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	<title>Mein Wa(h)renhaus &#187; Musik</title>
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	<description>ein politisches Geschäft mit Käse aus Holland</description>
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		<title>Womit ich bei Suchmaschinen gefunden werde: drei wichtige Begriffe</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 05:50:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn man heute im Internet wer sein will, muss man von den Suchmaschinen bei den richtigen Begriffen gefunden werden. Nicht nur bei den Hauptbegriffen, die das Blog ausmachen und zu jedem Artikel gehören, sondern auch bei Begriffen, die einfach in &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/womit-ich-bei-suchmaschinen-gefunden-werde-drei-wichtige-begriffe/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/womit-ich-bei-suchmaschinen-gefunden-werde-drei-wichtige-begriffe/' addthis:title='Womit ich bei Suchmaschinen gefunden werde: drei wichtige Begriffe' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Wenn man heute im Internet wer sein will, muss man von den <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/suchmaschinen/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Suchmaschinen">Suchmaschinen</a> bei den richtigen Begriffen gefunden werden. Nicht nur bei den Hauptbegriffen, die das Blog ausmachen und zu jedem Artikel gehören, sondern auch bei Begriffen, die einfach in den Artikeln auftauchen. Ich verrate jetzt mal, warum mein Blog so gut besucht ist, und für welche Begriffe es berühmt ist.</p>
<p><span id="more-1095"></span>
<p>Bei all meinen Artikeln über Demokratie, Menschenrechte, Wirtschaft, Religion, Europa und viele andere Themen, bleibt es natürlich nicht aus, dass mein Blog schnell zur Berühmtheit wird. Dabei verfolgt mein Erfolg eine Doppelstrategie. Zum Einen werbe ich auf Twitter mit Überschrift und Link, bei Facebook ebenfalls, und dann gibt es da noch die Suchmaschinen. Die machen bei den Besuchern meiner inzwischen 467 Artikel als Verlinker rund 60 % aus. Rund 50 Sekunden halten sich meine Besucher durchschnittlich auf meiner Seite auf, und sie schauen sich ungefähr anderthalb Artikel an, im Durchschnitt natürlich. Jetzt aber zu den Schlagworten, die meine Seite so unendlich berühmt machen. <img src='http://blog.jens-bertrams.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Wichtigster Begriff ist &#8220;Jan Vering&#8221;, das ist ein <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/gospel/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gospel">Gospel</a>-Sänger, den ich in meinem <a title="Link zum Blogbeitrag" href="http://blog.jens-bertrams.de/2006/11/mein-atheistisches-manifest/" target="_blank">atheistischen Manifest</a> erwähnte. Offenbar wird meine Seite von vielen Gospel-Fans frequentiert, dann aber nur kurz angeschaut, denn es geht ja bei mir außer im atheistischen Manifest nicht um Gospel-Musik, und irgendwie bezweifle ich, dass ein Gospel-Fan sich in diesem Artikel besonders wiederfinden wird. Allerdings habe ich mit Jan Vering und Anderen nach dem Manifest eine spannende Debatte geführt. Noch heute erhalte ich Antworten auf diesen Text, obwohl der Kommentarbereich meines Blogs ansonsten tot ist. 2007 wusste man noch, wie man richtig kommentiert. <img src='http://blog.jens-bertrams.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Die zweite Redewendung, unter der man mich findet, ist: &#8220;<a title="Link zum Blogbeitrag" href="http://blog.jens-bertrams.de/2005/08/erinnerungen-an-meine-schulzeit/" target="_blank">Erinnerungen an meine Schulzeit</a>&#8220;. Vermutlich kommen viele Menschen darauf, diese Redewendung bei Google einzugeben, weil sie freudetrunken an die schönen Dinge ihrer <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/kindheit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kindheit">Kindheit</a> erinnert werden wollen. Leider bieten meine Artikel zu diesem Thema keinen Anlass, mit dieser Freudetrunkenheit durch mein Blog zu stöbern. Da kann ich die 50 Sekunden schon verstehen, nach denen man sich gruselnd abwendet. Aber es ist natürlich nicht so, dass es nicht auch schöne Erinnerungen an die Schulzeit geben würde, so viel zur Beruhigung. Es kommt eben darauf an, über welche Themen man schreibt.</p>
<p>Und eine dritte Redewendung möchte ich noch erwähnen, mit der mein Blog ab und an gefunden wird. Es handelt sich um &#8220;<a title="Link zum Blogartikel" href="http://blog.jens-bertrams.de/2006/11/reider-und-ausmacher-das-unbekannte-handwerk/" target="_blank">Reider und Ausmacher</a>&#8220;. Ich stamme aus <a title="Link zur Internetseite" href="http://www.solingen.de" target="_blank">Solingen</a>, und in diesen inzwischen weitgehend ausgestorbenen Berufen hat meine gesamte Familie gearbeitet. Ich finde es wundervoll, dass es Menschen gibt, die nach der Bedeutung dieser Begriffe suchen. Mein eigener Bericht dazu ist recht unvollständig, und auf Wikipedia habe ich nur den &#8220;<a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schalenschneider" target="_blank">Schalenschneider</a>&#8221; gefunden. In diesem Artikel wird der Reider ebenfalls nur kurz, und der Ausmacher, der letztlich die Messer oder Werkzeuge fertigstellt, überhaupt nicht erwähnt.</p>
<p>Was sagt mir nun die Tatsache, dass es gar nicht meine Hauptthemen sind, zu denen ich von Suchmaschinen abgerufen werde? Entweder habe ich meine Artikel schlecht beschriftet, oder aber, und auch das halte ich für wahrscheinlich, politische und gesellschaftliche Themen werden selten bei Suchmaschinen abgefragt. Könnte ich gut kochen, sollte ich ein Küchenblog eröffnen, sicher wären Themen der Unterhaltungsbranche hilfreich.</p>
<p>Aber ach: Ich kann nun mal nicht aus meiner Haut. So bleibt mir nur, die Dinge anzunehmen, wie sie nun einmal sind, und das Beste daraus zu machen. <img src='http://blog.jens-bertrams.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/womit-ich-bei-suchmaschinen-gefunden-werde-drei-wichtige-begriffe/' addthis:title='Womit ich bei Suchmaschinen gefunden werde: drei wichtige Begriffe' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>
	<p>Tags: <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/gospel/" title="Gospel" rel="tag">Gospel</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/handwerk/" title="Handwerk" rel="tag">Handwerk</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/kindheit/" title="Kindheit" rel="tag">Kindheit</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/schule/" title="Schule" rel="tag">Schule</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/suchbegriffe/" title="Suchbegriffe" rel="tag">Suchbegriffe</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/suchmaschinen/" title="Suchmaschinen" rel="tag">Suchmaschinen</a></p>
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		<title>Frohes Neues &#8211; Mein Jahr hat nur 357 Tage</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 23:42:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mein Jahr 2011 hat 357 Tage, und es endet am 11. Dezember vermutlich so gegen 18 Uhr. Das kommt euch seltsam vor? Ja, von eurem Standpunkt aus kann ich es nachvollziehen, aber für mich ist das ganz normal. Frohe Weihnachten &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2011/12/frohes-neues-mein-jahr-hat-nur-357-tage/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2011/12/frohes-neues-mein-jahr-hat-nur-357-tage/' addthis:title='Frohes Neues &#8211; Mein Jahr hat nur 357 Tage' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Mein Jahr 2011 hat 357 Tage, und es endet am 11. Dezember vermutlich so gegen 18 Uhr. Das kommt euch seltsam vor? Ja, von eurem Standpunkt aus kann ich es nachvollziehen, aber für mich ist das ganz normal. Frohe <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/weihnachten/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Weihnachten">Weihnachten</a> also und ein gutes und schönes 2012.</p>
<p><span id="more-1038"></span>
<p>Einer meiner besten Freunde erwartet einen schweren Trauerfall in der Familie. Ein Anderer hat Probleme mit Nieren, Luft und Rücken, und <a title="Link zur Seite" href="http://dasnest.klangoblog.net" target="_blank">meine Liebste</a> kann wegen ihrer Arthrose kaum laufen und hat sich ihre zweite Lebenshälfte ganz anders vorgestellt. Und doch treffen wir uns alle heute, wie jedes Jahr meist am dritten Adventswochenende, zu unserem <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/jahresfest/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Jahresfest">Jahresfest</a>. Und das zum 27. mal&#8230;</p>
<p>Im heißen Sommer, so mitte bis ende August, bekomme ich über die Mailingliste der <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/dnms/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with DNMS">DNMS</a>, so nennt sich mein engster <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/freundeskreis/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with FReundeskreis">Freundeskreis</a>, eine Mail. Kann auch sein, dass ich sie selbst schreibe. Da wird dann die Frage gestelt, wer denn in diesem Jahr das Jahresfest ausrichtet. Und als ob niemand mit dieser Frage gerechnet hätte, beginnt ein längeres, meist stilles Überlegen. Wenn sich dann die Blätter an den Bäumen bunt färben und die Tage kühler werden, begreifen wir, dass es zeit wird, auf diese essenzielle Frage eine möglichst plausible Antwort zu finden. Das Mailaufkommen in der von 9 Personen bevölkerten Liste steigt, und dann steht es eines Tages plötzlich fest. Ein bis zwei Leute nehmen die Verantwortung auf sich, den Übergang in das nächste Jahr zu organisieren, und damit beginnt das, was man bei den Christen vielleicht die Vorweihnachtszeit nennen würde.</p>
<p>Meine Freunde und ich betreiben seit August 1985 eine eigene wöchentliche Hitparade. Es war die Musik und einige andere gleiche Interessen, die uns zusammengeführt haben. Musik ist eines unserer Steckenpferde geblieben. Wenn dann mitte November jene Mail kommt, die bestimmt, welche Woche die Letzte ist, die für die Jahreshitparade gezählt wird, dann beginnt der Countdown. Meistens ist es die Woche um Nikolaus herum, in der man zum letzten Mal eine Hitparade abgeben kann, die für das laufende Jahr gezählt wird. Auch wird in dieser Mail vielleicht aufgerufen, Vorschläge für das Essen einzureichen, und meistens kommen kleine kreative Einladungen und Teaser mit. Sie sollen Freude wecken, egal, in welcher persönlichen Stimmung man gerade ist.</p>
<p>Und ganz plötzlich ist es so weit: Die letzte Liste ist abgegeben, in Marburg hier hat der Weihnachtsmarkt eröffnet, kalt und grau sind die Tage. Jetzt aber los! Schnell in die eigenen Aufzeichnungen geguckt, was man in diesem Jahr so erlebt hat, wovon die Anderen vielleicht nichts oder nicht alles wissen. Schnell nach dem Pfirsichbowlenrezept geschaut, um das Traditionsgetränk unseres Jahresfestes zu kreieren. Der Schnee dieser Zeit ist für mich die Musik, wenn kein echter Schnee da ist.</p>
<p>Das große Einkaufen setzt ein. 9 Leute möchten 3 Tage lang gemeinsam essen, möchten trinken, knabberrn. 2 Hunde wollen versorgt sein. Und weil man an den Tagen selbst nicht so viel Zeit haben wird, Essen zu kochen, muss man das ein oder zwei Tage vorher tun. Und die offizielle Jahreshitparade muss auch ausgerechnet werden. Gut, das macht ein Computerprogramm, aber man muss die Eingaben überprüfen, damit die richtigen Titel zusammengerechnet werden. Tippfehler sollte man schnell noch beseitigen. Und das Meiste davon bleibt an den Ausrichtern hängen, die Anderen sollen ja noch nichts von den Ergebnissen wissen.</p>
<p>Am Freitag vor dem dritten <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/advent/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Advent">Advent</a> stehen die Räder in unseren normalen Leben plötzlich still. Wer von uns in einem festen Arbeitsverhältnis lebt, hat sich längst für diesen Tag und den folgenden Montag Urlaub genommen, meistens jedenfalls. Gegen Abend versammeln wir uns endlich bei kleinen Knabbereien, um uns in aller Ruhe zu begrüßen und erste Erlebnisse auszutauschen. Im Hintergrund läuft Musik, die es nicht unter die Top 25 unserer Jahresliste geschafft hat. Bei dieser Gelegenheit setze ich die Bowle an: Pfirsiche, Zucker, Weinbrand, Spätlese. Am nächsten Tag wird sie aufgefüllt und vollendet werden. Aus Hamburg, Wuppertal und Marburg kommen wir zusammen, um unser persönliches Jahr gemeinsam zu beschließen, wie seit 26 Jahren.</p>
<p>Was dann an den kommenden zwei Tagen geschieht, beschreiben wir immer als &#8220;Weihnachten und <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/silvester/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Silvester">Silvester</a> an einem Tag&#8221;. Und so ist es auch. Am Samstagmorgen treffen wir uns schon früh, Um 9 oder 10 Uhr erklingt das Lied &#8220;Arrival&#8221; von ABBA, und danach die Toccata von Sky. Damit beginnt offiziell unsere Jahreshitparade. An diesem ersten Tag spielen wir die Plätze 25 bis 11, und jede und jeder hat die Gelegenheit, von den ersten drei Quartalen des Jahres zu erzählen. Da werden fröhliche Erinnerungen ausgetauscht, da wird auch hin und wieder über Trauriges geweint, man unterhält sich über kleine lustige Anekdoten, ebenso wie über große bedeutende Ereignisse. Zwischendrin machen einige einen Spaziergang mit den Hunden, Andere kümmern sich ums Essen, ich vervollständige die Bowle. Später erklingen Lieder, mal laut und schmetternd, mal leise und eindringlich, immer mit eigener Stimme gesungen. Manchmal haben sie etwas mit Weihnachten zu tun, manchmal aber auch nicht. Ein Lied wie &#8220;Süßer die Glocken nie klingen&#8221; kann auch für Nichtchristen eine erhebende Erfahrung sein, wenn es in feierlicher Stimmung von einem kleinen, fürs Leben verschworenen Kreis lieber Menschen gesungen wird.</p>
<p>Meist endet der Hitparadenteil des Tages mit dem Lied &#8220;Martins ganz einsame Weihnachten&#8221; von Dieter Krebs. Dann essen wir und trinken die Bowle, die ich gemacht habe. Der späte Hundespaziergang beendet den ersten Tag.</p>
<p>Und der zweite ist ganz ähnlich: Er beginnt oft mit &#8220;There&#8217;s a River&#8221; von Steve Winwood, aber die Ausrichter können sich das natürlich aussuchen. Wieder spricht man über den Rest des Jahres, hält eine Gesamtrückschau ab, unterhält sich, teilt Freund und Leid und genießt die Top 10 des jahres. Was wohl in diesem Jahr unser großer Hit sein wird? Das Schöne an dieser Hitparade ist, dass Jeder alles wählen kann. Da findet man Klassik neben Hardrock, Schlager der siebziger und achtziger Jahre neben Musik aus Brasilien, Spanien, Afrika, den Niederlanden und vielen anderen Ländern. Diese musikalische Vielfalt gefällt uns an unserer eigenen Hitparade, denn wir öffnen uns gegenseitig Türen zu vielseitiger Musik, und in so manchem Fall dadurch auch zu anderen Kulturen und Lebensweisen.</p>
