe da nichts erlebt. Aber du hast recht: Als Beispiel für völlig normale, hilfsbereite arabische Männer in großer Zahl an einem Ort ist das ein wirklich guter Artikel.

  19. Goenner sagt:

    @bedia
    Wertfrei und ohne das vertiefen zu wollen (es wuerde auch zu weit weg fuehren):
    … weil solche Strukturen in den seltensten Faellen (wenn ueberhaupt jemals) objektiv sind:
    .
    https://de.wikipedia.org/wiki/World_Media_Group
    „[…]
    Sie [die WMG] gehört zu einer Unternehmensgruppe, die von der Bewegung des türkischen Predigers Fethullah Gülen beeinflusst ist. Dazu zählen neben Banken, Bildungsträgern und Universitäten vor allem weitere Medien.
    […]“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Fethullah_G%C3%BClen

  20. Goenner sagt:

    Sie haben also das Jasinna-Video gesehen und fuer gut befunden? So dachte ich es mir… 🙂

  21. Nein, ich habe die Videos noch nicht gesehen, ich habe echt noch keine Zeit dafür gehabt wegen einiger anderer Projekte. Aber ich hoffe, es passiert noch in nächster Zeit.

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