<p>Und mit einem Mal ist es geschehen. Der Platz 2 ist gespielt, wir haben das Jahr in Kurzform noch einmal durchlebt. Mit unserer tätigen Mithilfe haben die Ausrichter das Essen auf den Tisch gebracht, nachher den Abwasch erledigt und für gute Stimmung gesorgt. Dann beginnt der von uns so genannte &#8220;traditionelle Teil&#8221; des Jahresfestes. Er ist immer gleich: Zuerst ertönt ein Teil der Wassermusik von Georg Friedrich Händel, währenddessen gibt der Ausrichter den Jahressieger der Hitparade bekannt. Manchmal kann man ihn erraten, wenn man die Wochenlisten einigermaßen verfolgt hat. Aber es gibt eigentlich jedes Jahr Leute, die keine Ahnung haben, welches Lied es denn sein wird, und für die es eine Überraschung ist. Nach der Verkündung wird das Lied gespielt. Und während es erklingt stellen die Ausrichter auf dem Tisch, um den wir sitzen, die mit Likör gefüllten Gläser bereit. Sobald unser Platz 1 verklungen ist, wird das Lied &#8220;Happy new year&#8221; von ABBA gespielt, und wir erheben uns, stoßen miteinander an und begrüßen das neue Jahr.</p>
<p>Ja, für uns beginnt in diesem Moment das neue Jahr. Weihnachten uns Silvester waren in diesen zwei Tagen, und wenn wir vom 25. Dezember oder vom 31. Dezember sprechen, nennen wir es oft das &#8220;Kalenderweihnachten&#8221; oder das &#8220;Kalendersilvester&#8221;. Ich für meinen Teil muss manchmal aufpassen, in Gesprächen mit anderen Menschen nicht zu behaupten, das neue Jahr habe schon angefangen. Das hat nichtts mit einem Spleen zu tun. Sondern das geschieht, weil ich die inttensive Erfahrung, die man mit Weihnachten und dem <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/jahreswechsel/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Jahreswechsel">Jahreswechsel</a> verbindet, tatsächlich bereits hinter mir habe, genau wie meine Freunde. Konsequenterweise dürfen ab der Woche nach der Jahreshitparade bei uns auch wieder Einzellisten eingereicht werden, die dann aber schon für das Folgejahr gelten, obwohl immer noch Dezember ist. Diese Tage um den dritten Advent sind für uns der Höhepunkt und Abschluss des Jahres.</p>
<p>Oft empfinden wir große Erleichterung und Freude in diesen Stunden, so gegen 18 Uhr am dritten Advent, wenn &#8220;Happy new Year&#8221; verklungen ist. Wir unterhalten uns über unsere Ideen für das begonnene Jahr, wir singen gemeinsam ein Lied, dann läuft &#8220;Töne sind verklungen&#8221; von Peter Maffay aus &#8220;Tabaluga und das leuchtende Schweigen&#8221;. Und mit der Toccata endet unser Jahresfest, wie es knapp 2 Tage zuvor begonnen hat.</p>
<p>Was immer uns in unserem Leben geschieht, dieses gemeinsame Wochenende gibt Kraft und Freude. Viele Jahre lang hat uns das Lied &#8220;Der Turm&#8221; des jüngst verstorbenen <a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Hirsch" target="_blank">Ludwig Hirsch</a> begleitet. Den Text dieses Liedes haben wir immer gern gehört, und ein wenig haben wir uns in ihm gefunden:</p>
<p>&#8220;Ich weiß noch genau, ich war vielleicht 5 Jahre alt, da hab ich mir von Mutter einen Strumpf über den Kopf gezogen, bin damit runter zur Milchfrau und hab gebrüllt: &#8220;Fruchtjogurt oder Leben&#8221;. Sie haben mich zur Strafe den ganzen Tag in mein Zimmer gesperrt, die Vorhänge zugezogen, die Glühbirne aus der Fassung geschraubt und mich mit der Dunkelheit und einer Fliege, die da irgendwo zwischen Vorhang und Fenster herumlärmte, allein gelassen. Und ich hab mich hingesetzt und begonnen, aus meinen Träumen einen Turm zu errichten, einen Turm, bis zum Himmel hoch. Und ich und meine Freunde, der Franz, der Jakob, der Thomas und auch die kleine Hilde, wir liefen durch die Straßen und riefen alle Kinder der Welt zusammen und luden sie ein, mit uns in den Turm zu ziehen. Ja und das taten sie dann auch. Und wir sprachen alle die gleiche Sprache, lebten frei und glücklich, bis zum Himmel hoch, und niemand konnte uns stören dabei, denn vor dem großen Eingangstor war eine gewaltige, feuer speiende Fliege postiert, die uns beschützte.<br />
Und ich weiß noch genau, plötzlich polterte mein Vater ins Zimmer mit seinen schwarzen, schweren Schuhen, die er immer trug. Er riss die Vorhänge auf, schraubte die Glühbirne in die Fassung, erschlug die Fliege und rief: &#8220;Ausgeträumt, mein Sohn, raus!&#8221;. Da fiel mein Turm in sich zusammen, und alle Kinder der Welt waren wieder wie auf einen Schlag über die ganze Erde verstreut, und keiner verstand mehr die Sprache des Anderen.<br />
Und ich ging runter auf die Straße, traf dort den Franz, den Jakob, den Thomas und die kleine Hilde und erzählte ihnen meine Traumgeschichte.<br />
Und an diesem Nachmittag beschloss der Franz, nicht Verhaltensforscher, sondern Ziegelhersteller, der Jakob nicht mehr Astronaut, sondern technischer Zeichner zu werden, der Thomas beschloss, Architektur zu studieren, die kleine Hilde wollte sowieso immer Maurer lernen, und ich beschloss, ganz einfach Träumeerzähler zu werden. Und wir schworen uns hoch und heilig: Bald, sehr bald bauen wir uns einen Turm, einen Turm bis zum Himmel hoch.&#8221;</p>
<div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2011/12/frohes-neues-mein-jahr-hat-nur-357-tage/' addthis:title='Frohes Neues &#8211; Mein Jahr hat nur 357 Tage' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>
	<p>Tags: <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/advent/" title="Advent" rel="tag">Advent</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/dnms/" title="DNMS" rel="tag">DNMS</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/freundeskreis/" title="FReundeskreis" rel="tag">FReundeskreis</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/jahresfest/" title="Jahresfest" rel="tag">Jahresfest</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/jahreswechsel/" title="Jahreswechsel" rel="tag">Jahreswechsel</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/silvester/" title="Silvester" rel="tag">Silvester</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/weihnachten/" title="Weihnachten" rel="tag">Weihnachten</a></p>
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		<title>Mine is the last voice that you will ever hear</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Apr 2011 18:17:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einen Monat ist es her, dass das schreckliche Erdbeben mit Tsunami und Atomkatastrophe über Japan herein brach. In Deutschland hat sich die Lage inzwischen wieder ein wenig beruhigt. Der Alltag kehrt zurück. Damit das nicht geschieht, damit nicht einfach alles &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2011/04/mine-is-the-last-voice-that-you-will-ever-hear/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2011/04/mine-is-the-last-voice-that-you-will-ever-hear/' addthis:title='Mine is the last voice that you will ever hear' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Einen Monat ist es her, dass das schreckliche Erdbeben mit Tsunami und Atomkatastrophe über Japan herein brach. In Deutschland hat sich die Lage inzwischen wieder ein wenig beruhigt. Der Alltag kehrt zurück. Damit das nicht geschieht, damit nicht einfach alles so weitergeht, möchte ich von einer Stimme erzählen.<span id="more-456"></span>Ein warmer Sommerabend im Jahre 1984: Ich lag auf meinem Bett in meinem Zimmer in unserem Ferienhäuschen in den Niederlanden. Mein Radio lief, und ich drehte am Senderwahlknopf. Bei einem dieser kleinen belgischen Musiksender blieb ich hängen: Radio Atlantis, Radio Speedway oder Radio Veronica anders, ich weiß es nicht mehr. Sphärische Musik klang auf, ich lauschte. Als ich den Sprecher hörte, erinnerte ich mich an die Maxiversion von &#8220;Two Tribes&#8221; von Frankie goes to Hollywood, ein derzeit sehr bekanntes und beliebtes Lied. Der Sprecher klang genau wie der Schauspieler, der in &#8220;two tribes&#8221; aus einem britischen Leitfaden für den Fall eines Atomkrieges oder einer anderen Atomkatastrophe zitierte. &#8220;If your Grandma or any other member of the family should die whilst in the shelter from contamination, put them outside, but tag them first for identification purposes&#8221;, las die Stimme. Dann eine Pause, während die Sphärenmusik sich fortsetzte. Und dann die Worte, die ich mein Leben lang nicht mehr vergessen werde: &#8220;Mine is the last voice that you will ever hear. &#8211; Do not be alarmed&#8221;. Sie schienen aus dem Hintergrund zu kommen, doch bei der Wiederholung kamen sie näher. Es klang wie eine Stimme aus dem Radio. &#8220;Meine Stimme wird die Letzte sein, die Sie jemals hören werden.&#8221; Denn, so müsste der Text sich fortsetzen, und er tut es seit jenem Abend auch in meinem Kopf, &#8220;denn Sie werden Sterben durch einen Atomschlag oder einen Reaktorunfall. Gleich ist alles vorbei, konzentrieren Sie sich auf meine Stimme.&#8221; Die Bilder, Szenarien und Ideen in meinem Kopf machten sich selbstständig. Die letzte Stimme, grauenhafter Strahlentod, grenzenlose Einsamkeit am Ende eines wertlos gewordenen, vergeblich gelebten Lebens. Nichts wird man retten oder bewahren können.</p>
<p>Ich möchte nicht, dass irgendjemand auf der Welt an irgendeinem Tag der Geschichte so vor dem Radio sitzen muss, um die letzte Stimme seines Lebens aus dem Lautsprecher zu hören. Seit diesem Tag im Jahre 1984 hörte &#8220;Two Tribes&#8221; für mich auf, ein ganz normales Lied zu sein. Noch ein dreiviertel Jahr vorher konnte ich mich nicht entscheiden. Damals wurde im Bundestag über die Stationierung neuer amerikanischer Mittelstreckenraketen beraten. Als Anhänger der abgelösten Bundesregierung unter Helmut Schmidt war ich irgendwie für diesen Beschluss. Man musste dem Ostblock etwas entgegen setzen, denn in einer sozialistischen Diktatur wollte ich nicht leben. So ungefähr dachte ich damals, im Alter von 14 Jahren. Aber andererseits faszinierten mich die Grünen, und ich bewunderte, dass sie es schafften, so viele Menschen für Frieden auf die Straße zu bringen. Und als ich während dieser Bundestagssitzung die grüne Abgeordnete Petra Kelly sprechen hörte, die von den Schrecken in Hiroshima berichtete, wurde ich sehr nachdenklich. Der Schrecken einer Atombombe war für mich eher abstrakt gewesen, denn ich ging ja fest davon aus, dass sie nie eingesetzt werden würde.</p>
<p>Im Sommer 1984 dann, als in Deutschland das Strategiespiel &#8220;Fulda Gap&#8221; gespielt wurde, in dem es um einen Atomkrieg auf deutschem Boden ging, und als ich dieses kleine Stück Musik im Radio hörte, packte mich das Grauen. Und es hat mich seither nicht verlassen.</p>
<p>&#8220;Mine is the last voice that you will ever hear. &#8211; Do not be alarmed.&#8221; Und wir sind selbst schuld. Wir sind schuld, wir alle, die wir uns nicht energisch genug gewehrt haben. Schon greift wieder die allgemeine Lethargie um sich, einen Monat nach dem schrecklichen Erdbeben, dem Tsunami und der Atomkatastrophe in Japan. Noch vor drei Wochen hat man in Deutschland aus Angst ums eigene Überleben wie verrückt Geigerzähler gekauft, heute freut man sich vermutlich wieder auf die britische Traumhochzeit am Monatsende. Aber: &#8220;Mine is the last voice that you will ever hear. &#8211; Do not be alarmed!&#8221;</p>
<p>Japan kann überall sein. Heute gehen in Marburg vermutlich noch 600 Menschen gegen Atomkraft auf die Straße, vor 3 Wochen waren es 850. In 3 Wochen werden es 300 sein. Und damit ist Marburg noch richtig gut dabei, in Berlin und anderen Großstädten waren es weniger. Natürlich: Den Atomtod sieht man nicht, wenn er kommt, er ist nicht greifbar, und die Medien haben mit ihrem Getöse ohne Inhalt ein Übriges getan. Schon kann die Politik wieder zurück rudern. Wenn das Moratorium vorbei ist, wird kaum noch jemand etwas gegen die wieder eingeschalteten Kraftwerke haben, außer den ewig unzufriedenen Berufsdemonstranten natürlich.</p>
<p>Während man hier wieder den gewohnten Tätigkeiten nachgeht, erhöht sich in Japan immer noch die Radioaktivität. Das Problem ist nicht ausgestanden, weil im Augenblick kein Reaktor explodiert. Mit der Kernschmelze fängt das eigentliche Problem erst an, es ist danach nicht vorbei. Warum begreifen die Menschen das nicht? Ich jedenfalls werde mich dagegen stellen, dass alles wieder einfach im Alltagseinerlei verschwindet. Auch wenn es gegen das Format ist, auch wenn es nervt: wenn ich eine Sendung bei Ohrfunk moderiere, selbst eine Musiksendung, wird ein Hinweis auf die Atomgefahr nicht fehlen. Es soll nämlich nerven! Es soll aus dem täglichen Unterhaltungsbrei reißen, denn es ist fünf vor zwölf, oder eigentlich noch etwas später.</p>
<p>Atomkraft ist weder die Energiequelle der Zukunft, noch eine Brückentechnologie. Sie ist der Fluch der Menschheit. Und nur ein risikofreudiger Charakter, dessen Geldgier gesellschaftliche Verantwortung nicht zulässt, kann sie befürworten und betreiben. Atomkraft muss weg, denn sie behindert die Entwicklung wirklich neuer und nachhaltiger Energiequellen. Die aber brauchen wir, wenn wir irgendwann in einer gewissen Sicherheit leben wollen. Mit dem Atommüll haben wir ohnehin genug zu tun für die nächsten 100.000 Jahre.</p>
<p>Ich habe diesen Abend nie wieder vergessen. Aus meinem eigenen Radio schallte mir eine Stimme entgegen: &#8220;Mine is the last voice that you will ever hear. &#8211; Do not be alarmed.&#8221; Eine plötzliche Schrecksekunde, ein kalter Schauer, und vor meinem geistigen Auge entstand eine plastische Szene. Ich, am selben Ort, mit dem selben Radio, am selben Abend. Eltern und Nachbarn schon von den tödlichen Strahlen dahin gerafft, nur die Vögel singen noch in den umliegenden Sträuchern. Mit jedem Atemzug sauge ich den Tod ein, den schnellen Tod, denn ich habe die Atombombe zwar überlebt, oder den Reaktorunfall, werde aber binnen weniger Stunden an Strahlenkrankheit sterben. Wird mir da nicht schon schlecht, als ich im Radio diesen ruhigen Sprecher höre, den Mann, der eine Sendung zur Beruhigung der totgeweihten moderiert? Eine Sendung, damit wir nicht so allein sind? Irgendwo aus einem Tiefbunker in der Eifel vielleicht? &#8220;Meine Stimme ist die letzte, die Sie je hören werden, bitte bleiben Sie ruhig.&#8221; &#8211; Und vielleicht sagt er noch: &#8220;Sie sind nicht allein.&#8221; Und in mir schreit es. Warum habe ich gelebt? Warum habe ich für irgendetwas gekämpft? Warum waren überhaupt Menschen bemüht, die Welt zu verändern, wenn doch spätestens seit 40 Jahren, seit dem Abwurf von Hiroshima und Nagasaki, alles vorherbestimmt war?</p>
<p>An diesem Abend habe ich endgültig den Unsinn atomarer Nachrüstung, ja überhaupt atomarer Waffen begriffen. Abschreckung? Welch ein Hohn. Es war, das sage ich auch heute noch, nicht die Abschreckung, nicht die Rüstung, die uns gerettet hat. Oder nur sehr zynisch indirekt. Die hohen Rüstungsausgaben zwangen die Sowjetunion zu einer Neuausrichtung ihrer Politik, und so kam Michail Gorbatschow an die Macht. In diesem Sinne hatte die Atomrüstung ihren verqueren Sinn. Nein: Die Abschreckung hat den kalten Krieg nicht beendet, und die Atomreaktoren haben uns nur in einer Hinsicht eine strahlende Zukunft beschehrt.</p>
<p>Als ich mich an diesem Abend im Sommer 1984 von meinem Schauder erholte, wusste ich, wie sehr die Menschheit mit dem Feuer spielt. Einige Jahre später habe ich dann das sehr gute Buch &#8220;Die Wolke&#8221; von Gudrun Pausewang gelesen. Es erzählt die Geschichte eines Mädchens, das bei einer Reaktorkatastrophe seine Familie verlor und sich die kommenden Monate durchschlagen musste. Es war eine sehr plastisch geschilderte Geschichte, bei der ich viele Male schlucken musste. Das ist keine abstrakte Unwirklichkeit. Wenn in Biblis geschieht, was in Fukushima geschah, ist es praktisch Wirklichkeit geworden. Ich habe oft darüber nachgedacht, was ich in einem solchen Moment tun würde, wo die ganze Stadt flieht, wo die Geschäfte geplündert werden, wo es keinen Platz mehr in den Zügen gibt, wo eine Massenpanik um sich greift. Ich glaube, ich würde einfach zuhause bleiben und resignieren müssen. Wer würde sich schon mit einem, oder gar zwei, blinden Menschen bei seiner Flucht beladen?<br />
Und dann könnte es sein, dass ich an einem schönen, sonnigen Tag, an dem die Vögel draußen in den Sträuchern singen, vor dem Radio sitze, vielleicht mit einer Tasse Kaffee neben mir. Vermutlich kann ich das Radio nur dank der Batterien betreiben, die ich habe, denn der Strom dürfte ausgefallen sein. Und vielleicht finde ich dann einen Sender mit einer Stimme, die mir sagt: &#8220;Mine is the last voice that you will ever hear. &#8211; Do not be alarmed!&#8221;</p>
<p>Atomkraft? &#8211; Nein danke!</p>
<div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2011/04/mine-is-the-last-voice-that-you-will-ever-hear/' addthis:title='Mine is the last voice that you will ever hear' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>Keine tags in diesem Beitrag.]]></content:encoded>
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		<title>Ein kurzer Blick in die alte Heimat</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Oct 2010 18:29:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Beitrag ohne Politik und ohne Motzerei erwartet euch, ein Beitrag mit Nostalgie und ein wenig Sehnsucht und Schmerz, aber nur so viel, dass die Erinnerung schöner strahlt.Ich bin ein wenig krank. Es war schlimmer diese Woche, jetzt klingt es &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2010/10/ein-kurzer-blick-in-die-alte-heimat/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2010/10/ein-kurzer-blick-in-die-alte-heimat/' addthis:title='Ein kurzer Blick in die alte Heimat' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Ein Beitrag ohne Politik und ohne Motzerei erwartet euch, ein Beitrag mit Nostalgie und ein wenig Sehnsucht und Schmerz, aber nur so viel, dass die Erinnerung schöner strahlt.<span id="more-399"></span>Ich bin ein wenig krank. Es war schlimmer diese Woche, jetzt klingt es ab. Ich bin langsam auf dem Weg der besserung, und ich bin allein. Meine Liebste besucht einen Freund und geht auf ein Konzert.</p>
<p>Als ich heute Nachmittag hinaus ging auf unseren Balkon, strahlte mich die Sonne an, und es war fast sommerlich warm. Ich setzte mich in meinen Gartenstuhl und ließ mich von der Sonne bescheinen. Ab und an hörte ich ein paar Vögel, ab und an ein paar Stimmen. Und ganz weit weg klang leise ein Radio. &#8211; Und das Zeittor sprang geradezu auf und sog mich unwiderstehlich auf die andere Seite &#8230;</p>
<p>&#8230; Als ich hinaus ging auf unsere Terrasse, strahlte mich die Sonne an, und es war sommerlich warm. Ich setzte mich in meinen Gartenstuhl und ließ mich von der Sonne bescheinen. Ab und an hörte ich ein paar Vögel, ab und an ein paar Stimmen. Und vom See oder einem der Nachbarhäuser klang ein Radio herüber. Und die Kinder planschten im Wasser, wie an jedem warmen Tag, fuhren Schlauchboot und johlten. Nachrichten klangen aus dem Radio, dann Werbung, und dann begannen, wie jeden Freitag um 3, die niederländischen Top 40.<br />
Ich stand auf und holte mein eigenes Radio heraus, schloss es an, schaltete es ein, ließ mich zurück in meinen Gartenstuhl sinken und lauschte wie jedes Wochenende der Stimme des Radiomoderators Lex Harding oder Erik de Zwart, der die Top 40 moderierte. &#8230;</p>
<p>&#8230; Und von einer plötzlichen Eingebung getrieben stand ich auf, holte meine Funkbox, schloss sie an, schaltete sie ein, rief am Computer &#8220;Radio Veronica&#8221; auf, setzte mich wieder in meinen Gartenstuhl auf dem Balkon und lauschte, wie schon seit vielen Jahren nicht mehr, dem Radiomoderator Erik de Zwart, der Ausschnitte aus alten Top-40-Sendungen präsentierte.</p>
<p>Ich werde es wohl nie in meinem Leben ganz verwinden. Als ich 13 Jahre alt war, kauften meine Eltern auf dem niederländischen Campingplatz <a title="Rekreatiepark de Heelderpeel" href="http://www.heelderpeel.nl" target="_blank">Heelderpeel</a> ein kleines Zelthaus für etwas mehr als 1000 Mark. Mein Vater verbrachte die nächsten sieben Jahre, die letzten seines Lebens, damit, für sich und unsere Freunde den Baumeister zu spielen, er baute unser eigenes Haus zu einem stabilen Holzhaus um und vergrößerte es auf das knapp dreifache. Für Freunde baute er ebenfalls, natürlich zusammen mit Anderen. Es entstand eine schöne Nachbarschaft und intensive Freundschaften. Ich selbst machte Heelderpeel zu meiner zweiten Heimat. Mit 2 Freunden erlebte ich spannende kleine Abenteuer, durch Gespräche mit den Nachbarn und durch das Radio lernte ich niederländisch. Jedes Jahr nahm ich an einer sogenannten Talentenjagd teil, wo ich Keyboard spielte und sang und manchmal einen Preis gewann. Freunde und Freundinnen, die ich in Marburg kennen lernte, kannten mich erst richtig, wenn sie mich in Holland sahen, wo meine Eltern und ich jede freie Minute verbrachten. Auch als mein Vater gestorben war. &#8211; Auch nachdem mein Bruder gestorben war. &#8211; Auch als unsere ältesten Freunde den Campingplatz verließen. &#8211; Auch als meine Mutter krank wurde. &#8211; Solange es ging ging sie jeden Freitag Abend in die Kantine und spielte Bingo. Und ich? Meine Leidenschaft war das Radiohören. Nicht nur: Nach und nach entdeckte ich die niederländische Politik, ich war oft mit Freunden in der Umgebung unterwegs, abends feierten wir im Sommer herrliche Grillfeste mit geselligem Beisammensein. Nachts fiel der Regen beruhigend auf das Zeltplanendach unseres Hauses. Und die Welt war Frieden. &#8211; Tagsüber saß ich bei Regen oft im Haus, wenn ich zum Beispiel <a title="Link zu Radio Veronica" href="http://www.radioveronica.nl" target="_blank">Radio Veronica</a> hörte, im Sommer draußen auf der Terrasse, auf demselben Gartenstuhl, der heute auf unserem Balkon steht und schon 25 Jahre alt ist.</p>
<p>Meine Mutter starb 20 Jahre, nachdem wir das haus gekauft hatten, es gehörte nun meiner Liebsten und mir. Zusammen mit einem Freund versuchten wir, es zu erhalten, aber niemand von uns konnte die Reparaturen ausführen, die notwendig wurden. Und leider war der Kontakt zum Großteil meiner noch lebenden Familie durch Streitigkeiten abgebrochen. Niemand konnte uns helfen. Am Ende bestand Einsturzgefahr&#8230;</p>
<p>&#8230; Und so mussten wir Heelderpeel nach 24 Jahren verlassen, es war, wie ins Exil zu gehen. Für 90 Prozent des von meinen Eltern gebildeten Hausrats hatten wir keine Transportkapazität, und wir mussten noch Geld dafür bezahlen, dass man das Haus, das mein Vater mit so viel Mühe gebaut hatte, einfach abriss. Wie gesagt: Ich werde es wohl nie ganz verwinden. Es ist grausam, nie wieder von den Eichhörnchen geweckt zu werden, die über das Dach laufen und nach Nüssen jagen, oder von den Vögeln im Frühling, oder den Fröschen im See. Und obwohl ich einen Computer habe, habe ich fast nie wieder holländisches Radio gehört seither, &#8230; bis heute. Eine Funkbox, eine Tasse Kaffee und ein warmer Frühherbstnachmittag auf dem Balkon haben es möglich gemacht.</p>
<p>Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, einen Ort haben, der für Sie Heimat und Frieden ist, lassen Sie dies nie Routine und Alltag werden, genießen Sie jede Sekunde, halten Sie es fest. Es sind Schätze, die man sonst oft erst zu schätzen weiß, wenn sie vergangen sind.</p>
<div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2010/10/ein-kurzer-blick-in-die-alte-heimat/' addthis:title='Ein kurzer Blick in die alte Heimat' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>Keine tags in diesem Beitrag.]]></content:encoded>
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		<title>Ich möchte&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 19:02:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bloggen]]></category>
		<category><![CDATA[Computer und Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Die Niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten aus dem Radio]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich sage euch, was ich möchte: Ich möchte! Ich möchte mal wieder Stundenlang bloggen und die Blogs anderer Blogger lesen. Ich möchte wieder Blogeinträge schreiben, weil mir die Themen gefallen, nicht weil ich einen Kommentar für den Sender geschrieben habe. &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2010/01/ich-mochte/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2010/01/ich-mochte/' addthis:title='Ich möchte&#8230;' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Ich sage euch, was ich möchte:</p>
<p><span id="more-319"></span></p>
<p>Ich möchte!</p>
<p>Ich möchte mal wieder Stundenlang bloggen und die Blogs anderer Blogger lesen.</p>
<p>Ich möchte wieder Blogeinträge schreiben, weil mir die Themen gefallen, nicht weil ich einen Kommentar für den Sender geschrieben habe.</p>
<p>Ich möchte morgens vom Fauchen einer Kaffeemaschine wach werden und nicht vom Wecker, der mich zur Arbeit für den Sender ruft.</p>
<p>Ich möchte Mails lesen, weil ich mich mit Freunden, Bekannten und interessanten Personen über Politik, Geschichte, Musik und andere Themen austausche, und nicht weil ich mich mit Kollegen streite oder ein Interview anbahne.</p>
<p>Ich möchte in einer Science-Fiction-Newsgroup über den Fortgang der Perry-Rhodan-Serie spekulieren.</p>
<p>Ich möchte morgens beim Frühstück sitzen und eine schöne CD hören, oder dem holländischen Radio lauschen, wie in alten Zeiten, und nicht zwischen Tür und Angel ein Brot essen, bevor das nächste Interview geschnitten wird.</p>
<p>Ich möchte ruhig sitzen bleiben, wenn das Telefon klingelt.</p>
<p>Ich möchte den Abend bei guter Musik, einem Gläschen Wein, einem interessanten Film oder guten Freunden verbringen, anstatt zu Vorstandssitzungen zu gehen, Sendungen zu fahren und deprimierende Mails zu lesen.</p>
<p>Ich möchte am Samstagnachmittag mit meinen Freunden eine Hitparade ausspielen, anstatt mir Gedanken über das sonntägliche Infocafé machen zu müssen.</p>
<p>Ach ich möchte&#8230;</p>
<p>Ich möchte an einem schönen Sommertag in Holland auf unserer Terrasse sitzen, die Kinder im See planschen hören, die Vögel sollen in den Bäumen zwitschern, aus der Ferne soll Radio 1 erklingen, und ab und an die Vogelscheuchen von den Feldern.</p>
<p>Ich möchte abends über die Sandwege gehen, die Menschen auf ihren Terrassen und vor ihren Grills sitzen sehen, möchte hören, wie sie sich unterhalten und lachen, möchte sie draußen gemächlich entlangspazieren sehen, und es riecht nach Heu und Wald und Vieh.</p>
<p>Ich möchte mal wieder in Ruhe eine Geschichte schreiben, die ich dann vielleicht mal im Internet veröffentliche.</p>
<p>Aber wenigstens möchte ich&#8230;</p>
<p>Dass das, was ich stattdessen tue wieder Spaß macht,</p>
<p>dass wir an einem Strang ziehen,</p>
<p>dass wir ein Ziel haben,</p>
<p>dass 4 Jahre nicht umsonst gewesen sind,</p>
<p>dass manche Menschen nicht so kleinkariert sind,</p>
<p>dass ich mit Freude an die Arbeit gehen kann,</p>
<p>dass ich keine Angst vor dem, sondern Lust auf das Radio hab.</p>
<p>Aber&#8230;</p>
<p>sicher sind dies nur die Ausgeburten eines gefrusteten Hobbyjournalisten und Amateurradiomachers, und wahrscheinlich sieht morgen, übermorgen, nächste Woche oder wann auch immer alles wieder ganz anders aus.</p>
<p>Don&#8217;t listen to me<br />
This wasn&#8217;t ment to be no sad song&#8230;</p>
<p>© 2010, Jens Bertrams.</p>
<div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2010/01/ich-mochte/' addthis:title='Ich möchte&#8230;' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>Keine tags in diesem Beitrag.]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mein persönlicher Jahresausklang beginnt &#8211; über unser Jahresfest</title>
		<link>http://blog.jens-bertrams.de/2009/12/mein-personlicher-jahresausklang-beginnt-uber-unser-jahresfest/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Dec 2009 16:34:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern habe ich den folgenden Artikel schon auf meinem anderen Blog veröffentlicht. Für meine Stammleser hier möchte ich ihn aber auch zugänglich machen. Während ich hier mit Schnee auf meine Freunde warte, veröffentliche ich diesen Beitrag auch hier. Noch knapp &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2009/12/mein-personlicher-jahresausklang-beginnt-uber-unser-jahresfest/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2009/12/mein-personlicher-jahresausklang-beginnt-uber-unser-jahresfest/' addthis:title='Mein persönlicher Jahresausklang beginnt &#8211; über unser Jahresfest' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Gestern habe ich den folgenden Artikel schon auf meinem <a href="http://bertrams.klangoblog.net">anderen Blog</a> veröffentlicht. Für meine Stammleser hier möchte ich ihn aber auch zugänglich machen. Während ich hier mit Schnee auf meine Freunde warte, veröffentliche ich diesen Beitrag auch hier.</p>
<p><span id="more-313"></span></p>
<p>Noch knapp 3 Tage, dann ist die magische Woche wieder beendet, und mein persönliches Jahr 2009 auch. Zeit also, sich auf die Tage zu freuen, an denen <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/weihnachten/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Weihnachten">Weihnachten</a> und <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/silvester/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Silvester">Silvester</a> auf einen Tag fallen.</p>
<p>Morgenabend, am Freitag also, wird es so weit sein. Den ganzen Tag über werden vorbereitungen laufen, Essen wird zubereitet werden, Lieder werden zusammen gesucht, Playlisten und Ablaufpläne erstellt und gedruckt. Und morgenabend, so zwischen 6 und 7, werden sie alle bei uns auftauchen, unsere engsten Freunde, um den ersten Abend des Jahresendwochenendes mit uns zu genießen. <a href="http://dasnest.klangoblog.net">meine Liebste</a> richtet in diesem Jahr unser <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/jahresfest/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Jahresfest">Jahresfest</a> aus, und darum werden sie alle 8 morgen abend an unseren Wohnzimmertischen sitzen und mit uns Schimarrao trinken, brasilianischen Matetee. Es ist der erste, inzwischen zur Tradition gewordene Programmpunkt eines Wochenendes, auf das ich mich seit Wochen freue. Nur die Geschehnisse um den <a href="http://www.ohrfunk.de">Ohrfunk</a> haben in den letzten Tagen die Vorfreude etwas getrübt, weil sich mein Kopf und meine Seele noch nicht auf das eingelassen haben, was da morgen zum 25. mal seinen Anfang nehmen wird.</p>
<p>Wie gesagt: Sie kommen zwischen 6 und 7 Uhr. Es sind unsere allerengsten Freunde, mit denen uns schon so etwas wie familiäres Zusammengehörigkeitsgefühl verbindet. 2 Programmierer, der eine aus Wuppertal, der andere aus Worms, und mehrere Leute, die in Marburg leben: ein Schriftsteller, eine Dolmetscherin und Übersetzerin mit ihrem Mann, eine gelernte Erzieherin und 2 Radiomacher. Wir werden uns begrüßen und dann an den Tisch setzen, wo unsere Dolmetscherin ihren Matetee und die zugehörigen Utensilien auspacken wird. Nachdem das Gefäß mit dem Tee zum ersten mal die Runde gemacht hat, wie eine Friedenspfeife bei den alten Indianern, werde ich aufstehen und die Bowle ansetzen, die wir Samstagabend gemeinsam trinken werden. Der Rest dieses Freitags ist gemütliches Plaudern, und es wird auch nicht so spät werden, denn am Samstag beginnt der Tag sehr sehr früh.</p>
<p>Angefangen hat all das, als ich noch in der <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/schule/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Schule">Schule</a> war. Meine damals besten Freunde und ich gründeten im August 1985 als Teil einer politischen Staatssimulation die sogenannte &#8220;Deutsch-Niederländische Medienstiftung (<a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/dnms/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with DNMS">DNMS</a>)&#8221;. Diese &#8220;Organisation&#8221; hatte die Aufgabe, für unseren Kreis eine wöchentliche Hitparade zu erstellen. Jeder von den Beteiligten gab einmal in der Woche, am Samstagmittag nämlich, seine persönlichen Top 10 ab, und einer von uns rechnete daraus die Wochenliste nach einem einfachen Punktesystem aus. Der Samstagnachmittag wurde genutzt, um die Wochenhitparade auszuspielen, und wer von den Beteiligten Lust hatte, der kam eben einfach dazu und hörte zu, erzählte etwas zu seiner Musik und genoss den Nachmittag. Am dritten <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/advent/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Advent">Advent</a> des Jahres 1985 fand dann die erste Jahreshitparade statt, und die 25 beliebtesten Plätze wurden ausgespielt. So lernten wir nicht nur die Musik der Anderen ganz gut kennen, wir hatten auch Zeit, uns wärhend der Musik darüber zu unterhalten, warum wir die Lieder gewählt hatten, was uns persönlich bewegte, und welchen Stellenwert die Musik in unserem Leben einnahm. So lernten wir einander besser kennen, und die wöchentlichen Veranstaltungen der <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/dnms/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with DNMS">DNMS</a> wurden zum Treffpunkt unseres Freundeskreises. So sehr setzte sich das in unserem Leben fest, dass wir bis heute nicht damit aufgehört haben. Einige der Leute, die dabei waren, haben gewechselt, aber vor allem in den ersten Jahren. Danach blieb die Gruppe im wesentlichen konstant, und unsere Gemeinschaft wurde enger, weit über die Musik hinaus. Wir sind ein <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/freundeskreis/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with FReundeskreis">Freundeskreis</a>, ganz egal, wie weit wir voneinander entfernt sind. Die Hitparade ist uns geblieben, auch wenn die Staatssimulation längst verschwunden ist. Und jedes Jahr am dritten Advent, oder manchmal auch am vierten, wie dieses Jahr zum Beispiel, spielen wir unsere Jahreshitparade aus. Waren es bei der ersten Jahresliste 1985 nur sechs Stunden, die mein Freund und ich brauchten, die Top 25 zu spielen, so brauchen wir heutzutage mit 8 Leuten ein ganzes Wochenende. Und zur Musik ist viel mehr hinzugekommen, denn wir berichten einander über unser Jahr, wir lassen es gemeinsam ausklingen und revue passieren.</p>
<p>Der Samstag wird für mich zwischen 5 und 6 Uhr beginnen. Denn dann werde ich mit meiner Liebsten zusammen Brötchen schmieren, damit wir ab 8 Uhr gemeinsam frühstücken können. Beim Frühstück stimmen wir uns auf das kommende Großereignis ein, und wenn alles funktioniert, sind wir guter Stimmung, wenn um 10 Uhr zunächst das Lied &#8220;Arrival&#8221; von ABBA, und dann die &#8220;Toccata&#8221; von Skyy erklingt. Damit beginnt jedes Jahr unsere Jahreshitparade, und wir spielen immer noch die Top 25 des Jahres. Früher haben wir das ganze mit Papier und Bleistift ausgerechnet, auch die Wochenhitparaden. Inzwischen haben wir natürlich ein extra dafür geschriebenes, aufwendiges Computerprogramm, das von einem unserer Mitglieder geschaffen wurde und ständig weiterentwickelt wird. Es verwaltet nicht nur die Platzierungen, sondern auch die Audiodateien, aus denen sich die Hitparade zusammensetzt. Dieses Programm ist eine absolute Meisterleistung, und wäre es nicht auf die Bedürfnisse genau unseres Kreises zugeschnitten, unser Freund könnte es als professionelle Software verkaufen. Neben der Software haben wir natürlich in diesen Zeiten eine Mailingliste, über die wir auch während des Jahres Kontakt halten, egal, ob sich Leute von uns in Portugal, Brasilien, Irland, Spanien oder Deutschland aufhalten. Und auf unserem FTP-Server kann jeder von uns die Lieder ablegen, die er oder sie in die Hitparade gewählt hat. Insofern sind wir modern geworden, trotzdem ist unsere Lust auf das Jahresfest, wie wir unsere Adventsveranstaltung nennen, nicht geringer geworden.</p>
<p>Den Tag über läuft die Musik, und zwischendrin erzählt jeder von uns sein oder ihr Jahr. Bis zum Abendessen wollen wir in der Regel bis zum Platz 11 der Hitparade vorgedrungen sein, und im Grunde sollte man drei von vier Quartalen des Jahres schon erzählt haben. Hin und wieder kommt es aber vor, dass ein Thema mehr Raum braucht, dass jemand ausführlicher und intensiver über etwas sprechen möchte. Natürlich ist dafür Zeit und Raum, denn wir sind ja vor allem eines: Sehr Enge Freunde, fast so etwas wie eine Familie. Wir kennen einander, und wir reden miteinander.</p>
<p>In den letzten Jahren ist es schon fast eine Tradition geworden, dass es als Hauptmahlzeit Reitersuppe gibt. Eine einfache, aber leckere Suppe mit Hack, Paprika, Zwiebeln, Pilzen, Ananas und solchen Dingen. Außerdem werden einige von uns wieder leckere Salate gemacht haben. Und vermutlich werden wir beim oder nach dem Essen ausgelassen lachen und singen, manchmal auch Weihnachtslieder. Und dann wird die Bowle angebrochen, die ich jedes Jahr nach einem Rezept meiner Mutter mache, die vor 7 Jahren verstarb, vorher aber 13 Jahre lang ebenfalls Mitglied dieses Kreises gewesen ist. Nicht nur, weil sie meine Mutter war, sondern weil meine Freunde und sie sich gegenseitig ins Herz geschlossen hatten. Zur Erinnerung an sie mache ich jedes Jahr ihre Pfirsichbowle, die sie auch immer zur Jahreshitparade machte, als sie noch daran teilnahm.</p>
<p>In den ersten Jahren waren wir meistens nur zu dritt oder zu viert, die wirklich bei der Jahresliste dabei waren. Listen abgegeben haben auch damals oft mehr Leute, aber zur Jahresendveranstaltung traf sich meist nur ein kleiner, verschworener Kreis. Darum brauchten wir auch nur einen Tag für das Jahresfest. Außerdem wurde noch nicht so viel erzählt wie heute. Die Vorbereitung allerdings war mindestens ebenso intensiv wie heutzutage. Damals aber vor allem deshalb, weil die Jahresliste mühsam von Hand ausgerechnet und mehrfach überprüft werden musste. Dafür haben wir uns am Anfang, als wir noch in der Schule waren, keine Sorgen ums Essen machen müssen. Das änderte sich, als alle von uns die Schule verlassen hatten. Wir  stellten fest, dass wir mit der ganzen Vorbereitung, die damals noch neben der Hitparade am selben Tag lief, 2 Tage benötigten. So entwickelte sich das ganze zu einem gemeinsamen Wochenende, das oft bis spät in die Nacht zum Montag andauert. Inzwischen werden die Essensvorberreitungen Freitags gemacht und abgeschlossen, damit es an den beiden Haupttagen keine Hektik und kein Gewusel gibt.</p>
<p>Auch der Sonntag beginnt früh. Ich habe es in den letzten Jahren einmal erlebt, dass ich mit einem meiner Freunde Samstagsnachts die Bowle fast leer gemacht habe, und am nächsten Morgen fiel das Aufstehen schwer. Aber es hilft nichts: Die Top 10 wollen ja auch noch gespielt werden. Während der Samstagabend oft mit &#8220;Martins ganz einsame Weihnachten&#8221; von Dieter Krebs endet, beginnt der Sonntagmorgen oft mit &#8220;there&#8217;s a river&#8221; von Steve Winwood. Diese halben Traditionen hat irgendwer mal angefangen, ohne zu erwarten, dass alle anderen es in den nächsten Jahren ähnlich machen würden. Aber wenn uns etwas besonders gut gefallen hat, haben wir es übernommen, und manche Dinge sind so zu ganz eigenen Traditionen geworden. Und so vergeht der Sonntag, oft mit noch etwas weniger Musik als der Samstag, mit noch etwas ausführlicheren Erzählungen, weil einem oft die Zeit, die noch nicht so lange her ist, deutlicher im Gedächtnis geblieben ist. Für das leibliche Wohl ist gesorgt, denn es ist genug übriggeblieben am Vortag, wir sind noch nie in Nöte geraten in dieser Hinsicht.</p>
<p>Am Sonntagnachmittag kommt irgendwann der Moment, der in jeder, absolut jeder Jahreshitparade, bei absolut jedem Jahresfest gleich ist, ganz egal, wer von uns das Fest ausrichtet. Wenn der Platz 2 gespielt und der Schnelldurchlauf der Plätze 25 bis 2 noch einmal verlesen ist, ertönt ein Teil der Wassermusik von Georg Friedrich Händel, die Fanfare für unseren Jahressieger. Im Anschluss wird der Platz 1 der jahreshitparade gespielt. Und während dieses Liedes füllt einer von uns die Gläser und stellt sie auf dem Tisch bereit. Und wenn der Platz 1 verklungen ist, heben wir unsere Gläser mit einem leckeren Likör und stoßen auf das neue Jahr an, natürlich begleitet von ABBA&#8217;s &#8220;Happy new year&#8221;. Für uns, diese kleine, verschworene Gemeinschaft enger Freunde, ist das Jahr damit zuende. Natürlich gehen die Meisten von uns hin und feiern das Kalenderweihnachten und das Kalendersilvester, wie wir oft sagen, aber das eigentliche Jahresende ist an diesem Sonntagnachmittag, wo wir gemeinsam auf das neue Jahr anstoßen. Einige von uns, darunter auch ich, müssen aufpassen, wenn wir in den Tagen darauf in Gesprächen mit Anderen vom &#8220;letzten Jahr&#8221; sprechen und eigentlich das noch nicht ganz abgelaufene Jahr meinen. Und konsequenterweise kann man nach der Jahreshitparade Samstags wieder eine Wochenhitparade abgeben, zum Beispiel am zweiten Weihnachtstag. Aber selbstverständlich zählt der entsprechende Samstag für die Hitparade bereits zum Jahr 2010. Wenn wir also angestoßen haben, befinden wir uns in unserem persönlichen Jahr 2010. Manchmal führt das zu seltsamen Dingen. Im Jahre 2005 war eine von uns ein ganzes Jahr in Brasilien. Sie flot im Januar 2005 und kehrte im Januar 2006 zurück. Daher verschoben wir das Jahresfest und natürlich auch die Jahreshitparade 2005 auf mitte Februar 2006, damit unsere Freundin auch anwesend sein konnte. Aus diesem Grunde hat mein persönliches Jahr 2005 14, das Jahr 2006 aber nur 10 Monate. Diesmal aber geht alles glatt, nur 6 Tage werden wir dieses Jahr überziehen, weil wir uns ausnahmsweise am 4. statt am 3. Advent treffen.</p>
<p>Nachdem wir alle vermutlich vom Gesamteindruck des zurückliegenden Jahres gesprochen haben werden, und nachdem die Gedanken über die nähere Zukunft ausgetauscht sind, erklingt das Lied &#8220;Töne sind verklungen&#8221; von Peter Maffay. Es stammt aus dem zweiten Teil des Tabaluga-Mehrteilers: Tabaluga und das leuchtende Schweigen. Es beschreibt in wunderschönen Worten, dass eben nach einem Ende nicht alles vorbei ist. &#8220;Die Freunde sind gegangen, doch die Freundschaft lebt weiter&#8221;, singt er unter Anderem, und wir spielen es eigentlich immer als letztes Lied des sogenannten traditionellen Teils unserer Jahreshitparade. Mit der Toccata endet unser Jahresfest dann, wie es anderthalb Tage zuvor begonnen hat. Dass wir dann meistens noch zusammensitzen und essen und trinken ist klar, denn die Reste müssen ja noch vertilgt werden. Und oft wird auch noch zusammen aufgeräumt, wobei unsere Programmierrer dann oft schon wieder ihren Zug kriegen müssen, damit sie am nächsten morgen frisch und ausgeruht an ihrer Arbeitsstelle erscheinen können.</p>
<p>Nach einem Jahresfest fühle ich mich eigentlich immer gestärkt fürs nächste Jahr mit all seinen Höhen und Tiefen. Und ich weiß, dass schon die Welt untergehen muss, zumindest die persönliche, um das nächste Jahresfest zu verhindern. Dieses Jahr ist es das 25., und das will schon etwas heißen. Ich kann nur jedem meiner Leser und jeder meiner Leserinnen wünschen, dass er oder sie, ja dass ihr alle in eurem Leben gute Freunde habt, auf die ihr euch verlassen könnt.</p>
<p>Ich wünsche auch euch allen ein ruhiges, friedliches und schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2010.</p>
<p>© 2009, Jens Bertrams</p>
<div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2009/12/mein-personlicher-jahresausklang-beginnt-uber-unser-jahresfest/' addthis:title='Mein persönlicher Jahresausklang beginnt &#8211; über unser Jahresfest' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>Keine tags in diesem Beitrag.]]></content:encoded>
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		<title>Mein letzter Eurovision Song Contest</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2007 09:31:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>toberbossel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Hallo, zusammen! Also eigentlich wollte ich mir den früheren Grand Prix D&#8217;Eurovision, heute nur Eurovision Song Contest genannt, in diesem Jahr nicht wieder antun. Dennoch habe ich es gestern noch einmal getan, weiß aber jetzt aber auch eindeutig, warum ich &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2007/05/mein-letzter-eurovision-song-contest/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2007/05/mein-letzter-eurovision-song-contest/' addthis:title='Mein letzter Eurovision Song Contest' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Hallo, zusammen!</p>
<p>Also eigentlich wollte ich mir den früheren Grand Prix D&#8217;Eurovision, heute nur Eurovision Song Contest genannt, in diesem Jahr nicht wieder antun. Dennoch habe ich es gestern noch einmal getan, weiß aber jetzt aber auch eindeutig, warum ich mir den letztes Jahr schon <u>eigentlich</u> zum letzten Mal angesehen haben wollte. Warum habe ich es mir dennoch angesehen?<br />
<span id="more-227"></span><br />
Zunächst einmal war da die Frage, was die Teilnehmerländer nach dem monstermäßigen Siegertitel &#8220;ardrock Hallelluja&#8221; im letzten Jahr aufbieten würden? Dann war da die Diskussion um die Existenz oder Nichtexistenz eines kulturellen Ostblocks, in dem sich ehemalige Sowjetrepubliken und die aus Jugoslawien hervorgegangenen Einzelstaaten gegenseitig die höchsten Punktzahlen zuschieben. Letzthin wollte ich wissen, wie weit eine ohne großes technisches Bremborium und schrilles Outfit auskommende Nummer, wie Roger Ciceros &#8220;Frauen regiern die Welt&#8221; in dieser Form und Ausprägung des früheren Schlagerwettbewerbes kommen kann. </p>
<p>Nun, wie oben geschrieben bin ich jetzt der Überzeugung, dass der Eurovision Song Contest mich am 12. Mai 2007 zum letzten Mal als Zuschauer gewonnen hat. Denn:</p>
<p>Zunächst einmal galt bei der in Helsinki durchaus unterhaltsam moderierten und vom finnischen Publikum euphorisch mitgetragenen Veranstaltung vordringlich der optische Eindruck, wie Tanz und Kleidung. Da ich zu 100 % sehbehindert bin konnte ich diese Aspekte des Wettbewerbs nicht erfassen. Blieb mir also die Musik. Musik? Früher hatten Grand-Prix-Titel das Zeug zu internationalen Evergreens, und die <a href="http://www.wdr2.de">WDR2-Aftershow-Party</a> mit früheren Grand-Prix-Titeln bestätigte das schmerzhaft. Doch bei diesem und dem vorangegangenen Liederwettstreit traten Interpret&#8217;innen an, die live leicht neben der Tonlage bishin zu schauderhaft gesungen haben, kamen Stücke zum Vortrag, die wohl nicht nur meiner Meinung nach eher auf irgendwelche Abtanz-und-trink-Parties gehören oder bedienten lediglich westliche Standardpopelemente, hätten also auch ohne die große Schau, der wohl wieder 100 Millionen Zuschauer in Europa beigewohnt haben, die internationalen Verkaufslisten beleben können. Da war ein schönes Irish Folk Stück eben aus Irland, einem Rekordsieger des Grand Prix, bei dem die Sängerin entweder eine schlechte Tagesform erwischt hatte oder live eben nicht so gut singen konnte, wie es der Melodie nach richtig toll gewesen wäre. Da waren ausschließlich für die Show zusammengecastete Bands und Einzelinterpreten, die die Veranstaltung als vermeintliches Sprungbrett für eine große Karriere nutzen wollten bzw. als Wettstreiter ihrer Heimatländer antraten, sich das Prestige zu verdienen, den Liederwettbewerb im nächsten Jahr ausrichten zu dürfen. Wenn das die Gewinner des zwei Tage zuvor abgelaufenen Halbfinales waren, bei dem von den 42 angetretenen Ländern die besten 20 ausgewählt wurden, zu denen dann noch gesetzte Länder wie Deutschland, Großbritannien und Spanien und wohl auch Frankreich hinzukamen, dann möchte ich gerne wissen, was an den Stücken, die es nicht geschafft haben, besser oder schlechter gewesen sein soll. Obwohl, ich kann es mir denken. Aber dazu gleich noch. </p>
<p>Natürlich gab es unter den 08/15-Stücken, die bestimmt nicht in dreißig oder vierzig Jahren noch als Grand-Prix-Evergreens gespielt werden hervorstechende Stücke, die doch noch was mit besonderer Musik zu tun hatten. Die Vertreterin aus Georgien brachte zwar einen nach westlichen Standards komponierten Titel, der jedoch durch Rhytmik und Arrangement aus den Standard-Sachen herausragte. Da waren die Vertreterinnen Bulgariens, die mit Perkussionsinstrumenten und einer meiner Meinung nach hörbaren Mischung aus Trance und Folklore und auch ohne Studiotechnik sphärisch herüberkommenden Gesang zu meinen Favoriten geworden sind, und ohne jetzt irgendwie auf Nationalstolz festgenagelt werden zu wollen, auch und vor allem die Swing-Nummer &#8220;Frauen regieren die Welt&#8221; von Roger Cicero hob sich überdeutlich von den restlichen Finalteilnehmern ab, was in früheren Zeiten durchaus zu einer hohen bis sehr hohen Platzierung gereicht hätte. Aber:</p>
<p>Eine Übereinkunft der ehemaligen Ostblockländer, sich gegenseitig die höchsten Punkte zuzuschieben gebe es nicht, so haben Fachleute im Vorfeld immer wieder beteuert. Sogesehen habe ich gestern keinen realen Wettbewerb, sondern einer Fiktion zugehört. Denn wenn es diese Allianz <u>nicht gibt</u>, wieso hatte nicht nur ich den sehr starken Eindruck, daß sich ehemalige Sowjetrepubliken und die aus Jugoslawien hervorgegangenen Einzelstaaten doch die meisten Punkte zugeschustert haben? Wie kommt dann eine Top 15 zu stande, in der ausschließlich die Vertreter aus diesen Ländern aufgeführt sind? Hinzu kommt noch, daß das Ritual der Auswertung, das heutzutage per Televoting von den Fernsehzuschauern vorangetragen wird, nur noch die drei höchstplatzierten Länder der bekanntgegebenen Listen live stattfindet, und die hinteren sieben in einem Augenblick auf den Bildschirm geklatscht werden. Also, wenn es <u> Ostallianz oder dergleichen gibt, war das gestern also nur ein gut inszenierter Fake, eine Vortäuschung falscher Tatsachen. Und falls es wider alle Beteuerungen doch eine solche gutnachbarliche Übereinkunft ehemaliger Ostblockländer gibt, war&#8217;s auch ein Fake. Dann ist nämlich klar, daß Länder wie Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien oder die Niederlande, Luxemburg, Österreich oder Italien diese größte Medienschau der europäischen Rundfunkunion mehr gewinnen können, unabhängig davon, ob sie jetzt mit hervorragend gesungenen und gespielten Liedern aufwarten oder wie gestern leider auch zu hören war, mit unzureichenden Titeln zwischen unterstem Standard und mittlerer Katastrophe präsent waren. Hinzu kommt wie oben auch schon erwähnt, daß die Lieder alle nicht mehr das Format haben, daß der frühere Grand Prix gefordert hat. </p>
<p>Dass die Serbische Interpretin Marija Serifovic mit ihrer zugegeben doch sehr schön klingenden Ballade &#8220;Molitva&#8221; den Zirkus im nächsten Jahr in Belgrad gastieren lässt halte ich deshalb noch für legitim, weil die Interpretin nicht nur aus den ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken viele Punkte bekam, sondern auch aus Ländern wie Spanien und anderen westeuropäischen Teilnehmerländern. doch wie ebenfalls oben schon erwähnt führte dieses Lied mehr als 15 Titel aus Osteuropa an, und es wirkte nicht nur auf mich so, daß sich da einige Landesvölker drauf geeinigt haben, sich gegenseitig Punkte zu geben, teils weil Bevölkerungsanteile aus Russland auch in der Ukraine leben, teils weil die Künstler aus diesen Ländern in ihren Nachbarländern sehr viel bekannter sind als es in Westeuropa der Fall ist, aber wohl auch, um es irgendwie hinzubekommen die Schau im nächsten Jahr in einem osteuropäischen Land stattfinden zu lassen, ob in der Ukraine, Weißrussland oder eben Russland. Auch daß alle 42 angetretenen Nationen die Ergebnisse ihrer Abstimmung per Telefon und SMS einbringen konnten brachte die Phalanx des ehemaligen Ostblocks nicht zum wanken. </p>
<p>Roger Ciceros Beitrag erreichte zwar nur den 19. Platz, bekam aber knapp 50 Punkte zusammen, eine Leistung, von der die Vertreter Irlands und Großbritanniens nicht einmal mehr träumen konnten, und das will was heißen.   </p>
<p>In der der großen Schau folgenden Party auf dem ersten wurde die Veranstaltung und die dabei gezeigten Titel, Personen und Aufmachungen weiterdiskutiert. Viele waren sich einig, dass irgendwas an den Abstimmungsregeln gemacht werden soll. Tja, aber was? Der beim Vorentscheid nicht zum Zuge gekommene deutsche Liedermacher und Rocksänger Heinz-Rudolf Kunze, der als Gast zu dieser Fernsehparty geladen wurde sagte, er sei empört über diese Abstimmung, wie sie zu Stande gekommen sei und hob hervor, dass ja jetzt wohl alle mitbekommen hätten, &#8220;welche Seilschaften&#8221; es beim Eurovision Song Contest gebe. Er bekundete, froh zu sein, dass er nicht wegen der Teilnahme an diesem Spektakel seine Tournee unterbrechen mußte und hob hervor, dass Roger Ciceros Titel seiner Meinung nach der Beste Beitrag gewesen sei, weil hier &#8220;Handgemachte Musik und Gesang&#8221; gezeigt worden sei. Der Deutsche Swing-Star selbst sagte in einem später per Live-Schaltung geführten Interview, er sei schon enttäuscht, weil er an und für sich zumindest mit einer Platzierung unter den ersten 10 gerechnet habe. Gut, im Grunde hat das jeder angetretene Interpret. Aber das Herkunftsland war ja dann wohl schon wichtig. </p>
<p>Gratuliere ich also jetzt einmal fair der serbischen Interpretin Marija zum Gewinn des 52. Grand Prix, öhm, Eurovision Song Contest. Es war der für lange zeit letzte Siegertitel, den ich mir live bei der Schau angehört habe. Ich werde mir diesen Quatsch nicht noch einmal angucken. Allerdings werde ich mir wohl die auf CD zusammengetragenen Titel besorgen, hoffentlich alle 42, um auch zu hören, ob es bei manchen Titeln mit einer perfekt ausgearbeiteten Studiofassung noch was zu retten gab (Irland).  </p>
<p>Für alle die, die eine eher sachlichere Berichterstattung, aber auch Schlaglichter der Veranstaltung wie Video-Clips oder dergleichen nachlesen, sehen oder hören wollen empfehle ich an dieser Stelle noch die vom NDR bereitgestellte Seite <a href="http://www.eurovision.de">www.eurovision.de</a> und wünsche euch allen einen schönen Sonntag. Wer in Bremen wohnt darf ja heute einen neuen Landtag wählen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>© <a>Thorsten Oberbossel</a></p>
<p></u></p>
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		<title>Einladung zur Maibowle</title>
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		<pubDate>Tue, 01 May 2007 09:56:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten aus dem Radio]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs, hier eine Einladung zur Ohrfunk-Maibowle am 1. und 2. Mai: Hallo liebe Hörerinnen und Hörer, Herzliche Grüße zum 1. Mai. Wir möchten Sie und Euch darauf hinweisen, dass heute Nachmittag von 14 bis 17 &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2007/05/einladung-zur-maibowle/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2007/05/einladung-zur-maibowle/' addthis:title='Einladung zur Maibowle' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs, hier eine Einladung zur Ohrfunk-Maibowle am 1. und 2. Mai:</p>
<p>
<p><span style="FONT-SIZE: 0.75em">Hallo liebe Hörerinnen und Hörer,</span></p>
<p>Herzliche Grüße zum 1. Mai. Wir möchten Sie und Euch darauf hinweisen, dass heute Nachmittag von 14 bis 17 Uhr eine Maibowle aus dem Studio Marburg präsentiert wird. Dabei sind Frühlings- und Mailieder aus verschiedenen Epochen, Vögel aus einem wunderbaren Frühling, unterhaltsame und ernsthafte Gespräche am Mikrofon über Frühling, Maifeiertage, ihre Geschichte und Bedeutung, Musik und alte Tonaufnahmen, eine gehörige Portion Humor und Gesellschaftskritik. Das alles reich mit Gemütlichkeit und Freude serviert von Markus Bruch und Jens Bertrams hier aus unserem Studio.</p>
<p>Wenn Sie nicht wissen, wie Sie den Nachmittag des 1. Mai verbringen sollen, hören Sie doch einfach rein und lassen Sie sich von uns entführen in eine bunte Welt aus Musik und Sprache, Gedichten und Humoresken zu den Themen Arbeit, Mai, Frühling und ihren Bedeutungen. Wir würden uns über Ihr geneigtes Ohr sehr freuen. Sollten Sie heute nachmittag nicht in der Lage sein, diese Sendung zu hören, so haben Sie auch morgen ab 11 Uhr noch einmal die Gelegenheit dazu. Da aus technischen Gründen unsere Zuhören-Seite hin und wieder nicht erreichbar ist, kopieren Sie zur Sicherheit doch einfach den nachfolgenden Link in Ihren Mediaplayer oder Winamp, um unsere Sendung in voller Länge und in tiefen Zügen genießen zu können.</p>
<p>Es freuen sich auf Sie und Ihre Gedanken und Reaktionen</p>
<p>Markus Bruch und Jens Bertrams.</p>
<p>Und hier der Link:</p>
<p>http://server5.digital-webstream.de:14830/listen.pls</p>
<p><span style="FONT-SIZE: 0.75em">Sollten Sie nicht über DSL verfügen, ersetzen Sie die 14830 einfach durch 6540</span></p>
<p>
<p>Copyright 2007, Jens Bertrams.</p>
<p>
<p class="zoundry_bw_tags">
  <!-- Tag links generated by Zoundry Blog Writer. Do not manually edit. http://www.zoundry.com --><br />
  <span class="ztags"></span><span class="ztagspace">Technorati</span> : Frühling, <a href="http://technorati.com/tag/Mai" class="ztag" rel="tag">Mai</a>, <a href="http://technorati.com/tag/Radio" class="ztag" rel="tag">Radio</a>, Unterhaltung</p>
<div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2007/05/einladung-zur-maibowle/' addthis:title='Einladung zur Maibowle' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>Keine tags in diesem Beitrag.]]></content:encoded>
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		<title>Mein atheistisches Manifest</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Nov 2006 08:31:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Wochenende war ich auf einem Gospelkonzert, und es war musikalisch eines der schönsten Erlebnisse der letzten Jahre. Und doch führte genau dieses Konzert dazu, dass ich seit dieser Samstagnacht für mich klar sage: Ich glaube nicht an Gott. Eigentlich &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2006/11/mein-atheistisches-manifest/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2006/11/mein-atheistisches-manifest/' addthis:title='Mein atheistisches Manifest' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Am Wochenende war ich auf einem Gospelkonzert, und es war musikalisch eines der schönsten Erlebnisse der letzten Jahre. Und doch führte genau dieses Konzert dazu, dass ich seit dieser Samstagnacht für mich klar sage: Ich glaube nicht an Gott. Eigentlich sollte so ein Erlebnis ja genau die gegenteilige Wirkung haben.</p>
<p><span id="more-165"></span></p>
<p>Es war in Kleinwinternheim bei Mainz, wo der Pop- und Gospelchor <a href="http://www.popchorn.de/" target="_blank" title="Link zu Popchorn">Popchorn</a> seine jährlichen Herbstkonzerte gab. Kleinwinternheim besteht aus Musik, und meine Liebste, die mal zwei Jahre in Mainz eine Ausbildung gemacht hat, gehört diesem Chor an. Sie sind einfach wunderbar. 120 Leute auf einer Bühne, mit einer tollen Band, hervorragend aufeinander abgestimmt, wundervolle Stimmen, eine Atmosphäre, die dich erhebt und dir manchesmal die Tränen in die Augen treibt. Eine Moderation von Chorleiter Hajo schöne, die dich zum Lachen und zum Nachdenken bringt. Perfekt. &#8211; Und mit Jan Vering ein Stargast, der inbrünstig glaubt. &#8211; Und doch: Als ich nach dem Konzert im Auto saß, nahm ich mein Notizgerät zur Hand und sprach meine Abschiedsworte an den Gott der Christen, der an diesem Abend so allgegenwärtig gewesen war, und für mich so unendlich weit entfernt.</p>
<p>
<p>Wenn ich an Religion und die Kirche denke, die tatsächliche Arbeit der Kirche, meine ich, dann fällt mir als erstes ein, dass unsere Gesellschaft ohne ihre Mildtätigkeit nicht existieren könnte. Sparwütige Politiker machen sich das zunutze und übertragen ihr mehr und mehr soziale Aufgaben. Als zweites fällt mir die erhebende und wunderschöne Musik ein. Es sind also Dinge, die mit dem Alltagsleben zu tun haben, die mir sofort in den Kopf kommen. Darum hat mein Abschied von Gott auch mit dem Alltagsleben zu tun, nicht mit der Geschichte, der Hexenverfolgung, den Kriegen im Namen Gottes, den sexuellen Übergriffen der Priester gegenüber Kindern und Jugendlichen oder anderen Missetaten, die man der Kirche zuschreiben kann. Ja nicht einmal die Unterdrückung der Frau als abstrakter Begriff ist es, die mich Abstand nehmen lässt.</p>
<p>
<p>Während des Konzerts nun trat Jan Vering auf. Er war freundlich, charismatisch, einnehmend, keineswegs unangenehm. Er hatte vor vielen Jahren eine musikalische Gospeldefinition verfasst: &#8220;Diese alten, schwarzen Lieder, voll von Elend, Pein und Tod, voller Hoffnung und voll Sehnsucht nach dem Leben, nach Glück, nach Gott.&#8221; Oder so ähnlich jedenfalls. Beeindruckend, nicht wahr? Aber ich konnte nicht anders, als plötzlich zu denken: &#8220;Oh ja. Diese Lieder haben es den schwarzen Sklaven ermöglicht, ihr Schicksal mit Würde zu tragen. Und weil Ihnen im Himmel das Paradies versprochen wurde, haben sie sich nicht aufgelehnt, sondern die Sehnsucht nach diesem Jenseits kultiviert. So ertrugen sie ihren Alltag und blieben Sklaven. Ich habe vor ein paar Tagen mal eine Aussage gelesen, die mich sehr nachdenklich gemacht hat: Religion ist es, die den Reichen ihren Reichtum und den Mächtigen ihre Macht erhält. Das ist richtig, denn sie verspricht allen Leidenden den Lohn und die Erlösung im Himmelreich, nicht auf dieser Erde. Kernstück des christlichen Glaubens ist, dass Gott seinen Sohn geopfert hat, um die Sünden von uns zu nehmen. Dafür müssen wir dankbar sein. Das wird nicht immer gesagt, aber fast immer erwartet. Zumindest wird erwartet, dass wir das selber erkennen und uns entsprechend verhalten. Gott hat, was gar nicht nötig gewesen wäre für einen barmherzigen, verzeihenden Gott, seinen einzigen leibhaftigen Sohn ausgeschickt, damit er für uns stirbt. Jetzt sind wir dran. Diesen Druck, so glaube ich ganz fest, spüren viele Christen irgendwo in sich. Ich zumindest habe ihn gespürt. Es sorgt für die Falschheit unserer Liebe, die Druck ist, Notwendigkeit, um sich einen Platz im Paradies zurückzuerobern. Ich komme später auf Jan Vering, die Musik, das Konzert und weitere Aspekte der Religion zurück, die mir dort aufgefallen sind.</p>
<p>
<p>Ich habe jahrelang in einem Internat gelebt, in dem die Religion eine wichtige Rolle spielte. 10 mal, so habe ich ausgerechnet, beteten wir am Tag. Aber der alltägliche Umgang mit uns Kindern war nicht von persönlicher Zuneigung geprägt, sondern von Druck. Der Gott unserer <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/schule/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Schule">Schule</a> war kein barmherziger, sondern ein strafender Gott, der irgendwo über uns darauf achtete, dass wir taten, was er verlangte. Ich weiß, dass es in anderen Blindenschulen noch viel schlimmer war als bei uns, aber ich habe im Laufe der Zeit gemerkt, dass alle Menschen, die an Gott glauben und eine erzieherische oder betreuende Funktion wahrnehmen, zumindest alle, die ich getroffen habe, ein rigoroses, von Regeln und Einengungen bestimmtes Regime führen, sich auf Gott berufen, um Freiheiten einzuschränken und ihre Schützlinge in die Schranken zu weisen. Wenn das nur bei uns so gewesen wäre, hätte ich es als persönliche Sache abgetan. Aber ich habe das von allen Menschen gehört, die in einer christlichen Institution erzogen oder ausgebildet wurden, wo auf den Glauben noch tatsächlich wert gelegt wurde. Von echter Barmherzigkeit, von echter Liebe, war dort nichts zu spüren. Eher von Druck, Gebote und Verbote zu erfüllen, Regeln einzuhalten und keine Fehltritte zu begehen. Das korrespondiert tatsächlich mit den Kriegen und Gewalttaten im Großen. Das zweite, was mir aufgefallen ist, ist die Art und Weise, wie wirklich religiöse Menschen ihre Menschenliebe, ihre Güte, ihre Barmherzigkeit leben. Wenn ich religiöse Menschen getroffen habe, die viel für andere Menschen tun, dann tun sie das für Gott, denn: &#8220;Was ihr dem Geringsten unter den Menschen tut, das habt ihr mir getan.&#8221; Sie sind oft im Umgang mit den Menschen, denen sie etwas Gutes tun, beflissen, professionell freundlich und mehr oder weniger missionarisch. Und irgendwie steht immer die Hoffnung im Hintergrund, dass man sich doch zum wahren Glauben bekehren möge. Damit hört ihre Handlung auf, selbstlos zu sein. Sie brauchen für ihre Liebe zu den Menschen immer einen Vermittler, diesen Gott, der ja schließlich für alle Menschen da ist, und der es nicht gern sieht, wenn man sie hängen lässt. Wer seinen Glauben ernst nimmt, weil er ihm oder ihr Kraft gibt, der ist menschenfreundlich seinem oder ihrem Gott zuliebe. Aber kommt es von Herzen? Die Menschen, die ich kenne, die mir gegenüber einfach lieb und warmherzig, freundlich und hilfsbereit sind, die etwas von sich selbst hergeben, damit es mir besser geht, sind allesamt nicht religiös, und sie erwarten nichts dafür. Mein Glück ist ihnen dank genug. Dahinter steht kein Dogmatismus.</p>
<p>Jan Vering sang am Samstagabend, weil es plötzlich raus musste, wie er sagte, Swing low. &#8220;Swing low sweet chariot. coming for to carry me home.&#8221; Und der ganze Saal sang mit. Es war für mich reine Todessehnsucht. Viele mögen nur wegen der wunderschönen Musik mitgesungen haben, wegen des Gefühls, Teil einer großen Gemeinschaft zu sein. Aber man muss doch auch darauf achten, was man da singt, oder? Die Sehnsucht, das Leben hier, mit dem man offenbar nicht klar kommt, zu beenden und zu Gott ins Paradies zu kommen, wo einem das irdische Leiden tausendfach vergolten wird. Dahinter steht die bei den Moslems noch verbreitetere Einstellung, dass man am irdischen Leben ohnehin nichts ändern kann. Schicksal, göttliche Vorherbestimmung. Aber im Paradies wird alles gut. So erträgt man sein Leid, wird sogar noch fröhlich dabei, arbeitet darum auch effektiver, und die Reichen und Mächtigen erhalten ihren Reichtum und ihre Macht. Und die, die sich nach dem Himmel sehnen, die strengen sich nicht an, auf der Erde ein erfülltes Leben zu führen. Lassen wir bei dieser Analyse mal den amerikanischen Puritanismus und Protestantismus außen vor, das ist eine Einzelerscheinung. Dort verdient man sich die Liebe Gottes durch die Anhäufung von Reichtum und Macht. Mir blieb das Lied, inbrünstig gesungen von 700 Leuten, jedenfalls im Hals stecken. Überhaupt wurden fröhliche Lieder vom Himmel gesungen. Man sang davon, dass man nur singe, weil es Gott gibt, und nur um ihm zu gefallen, singe man Lieder. Das knüpft an an das, was ich eben schon gesagt habe: Nicht für die Mitmenschen tun sie ihre Werke, sondern für Gott. Und das mit all seinen Konsequenzen. Und die scheinbar ruhige, oft charismatische Persönlichkeit eines im Glauben gefestigten Menschen sorgt oft dafür, dass viele Andere ihm nachfolgen.</p>
<p>&#8220;Die Menschen haben Gott erschaffen, und nicht umgekehrt&#8221;, hat Ayaan Hirsi Ali einmal gesagt. Und für eine andere Person, die ich kenne, ist Gott eine personifizierte Hilfskonstruktion. Ich kenne Menschen, die sagen, dass ihnen dieser Gott Kraft gibt, dass sie durch ihn in allem einen Sinn sehen, dass er sie zu den richtigen Kreuzungen ihres Lebens führt, an denen sie die Chance haben, die richtigen Entscheidungen zu fällen. Und wenn sie nur gut genug zuhören, wird ihnen auch auf irgendeine Weise bedeutet, was die richtige Entscheidung ist. Das kann ich nicht nachvollziehen. Der barmherzige Gott, der auf jeden von uns ein Auge hat, existiert nicht. Ich habe in meinem Leben einige vollkommen unnötige Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Viel zu früher Tod hat oft in meinem Leben eine Rolle gespielt. Ich habe darin für mich persönlich nie einen Sinn erkennen können. Es sei denn, ich schließe mich der Meinung an, dass hier auf Erden die Leidensfähigkeit geprüft wird, bevor man im Paradies alles tausendmal zurückerhält. Dem kann ich mich nicht anschließen. Ich finde, wir haben die Verantwortung, auf dieser Erde für ein gutes Leben zu sorgen, &#8220;uns hilft kein Gott, unsre Welt zu erhalten.&#8221; (Karat) &#8220;Das Leben ist nicht grausam, das Leben ist nicht hart. Das Leben ist gedankenlos, reine Gegenwart &#8230; Wir hören in der Ferne den wunderschönen Ton. Wir warten auf Belohnung: Welche Illusion!&#8221; (Heinz-Rudolf Kunze)</p>
<p>Als Kind habe ich an den guten, beschützenden Gott geglaubt. Durch die tragischen Ereignisse in der Familie wurde mir dieser Glaube nach und nach genommen. Und ich habe irgendwann begriffen, dass wir nur dieses Leben, nur diese Zeit haben, um sie zu genießen und aus ihr das Beste zu machen. Die Frage beschäftigte mich, woran ich wirklich Glaube. Ich empfand Religion als ein faszinierendes Thema, mit dem ich mich nach wie vor gern befasse. Manche glauben, ich hasse die Religion. Das ist nicht der Fall, aber ich versuche, ihre Auswirkungen zu sehen. Ob ich an irgendetwas lenkendes Glaube, wie meine Eltern, habe ich mich gefragt. Jetzt weiß ich, dass ich das nicht tue.</p>
<p>Die Todessehnsucht in fetzige Melodien verpackt, das habe ich in dem Konzert von Popchorn öfter gehört. Jan Vering sang ein Lied von einem Mann, der es geschrieben hat an einem Abend, als nacheinander sein Kind und seine Frau starben. Er sehnte sich auch nach dem Himmel und dem Herrn, der ihn leitete und nach Hause führte. Aber da passte für mich irgendwie diese fetzige Melodie nicht zu.</p>
<p>
<p>Die Religion ist so oft ein Instrument von Macht und Druck, dass ich keinen Sinn darin sehe, einer solchen Religion anzugehören. Das heißt nicht, dass ich mich nicht an viele der 10 Gebote halten kann, dass ich kein Mitmensch sein kann, eher im Gegenteil. Das Konzert und die religiöse Inbrunst haben mir gezeigt, dass Religion sehr oft verlogenes Handeln und sinnloses Nachgeplapper ist, und dass wir sehr oft nicht für unser diesseitiges Leben sorgen. Das aber ist das Leben, das wir leben und das wir in die Hand nehmen müssen, anstatt uns die ganze Zeit über damit zu befassen, ob wir dasselbe glauben wie unser Nachbar.</p>
<p>
<p>Jan Vering hat gesagt, dass Gnade den großen Unterschied zwischen der christlichen und der muslimischen Religion ausmacht. Das ist richtig, das ist ein Unterschied. Der Druck von Gott ist offenbar im muslimischen Glauben noch ausgeprägter, noch stärker als beim Christentum. Trotzdem empfinde ich auch hier die Religion als Einengung. Warum sollten wir sie nötig haben, um verantwortungsvoll und moralisch zu handeln. Das können wir auch aus humanistischen Gründen tun. So wie ich.</p>
<p>Copyright 2006, Jens Bertrams.</p>
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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2006/11/mein-atheistisches-manifest/' addthis:title='Mein atheistisches Manifest' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>Keine tags in diesem Beitrag.]]></content:encoded>
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		<title>Sendesystem neu &#8211; Moderator platt</title>
		<link>http://blog.jens-bertrams.de/2006/10/sendesystem-neu-moderator-platt/</link>
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		<pubDate>Tue, 31 Oct 2006 20:01:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten aus dem Radio]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt bin ich aber auch platt. Heute, am Reformationstag, habe ich meine Sendesoftware reformiert. Damit werde ich künftig, wenn alles mal läuft, weniger arbeit haben beim Senden. Seit Wochen und Monaten lief das Projekt. Unser Ohrfunkstudio in Marburg sollte auf &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2006/10/sendesystem-neu-moderator-platt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2006/10/sendesystem-neu-moderator-platt/' addthis:title='Sendesystem neu &#8211; Moderator platt' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Jetzt bin ich aber auch platt. Heute, am Reformationstag, habe ich meine Sendesoftware reformiert. Damit werde ich künftig, wenn alles mal läuft, weniger arbeit haben beim Senden.</p>
<p><span id="more-163"></span></p>
<p>Seit Wochen und Monaten lief das Projekt. Unser Ohrfunkstudio in Marburg sollte auf eine neue Automation Software umsteigen. Bislang musste ich bei allen Gelegenheiten, wo ich über Musik sprechen wollte, diese Teile vorproduzieren. Das hat mich teilweise ganz schön genervt, und ich habe dann gleich die ganze Sendung vorproduziert. Ich hätte nur einen Bruchteil der Zeit gebraucht, um die Playlist für die Sendung zusammenzustellen und direkt zu senden. Aber dazu fehlte mir eben die Software. Jetzt nutzen wir <a href="http://www.stationplaylist.com/" target="_blank" title="Link zu Station Playlist">Station Playlist</a> Studio und Creator. Und damit lässt sich viel machen. Ich könnte die beiden Programme auch sehr gut für andere Sendungen einsetzen, ich mache ja auch hin und wieder privat für meinen <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/freundeskreis/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with FReundeskreis">Freundeskreis</a> den D. J. &#8211; Abe leider kann ich nicht zwei Projekte gleichzeitig fahren damit. Oder ich muss zumindest grundsätzlich auf das Ohrfunkarchiv zurückgreifen.</p>
<p>
<p>Jedenfalls habe ich eben in einer einstündigen Sendung das ganze getestet. Es ist noch nicht alles perfekt, aber größtenteils schon. Ich habe das Gefühl, ich übersteuere leicht, aber das kann auch wirklich nur ein subjektives Gefühl sein. Müssen wir mal am Limiter arbeiten. Es ist also noch nicht alles erledigt.</p>
<p>
<p>Deshalb werde ich vermutlich auch erst morgen mein Webtagebuch umbenennen.</p>
<p>
<p>Schade, dass nicht immer alles so erfolgreich ist, wie die heutige Reformation.</p>
<p>
<p>Copyright 2006, Jens Bertrams.</p>
<p>
<p class="zoundry_bw_tags">
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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2006/10/sendesystem-neu-moderator-platt/' addthis:title='Sendesystem neu &#8211; Moderator platt' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>Keine tags in diesem Beitrag.]]></content:encoded>
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		<title>ein schöner Abend mit einem alten Freund</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Sep 2005 12:04:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten aus dem Radio]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich tue es viel zu selten, aber gesternabend habe ich mich mal wieder mit einem alten Freund getroffen. Und dabei konnten wir sch&#246;n &#252;ber unsere gemeinsame Radiosendung plaudern. Uli Hofstetter ist wirklich ein alter Freund von mir. Wir lernten uns &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2005/09/ein-schner-abend-mit-einem-alten-freund/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2005/09/ein-schner-abend-mit-einem-alten-freund/' addthis:title='ein schöner Abend mit einem alten Freund' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Ich tue es viel zu selten, aber gesternabend habe ich mich mal wieder mit einem alten Freund getroffen. Und dabei konnten wir sch&ouml;n &uuml;ber unsere gemeinsame <tag>Radiosendung</tag> plaudern.<br />
<span id="more-67"></span><br />
<a href="http://www.ulrich-hofstetter.de" title="Link zur Homepage von Uli Hofstetter">Uli Hofstetter</a> ist wirklich ein alter Freund von mir. Wir lernten uns vor 21 Jahren hier in Marburg in der <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/schule/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Schule">Schule</a> kennen. Uns verband damals eine sehr innige und tiefgehende Freundschaft. Sie wurde durch pers&ouml;nliche Schwierigkeiten und, wie er auf seiner Homepage schreibt, als die Frauen in unser Leben traten, auseinandergerissen. Dreimal haben wir sie zu kitten versucht, und nach 17 Jahren ist es uns letztes Jahr gelungen. Das an sich ist schon eine unglaubliche und sehr dramatische Geschichte. Auf seiner Homepage hat Uli einen Artikel &uuml;ber mich geschrieben, zu einem Zeitpunkt, als unser Kontakt noch abgebrochen war. Seit wir uns wieder gut verstehen, hat sich f&uuml;r uns ein alter gemeinsamer Traum erf&uuml;llt, wir machen eine gemeinsame Radiosendung hier im <tag>Lokalradio</tag> in <tag>Marburg</tag>. Die Website muss ich noch aufmotzen, deshalb gebe ich sie nicht an hier, aber es handelt sich um eine Musiksendung, eine interaktive Radionostalgie. Vor 20 Jahren haben wir beide unsere kleine <a href="http://archiv.jens-bertrams.de/traum/dnms.htm" title="Link zum Bericht &uuml;ber meine engsten Freunde">Hitparade</a> mit unseren Freunden gegr&uuml;ndet, die heute noch besteht. Wir haben uns schon immer f&uuml;r Musik und die Gestaltung von Radiosendungen interessiert.</p>
<p>Nun bringt es das Radioleben auch mit sich, dass wir hin und wieder zu Redaktionssitzungen antanzen m&uuml;ssen, und gestern war ds besonders wichtig, weil Uli seine eigene Sendung angefangen hatte, die gestern endg&uuml;ltig beschlossen werden musste. Ein freies Radio ist schon was feines, aber manchmal ist es auch sehr anstrengend f&uuml;r Leute, die Sozialismus ehren, aber Realismus leben. Unser Sender hier ist sehr sozialistisch gepr&auml;gt. Aber gut. Jedenfalls haben wir es uns zur Gewohnheit gemacht, nach so etwas schwierigen und langen Sitzungen noch gemeinsam was trinken zu gehen und uns zu unterhalten. Gestern war noch mal ein richtig sch&ouml;ner und warmer Tag, genau wie heute. Und dann haben wir uns wie stets bei unserem Stammgriechen niedergelassen und &uuml;ber unsere Sendung debattiert. Das war sehr sch&ouml;n und verbindend, denn wir beide gehen an die Sendung sehr unterschiedlich ran. Ich bin eher der Mensch, der momentane Stimmungen aufgreift und umsetzt, Uli ist der Perfektionist, der vieles vorbereitet, dabei aber so flexibel wie gerade eben m&ouml;glich ist und sein will. Eigentlich passt das gut zusammen, aber diese unterschiedlichen Moderationsstile m&uuml;ssen zusammenfinden, und dar&uuml;ber muss man sich unterhalten. Und das haben wir gestern getan. Ich finde es ungemein klasse, dass wir uns hinsetzen und uns sogar gegenseitig kritisieren k&ouml;nnen, ohne dass es da b&ouml;ses Blut gibt. Das erlebe ich selten, und es hat gro&szlig;en spa&szlig; gemacht, f&uuml;r die Zukunft unserer gemeinsamen Sendung zu planen. Es ist toll, wenn man die Gelegenheit hat, eine Radiosendung selbstst&auml;ndig auszugestalten und zu formen, und wenn man das mit einem guten Freund tun kann, ist das doppelt klasse.</p>
<p>So, das war jetzt nichts weltbewegendes, aber ich wollte es einfach mal schreiben, weil es so sehr spa&szlig; macht, dass wir uns so gut erg&auml;nzen und damit eine tolle Sendung hinkriegen.</p>
<p>Copyright &copy; 2005, Jens Bertrams.</p>
<div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2005/09/ein-schner-abend-mit-einem-alten-freund/' addthis:title='ein schöner Abend mit einem alten Freund' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>Keine tags in diesem Beitrag.]]></content:encoded>
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		<title>Radio Veronica und seine lange Geschichte</title>
		<link>http://blog.jens-bertrams.de/2005/08/radio-veronica-und-seine-lange-geschichte/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2005 07:11:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten aus dem Radio]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[vor 31 Jahren musste der Piratensender schlie&#223;en In meiner Jugend in Holland in unserem Ferienhaus, da habe ich viel Radio geh&#246;rt. Vor allem war es Radio Veronica, das mich begeistert hat. Heute vor 31 Jahren musste der Seesender seine Pforten &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2005/08/radio-veronica-und-seine-lange-geschichte/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2005/08/radio-veronica-und-seine-lange-geschichte/' addthis:title='Radio Veronica und seine lange Geschichte' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><h4>vor 31 Jahren musste der Piratensender schlie&szlig;en</h4>
<p>In meiner Jugend in <tag>Holland</tag> in unserem Ferienhaus, da habe ich viel <tag>Radio</tag> geh&ouml;rt. Vor allem war es Radio <tag>Veronica</tag>, das mich begeistert hat. Heute vor 31 Jahren musste der <tag>Seesender</tag> seine Pforten schlie&szlig;en.<br />
<span id="more-61"></span><br />
F&uuml;r meine Freunde habe ich vor zwei Jahren, anl&auml;sslich einer &#8220;Wiederer&ouml;ffnung&#8221; von VEronica, einen Bericht &uuml;ber seine Geschichte und meine Verbundenheit mit diesem Sender geschrieben. Diesen Bericht habe ich der heutigen Zeit angepasst und stelle ihn hier zur Vef&uuml;gung.<br />
<font face="Courier New" size=2>&Uuml;ber 21 Jahre ist es her, dass ich eines Freitags, nachdem ich die Mittwochs- und Donnerstagshitparaden auf &#8220;Hilversum 3&#8243; entdeckt hatte, das Radio einschaltete. Gespielt wurde moderne Musik, der Sound der achtziger, aber auch Musik aus den siebziger Jahren. Das war genau meine Mischung. Und obwohl ich noch nicht viel niederl<sup>TM</sup>ndisch verstand, blieb ich am Ger<sup>TM</sup>t. Ich bekam heraus, dass sich der Sender &#8220;Radio Veronica&#8221; nannte, was ich damals noch nicht verstand. Es hie&szlig;, es sei &#8220;Hilversum 3&#8243;, aber jeden Tag nannte sich der Sender wieder anders. Viel sp<sup>TM</sup>ter erst habe ich begriffen, dass jeden Tag ein anderer Veranstalter die Sendungen auf &#8220;Hilversum 3&#8243; durchf&uuml;hrte. Ich suchte nach einem ganz bestimmten Lied, es war seinerzeit &#8220;if I say the words&#8221; von BZN, einer holl<sup>TM</sup>ndischen Starband, und deshalb blieb ich den ganzen Tag am Radioger<sup>TM</sup>t. </p>
<p>Lex Harding, der &#8220;Hitmann&#8221; bei Veronica damals, meldete sich an jenem Freitag, es war der 19. April 1984, um drei Uhr mit den niederl<sup>TM</sup>ndischen Top 40 zu Wort, und ich war fasziniert. Nicht nur, dass die Lieder fast vollst<sup>TM</sup>ndig gespielt wurden, immerhin hatte er drei Stunden Zeit, sondern er gab auch Informationen &uuml;ber aktuelle Musikentwicklungen in der Rubrik &#8220;Veronicas Popjournal&#8221; und er machte die Radior<sup>TM</sup>tsel, die ich ganz fantastisch fand. Es wurden ausschnitte aus Liedern gespielt, aus deren Titel oder den Namen der Interpreten sich letztlich Worte ergaben, ein Musikalisches Kreuzwortr<sup>TM</sup>tsel sozusagen. Das war fantastisch, und ich habe jede Woche mitgeraten. Ich &uuml;berlege noch, ob ich nicht, wenn so was nicht so viel Arbeit w<sup>TM</sup>re, diese Rubrik in meiner eigenen Sendung &#8220;Candlelight&#8221; einf&uuml;hren w&uuml;rde. Lex Harding war einfach DER Hitmann damals, und fasziniert h&ouml;rte ich den ganzen Tag zu. Der Freitag wurde f&uuml;r mich zu einem Radiotag. Wenn wir nachmittags nach Holland fuhren, was wir jede Woche taten seinerzeit, lief bei mir Radio Veronica. Zuerst die Hitparade, dann die nachfolgende Sendung der NOS &#8220;Avondspitz&#8221; von Frits Spits, den ich ebenfalls einfach klasse finde. Dann kam um sieben Uhr die Sendung &#8220;Curry en Van Inkel&#8221;, die ich nicht so aufmerksam verfolgte, weil es hier oft um Sprachwitz ging, den ich nicht verstand. Um 10 Uhr war dann das &#8220;Countdown Cafe&#8221; an der Reihe. Es war eine Rocksendung, und damals habe ich mich noch nicht so sehr f&uuml;r Rock interessiert. Trotzdem h&ouml;rte ich eines Tages die Sendung und blieb bis zum Schluss. Da gab es den Hinweis, dass Veronica weiterhin zu h&ouml;ren w<sup>TM</sup>re, wenn ich nach Hilversum 1 und 2 umschaltete, die ein gemeinsames Nachtprogramm h<sup>TM</sup>tten. Ich tat es, und ich h&ouml;rte Erik de Swart und den inzwischen verstorbenen Cees Schilperord mit &#8220;De Stemmband&#8221;. Ein kurzer Ausschnitt mit Worten und der Stimme einer ber&uuml;hmten Pers&ouml;nlichkeit wurde gespielt, und die Kandidaten mussten raten, um wen es sich handelte. Rieten sie es nicht, kamen hundert Gulden hinzu, und der n<sup>TM</sup>chste Kandidat hatte mehr zu gewinnen mit derselben Stimme. Wurde die Stimme erraten, kam eine Neue, und der Jackpot wurde nat&uuml;rlich geleert. Das war eine Sendung, die ich klasse fand. Man lie&szlig; sich f&uuml;r sechs Kandidaten zwei Stunden zeit, sprach ausf&uuml;hrlich mit ihnen, Cees Schilperord war ein ruhiger Mann, und das ergab zusammen mit dem temperamentvollen Erik de Swart eine tolle Mischung aus Gem&uuml;tlichkeit und Pepp. Mein Freitag ging also grunds<sup>TM</sup>tzlich bis Samstag um zwei. Meine Eltern gew&ouml;hnten sich schnell daran und lie&szlig;en mir meine Freude. Eines Tages meinte meine Mutter: &#8220;Veronica? Ist das nicht so ein Piratensender? Zumindest war er das fr&uuml;her einmal.&#8221; Ich konnte mir nichts darunter vorstellen und meinte, dass er mir ziemlich legal klingen w&uuml;rde. Aber immer wieder kamen wir auf das Thema &#8220;Piratensender&#8221;. &#8220;Fr&uuml;her haben sie von einem Schiff aus gesendet, au&szlig;erhalb der Drei-Meilen-Zone&#8221;, sagte meine Mutter. </p>
<p>Mit der Zeit best<sup>TM</sup>tigte sich, dass Veronica ein Pirat gewesen war. Dar&uuml;ber wusste ich nichts, und ich beschloss, mein Wissen aufzufrischen. Den ersten Schritt dazu taten meine Eltern ohne mich. Ich war in Marburg, und sie arrangierten ohne mein Wissen einen Besuch. Am Abend des 12. September 1986 traf uns dort eine Frau von knapp 50 Jahren, deren Mann regionaler D. J. von Veronica war. Sie hie&szlig; Liss, und sie erz<sup>TM</sup>hlte ein wenig aus der Radiogeschichte des Senders, dass er seit 1960 bestand, und dass er erst seit 1975 legal in Holland arbeite, vorher von einem Schiff aus gesendet habe. Das fand ich extrem faszinierend, aber mehr Informationen konnte ich nicht bekommen. Ich h&ouml;rte jeden Freitag meine Sendungen, vor allem die Hitparade, davor die Tiparade, wenn m&ouml;glich. Nat&uuml;rlich nicht mehr jeden Freitag, sondern nur noch, wenn ich in Holland war. Es gab eine Mittelwellenfrequenz von Hilversum 3, die ich aber in Marburg praktisch nicht empfangen konnte. </p>
<p>In den Ferien nahm ich mir nun auch die anderen Programme von Veronica vor, Freitagsmorgens schon um sieben &#8220;ook goeie morgen&#8221; beispielsweise. Auch den Mittwoch gew&ouml;hnte ich mir an, dort war Veronica auf Radio 2 zu h&ouml;ren, wie Hilversum 2 nunmehr hie&szlig;. Ich mochte die lockere und teils flapsige, aber gleichzeitig freundliche und h&ouml;rerverbundene Art, die Programme zu pr<sup>TM</sup>sentieren, Verbindung mit den H&ouml;rern zu suchen. Veronica wurde zum Symbol einer richtig guten Zeit f&uuml;r mich auf Heelderpeel, einer Zeit, in der ich lebte und tat, was ich wollte. Nat&uuml;rlich hatte ich auch andere Programme f&uuml;r mich entdeckt: TROS beispielsweise, aber auch die Hitparaden von AVRO und NCRV. Aber Veronica blieb ich sozusagen treu. Sonntags entdeckte ich dann, dass es auch noch einen Sender Radio 5 gab, der kulturelle Sendungen brachte, und dort h&ouml;rte ich dann mittags zwischen 2 und 5 Uhr einmal &#8220;Radio Romantica&#8221;. Heute w&uuml;rde ich sagen, es war eine Vorwegnahme der deutschen Sendungen mit Erika Berger, aber ganz trifft es das auch wieder nicht. Es ging um sexuelle Themen, drei Stunden lang. Sie lie&szlig;en es langsam angehen, es gab immer ein Thema, und es gab Berichte, eine art von Aufkl<sup>TM</sup>rung, und dann konnten eben H&ouml;rerinnen und H&ouml;rer anrufen. Ihre Fragen wurden von einer Sexualwissenschaftlerin, einer &#8220;Sexuologin&#8221;, wie man in Holland sagt, beantwortet. Es war eine ruhige und manchmal, vor allem f&uuml;r mich in meiner sp<sup>TM</sup>tpubert<sup>TM</sup>ren Phase, sehr interessante Sendung. Ich erinnere mich noch genau an eine Ausnahmesendung von &#8220;Radio Romantica&#8221;, die einmal Samstags- oder Freitagsnachts auf Radio 1 und 2 stattfand im Rahmen des Nachtprogramms von Radio Veronica. Es gab eine Sendung live aus einem Bordell, und Alfred Lagarde, einer der gro&szlig;en Moderatoren damals, lie&szlig; sich zeigen, live und in Farbe, wie man in einem solchen Bordell arbeitete. In Deutschland h<sup>TM</sup>tte es das nicht gegeben. Er ging mit einer Prostituierten mit, nachdem er sich eine Weile mit ihr an der Bar unterhalten hatte, wo er die Leute hinter der Theke und die Frau selbst ausgefragt hatte &uuml;ber die Arbeit. Er badete mit der Frau und lie&szlig; sich ein wenig verw&ouml;hnen, nur den Sex direkt lehnte er ab mit den Worten, er mache das ja schlie&szlig;lich f&uuml;r das Radio, und vor allem wolle er ein Stimmungsbild vermitteln und Fragen stellen. In keinem anderen Sender w<sup>TM</sup>re das so m&ouml;glich gewesen. Ich war schwer beeindruckt. Leider habe ich die Sendung nur halb geh&ouml;rt, denn meine Eltern, die auch holl<sup>TM</sup>ndisch verstanden, sollten nicht mitkriegen, was ich da h&ouml;rte. So war das damals bei mir noch. Heute denke ich, dass sie wahrscheinlich nichts gesagt h<sup>TM</sup>tten.</p>
<p>Der 28. Dezember 1988 war ein f&uuml;r mich interessanter und abwechslungsreicher Tag. Morgens noch hatten sich meine Eltern kr<sup>TM</sup>ftig gestritten, und man merkte, dass es mit meinem Vater zuende ging, seine Herzschmerzen waren unglaublich gro&szlig;. Er starb dann auch am 15. Januar 1989. Doch abends gab  es eine Besonderheit auf Radio Veronica in Radio 3. Sie spielten eine holl<sup>TM</sup>ndische Fassung von &#8220;War of the worlds&#8221;. Bislang war mir nur die deutsche Version bekannt, die von Kurt J&uuml;rgens gesprochen worden war. Aber hier konnte ich zuh&ouml;ren, vergleichen, und Jan van Veen, der bei AVRO montags die Sendung Candlelight pr<sup>TM</sup>sentierte, hatte genau die richtige Stimme f&uuml;r die Hauptrolle. Nat&uuml;rlich nahm ich die Sendung auf, wie ich immer versucht habe, besondere Sachen aufzunehmen. Radio Veronica war f&uuml;r mich in Holland DER SENDER, &#8220;Het Station war Muzik in zit!&#8221;. Und 1989, nach dem Tod meines Vaters, habe ich mich oft ins Radio gefl&uuml;chtet.</p>
<p>Und dann kam der 18. April 1990 und damit die Riesenchance, endlich mehr &uuml;ber die Vergangenheit von Radio Veronica zu erfahren. Die Organisation feierte ihr drei&szlig;igj<sup>TM</sup>hriges bestehen, und es gab einen R&uuml;ckblick im holl<sup>TM</sup>ndischen Fernsehen, aber auch einen ganzen Tag Gedenken auf Radio 2. Es traf sich, dass ich zu diesem Zeitpunkt Osterferien hatte, aber leider waren wir nicht in Holland. Also musste ich meine H&ouml;r- und Aufnahmeaktion von Solingen aus starten, was ich dann auch tat.</p>
<p>An diesem 18. April 1990 erhielt ich erstmals einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Geschichte von Radio Veronica.</p>
<p>Ende 1959 schlossen sich Radioh<sup>TM</sup>ndler zusammen, die ihre Kundschaft, die Jugendlichen und jungen erwachsenen, in den meist konfessionell gepr<sup>TM</sup>gten Sendeerm<sup>TM</sup>chtigten der zwei Radioprogramme in Holland nicht vertreten sahen. Damals gab es das geschlossene Rundfunksystem, es war also als neue Organisation nicht mehr m&ouml;glich, eine Sendeerm<sup>TM</sup>chtigung zu erhalten, auch nicht im &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk. Privatfunk oder kommerzieller Rundfunk war innerhalb der Landesgrenzen sowieso verboten. Nat&uuml;rlich konnte niemand von au&szlig;en daran gehindert werden, in Holland empfangen zu werden, wie es mit Radio Luxemburg beispielsweise geschah. Diese Radioh<sup>TM</sup>ndler, vor allem die Gebr&uuml;der Verwai, hatten nun den Plan, ein Schiff au&szlig;erhalb der Landesgrenze, aber nahe am holl<sup>TM</sup>ndischen Territorium zu platzieren, die Sendungen an Land zu produzieren, sie auf das Schiff zu bringen und von dort aus zu senden. Das war nicht im eigentlichen Sinne illegal, es war eine Art Gesetzesl&uuml;cke. Trotzdem wurden diese Sender, die knapp au&szlig;erhalb des Territoriums standen und von Niederl<sup>TM</sup>ndern betrieben wurden, Piraten genannt. Am 18. April 1960 wurde von der vor Den Haag liegenden &#8220;Borkum Riff&#8221; aus das Programm von Radio Veronica er&ouml;ffnet, damals nannte sich der Sender noch &#8220;Vreie RadioOmroep Nederland (VRON)&#8221;. Daraus wurde schnell Veronica, weil es griffiger und spritziger war. Mit der Erfindung der Top 40 Anfang 1965 wurde der Sender noch beliebter. Die Platten wurden fast vollst<sup>TM</sup>ndig ausgespielt, zwischendurch gab es Spiele und R<sup>TM</sup>tsel und die neuesten Nachrichten aus dem Pop und Rock-Gesch<sup>TM</sup>ft. K&uuml;nstler, Bands und andere Gr&ouml;&szlig;en der Musik gaben sich bei Veronica ein Stell-dich-ein. Und viele von ihnen wurden durch den Seesender unterst&uuml;tzt, der ja durchaus Veranstaltungen an Land durchf&uuml;hren, doch von dort aus nicht senden durfte. Gerade die Art der Moderation war es, die die Menschen anzog: Spritzig und jung, aber famili<sup>TM</sup>r und h&ouml;rerverbunden, nicht so kalt wie die heutigen Profidiscjockeys. Publikumswirksame Promoaktionen f&uuml;hrten zu noch gr&ouml;&szlig;erer Beliebtheit von Radio Veronica, eine Drive-In-Show wurde organisiert, und mit munteren Moderatoren und aktueller Hitparadenmusik tourte der Sender durchs Land, schmiss Disco-Abende und begeisterte die Jugend.</p>
<p>Seit 1965 hatte Veronica auch ein neues Schiff. Die &#8220;Borkum Riff&#8221; war zu alt, musste verschrottet werden, und statt ihrer kam die &#8220;Norderney&#8221;, ein deutsches Schiff, das zum Symbol von Radio Veronica werden sollte.</p>
<p>Im Jahre 1967 verabschiedete die britische Regierung ein Gesetz, das die Ausstrahlungen von Sendungen von See oder von Flugzeugen aus verbot. Einige britische Sender, die nat&uuml;rlich trotzdem weitersendeten, zogen sich in die N<sup>TM</sup>he des holl<sup>TM</sup>ndischen Territoriums zur&uuml;ck. Auch neue, international agierende Sender tauchten auf, so &#8220;Radio Nordzee Internazional&#8221;. Vor der holl<sup>TM</sup>ndischen K&uuml;ste entstand ende der sechziger Jahre eine recht gro&szlig;e Ansammlung von Piratensendern. Gleichzeitig wurden die Bef&uuml;rchtungen immer gr&ouml;&szlig;er, die Holl<sup>TM</sup>nder k&ouml;nnten ebenfalls ein Antiseesendergesetz verabschieden. Es stellte sich n<sup>TM</sup>mlich heraus, dass die Seesender gemeinsam &uuml;ber die H<sup>TM</sup>lfte der Bev&ouml;lkerung anzogen, und seit Anfang 1970 war Veronica nicht mehr der st<sup>TM</sup>rkste unter ihnen. Radio Mi Amigo und Radio Nordsee International zogen etwas mehr Zuh&ouml;rer an, jedenfalls sagten das die Statistiken. Bislang hatte zwischen den Piraten Frieden geherrscht, aber im Kampf um die H&ouml;rergunst war es nun ausgerechnet Radio Veronica, das zu kriminellen Mitteln griff. Im Auftrag von Bull Verwai, dem Direktor von Veronica, wurde an Bord der Mebo 2, so hie&szlig; das Schiff von Radio Nordsee, Feuer gelegt. Daf&uuml;r bekam Verwai ein Jahr Gef<sup>TM</sup>ngnis, und in der holl<sup>TM</sup>ndischen Politik wurden nach diesem Mai 1971 die Stimmen immer lauter, die ein Verbot der Seesender forderten.</p>
<p>Viele bekannte holl<sup>TM</sup>ndische Moderatoren hatten ihre Urspr&uuml;nge bei Radio Veronica oder anderen Seesendern. Harmen Sizen, der lange Jahre das NOS-Journal pr<sup>TM</sup>sentierte, kam ebenso von Veronica wie Jan Van Veen von Candlelight, Bart Van Leeuwen, Jeroen van Inkel, Lex Harding, Tinneke Voss und viele Andere. Gerade zu Beginn der siebziger Jahre gab es viele, die fast ein Doppelleben f&uuml;hrten. Unter ihrem richtigen Namen machten sie Programme f&uuml;r Hilversum 3, den Jugendsender des niederl<sup>TM</sup>ndischen &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks, und unter einem Piratennamen arbeiteten sie zus<sup>TM</sup>tzlich f&uuml;r eine Piratenstation. Wenn die Arbeitgeber in Hilversum Wind von der Sache bekommen h<sup>TM</sup>tten, w<sup>TM</sup>ren die Leute entlassen worden. Die Lage spitzte sich zu. Radio Veronica erkannte fr&uuml;h den Gegenwind und mobilisierte viele Promoaktionen, viele Leute, die sich f&uuml;r den Erhalt der Seesender einsetzten. Eine Welle der Sympathie ging durchs Land, und Mitte des Jahres 1973 begann Veronica damit, einen offiziellen Verein zu gr&uuml;nden, die &#8220;Veronica Omroep Organizatie&#8221;, deren Ziel es war, so viele Mitglieder zu bekommen, dass man eine offizielle Sendelizenz im &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk erhalten konnte. Denn 1967 hatte man in Holland das Rundfunksystem ge<sup>TM</sup>ndert. Es war nun m&ouml;glich, neue Organisationen in den &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk einzulassen, wenn sie mehr als 50.000 zahlende Mitglieder vorweisen konnten. Veronica versuchte es sehr schnell und effektiv.</p>
<p>Am 18. April 1973, genau 13 Jahre nach der Erstausstrahlung von Veronicasendungen, wollte die zweite Kammer der Niederlande &uuml;ber einen Gesetzentwurf zum Verbot der Seesender beraten. Nat&uuml;rlich wollte Veronica dabei sein und mit einer Gro&szlig;demonstration f&uuml;r den Erhalt der Seesender k<sup>TM</sup>mpfen. Doch in der Nacht vom 02. auf den 03.04.1973 geschah das Unfassbare: Ein Sturm riss die &#8220;Norderney&#8221;, die selbst keine Maschinen hatte und geschleppt werden musste, um den Standort zu wechseln, von ihrem Anker los und trieb sie auf die K&uuml;ste von Den Haag zu. Die Sendungen wurden nach einem Hilferuf eingestellt, und ein Schiff der &#8220;Noord-Zuid-Hollandse Reddingsmatschapij&#8221; holte die Besatzungsmitglieder von dem havarierten Schiff. Radio Veronica war aus dem &Auml;ther verschwunden. Wie sollte man nun die Campagne f&uuml;r den Erhalt der Seesender f&uuml;hren? Wie sollte man Werbung f&uuml;r die Gro&szlig;demonstration in Den Haag am 18. April machen? Hilfe kam von einem Kollegen, dem Seesender &#8220;Radio Caroline&#8221;. Der stellte n<sup>TM</sup>mlich Veronica seinen Sender zur Verf&uuml;gung, sodass &#8220;Radio Veronica&#8221; vom 11. April 1973 an wieder zu h&ouml;ren war. Mit voller Kraft steuerte Radio Veronica nun auf den 18. April zu, das schicksalhafte Datum. Eine riesige Menschenmenge von mehr als einer halben Million Leuten sah am Morgen des 18. April 1973 zu, wie die &#8220;Norderney&#8221; wieder auf die offene See hinausgeschleppt wurde, und man nahm das als gutes Zeichen. In der Niederl<sup>TM</sup>ndischen zweiten Kammer jedoch ging es anders zu. Die Regierungsparteien wollten die Seesender abschaffen, verbieten, denn sie waren eine Bedrohung des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Holland sollte dem Vertrag von Stra&szlig;burg beitreten, der das Ausstrahlen von Sendungen von See aus verbot. Die Anh&ouml;rung am 18. April 1973 best<sup>TM</sup>tigte, dass es wahrscheinlich eine Mehrheit f&uuml;r diesen Vertrag geben w&uuml;rde. Der Beschluss kam dann am 28. Juni 1973. Zwar war das nicht die endg&uuml;ltige Annahme, denn die erste Kammer, eine Art Oberhaus, musste noch zustimmen, aber die Zeichen standen auf Sturm. Ein Sturm der Entr&uuml;stung brach los. K&uuml;nstler, S<sup>TM</sup>nger, Bands, sie alle sangen und spielten f&uuml;r den Erhalt von Radio Veronica, das sie bekannt gemacht hatte. Radio Veronica selbst trieb einerseits seine Anstrengungen voran, gen&uuml;gend Mitglieder zu bekommen, um einen legalen Status zu erhalten, und andererseits versuchte man, auf die Abgeordneten der ersten Kammer einzuwirken, damit sie diesem Gesetz nicht zustimmten. </p>
<p>Man muss manchmal auch eine lange Geschichte kurz erz<sup>TM</sup>hlen. Am 22. Januar 1974 fiel in der ersten Kammer die Entscheidung zugunsten des Vertrages. Von da an war klar, dass Veronica und die anderen Seesender irgendwann im Laufe des Jahres abschalten mussten. Veronica stellte seine Strategie sofort um. Aus &#8220;Veronica muss bleiben&#8221; wurde der Slogan: &#8220;Veronica muss an Land&#8221;. Immer mehr Mitglieder str&ouml;mten der neuen Rundfunkorganisation bei, die schon fr&uuml;hzeitig eine Sendelizenz im Rahmen des &ouml;ffentlich-rechtlichen Systems beantragte. Extra f&uuml;r Veronica f&uuml;hrte der damals zust<sup>TM</sup>ndige Minister ein neues Ausz<sup>TM</sup>hlungssystem ein, und die Station erreichte die vorgeschriebene Mitgliederzahl nicht, obwohl man heute wei&szlig;, dass sie weit &uuml;berschritten worden war. So verk&uuml;ndete der Minister im Juli 1974 die Ablehnung des Antrages. Gleichzeitig wurde bestimmt, dass der Vertrag am 1. September 1974 Inkrafttreten sollte.</p>
<p>Bis zur letzten Sekunde sendete Radio Veronica weiter, bis zum 31. August 1974, 18 Uhr. Im Gegensatz zu Radio Caroline, das bewusst weitersendete und zu einem echten Piratensender wurde, wollten die Leute von Veronica nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten, vor allem auch deswegen, weil einige der Leute ganz normale Arbeitspl<sup>TM</sup>tze au&szlig;erhalb der Organisation Veronica hatten. So schloss Veronica seine Pforten mit einer bewegenden letzten Stunde, di vom damaligen Programmdirektor Rob Out moderiert wurde. Legend<sup>TM</sup>r und herzzerrei&szlig;end ist diese Aufnahme, die r&uuml;de mit dem herausziehen des Sendekristalls endet. Millionen Holl<sup>TM</sup>nder sa&szlig;en an diesem Tag vor den Radioger<sup>TM</sup>ten, trugen ihre Kofferradio mit zum Strand oder trafen sich in gr&ouml;&szlig;eren Gruppen, um diese letzte Stunde und davor die letzte top 40 mit Lex Harding zu h&ouml;ren. Dann war Stille auf der Frequenz 538 Meter.</p>
<p>Die Abschlussrede, die Rob Out in Radio Veronica hielt, habe ich ins Deutsche &uuml;bersetzt. Sie lautet:</p>
<p>&#8220;</font><font face="Times New Roman" size=2>Vor tausenden von Jahren entdeckte der erste Mensch, wie er ein Feuer anz&uuml;nden konnte. Er wurde vermutlich von seinen Mitmenschen verbrannt. Er war ein Misset<sup>TM</sup>ter, ein Pirat. Doch von diesem Moment an verf&uuml;gten die Menschen &uuml;ber das Feuer, um sich warm zu halten, Licht zu machen und sogar Essen zu kochen. Jahrhunderte sp<sup>TM</sup>ter erfand jemand das Rad. Er wurde vermutlich gevierteilt auf der Folterbank, er hinterlie&szlig; ein Geschenk, dass nicht verstanden wurde, doch die Wege in alle Welt &ouml;ffnete. Zu allen Zeiten hat es Menschen gegeben, die durch ihr Denkverm&ouml;gen und ihre Kreativit<sup>TM</sup>t den Ansto&szlig; f&uuml;r neue Entwicklungen gaben. Die Antwort darauf war stets dieselbe: Hass und Missgunst. Jede neue Idee oder Entwicklung wird durch eine Gruppe von Menschen angefochten, die nach Stillstand und Machtkonzentration strebt: Das Flugzeug war unm&ouml;glich, Narkose eine S&uuml;nde, Raumfahrt war Gottesl<sup>TM</sup>sterung und Radio Veronica ein Verbrechen.<br />
Radio Veronica &#8230; Entstanden aufgrund der Initiative einiger Niederl<sup>TM</sup>nder, Zu fall gebracht durch eine Gruppe anderer Niederl<sup>TM</sup>nder, weil es eine Bedrohung ihrer Macht ist. Die Popularit<sup>TM</sup>t von Radio Veronica ist der Grund, warum es verschwinden mu&szlig;. Unser Rundfunksystem ist ein geschlossener Kreislauf, instandgehalten durch eine kleine Anzahl von Menschen, die kein Interesse an den Bed&uuml;rfnissen der Zuh&ouml;rer und Zuschauer haben. Radio Veronica ist eine Bedrohung dieses eingefahrenen Systems, und darum m&uuml;ssen wir verschwinden.<br />
Und doch &#8230; Doch kann es nur ein vor&uuml;bergehendes Verschwinden sein. Idealismus ist eine Waffe, gegen die es sich schwer ank<sup>TM</sup>mpfen l<sup>TM</sup>sst. Nicht gebunden an politische Interessen, Machtgier oder Angst wird Radio Veronica fortbestehen, mu&szlig; es fortbestehen.<br />
Menschen haben Feuer, Dampf und Elektrizit<sup>TM</sup>t bezwungen, haben die Ozeane in einem Segelboot &uuml;berquert, haben Flugzeuge und Staud<sup>TM</sup>mme gebaut, konnten die Erde verlassen durch ihr Denkverm&ouml;gen, ihre Kreativit<sup>TM</sup>t und die Kraft ihres Willens. Veronica wurde aufgebaut von Idealisten, und beseitigt durch Diejenigen, die das als Bedrohung ansahen. Es ist an Ihnen, als Niederl<sup>TM</sup>nder mit einem Gef&uuml;hl f&uuml;r Gerechtigkeit, darauf eine Antwort zu finden.<br />
Die Uhr l<sup>TM</sup>uft stets weiter, ich habe nur noch wenige Minuten. Wahrscheinlich m&uuml;sste noch viel gesagt werden, aber ich habe die Zeit nicht und ich kann es auch nicht mehr&#8230;.<br />
Es ist die Zeit gekommen, Abschied zu nehmen. Ein schreckliches Gef&uuml;hl.<br />
Eine Periode wird abgeschlossen, etwas stirbt.<br />
Mit dem Abschied von Radio Veronica stirbt auch ein wenig die Demokratie in unserem Land, und das tut mir leid &#8230; f&uuml;r unser Land.&#8221;</font></p>
<p><font face="Courier New" size=2>Nat&uuml;rlich ging der Kampf weiter. Immer mehr Mitglieder erhielt die Rundfunkorganisation, und auch hier k&ouml;nnen wir die Geschichte abk&uuml;rzen. Im September 1975 musste die Regierung nachgeben. Veronica erhielt den Status eines sogenannten &#8220;Aspirant Omroep&#8221;, eines Rundfunkanw<sup>TM</sup>rters also. Damit waren drei Sendestunden pro Woche im Radio verbunden. Drei Stunden nur, und davon war eine Stunde auf dem Informationssender Hilversum 1, eine Stunde war tats<sup>TM</sup>chlich auf dem Jugendsender Hilversum 3, und die dritte Stunde war auf dem Klassiksender Hilversum 4 angesiedelt worden. Auch das war ein Versuch, Veronica zu schaden, aber es gelang nicht. Am 28. Dezember 1975, nach sechzehn Monaten Stille, erklang auf Hilversum 4 wieder das Jingle mit den M&ouml;wen, das eine Sendung von Radio Veronica ank&uuml;ndigte. Erst im Jahre 1978 erhielten sie den Status als vollst<sup>TM</sup>ndiger Rundfunksender und bauten ihre Sendezeit immer weiter aus. Sie erhielten den Mittwoch als Sendetag auf Hilversum 2 und den Freitag, von dem ich schon erz<sup>TM</sup>hlte, auf Hilversum 3. Lange Zeit war alles gut, Radio Veronica brachte frischen Wind in die holl<sup>TM</sup>ndische Rundfunklandschaft. </p>
<p>Das alles erfuhr ich am 18. April 1990 bei der Feier zum 30-j<sup>TM</sup>hrigen Bestehen der Organisation. Es war eine Menge an Information, die mich faszinierte und begeisterte. Ich h<sup>TM</sup>tte gern gewusst, wie Veronica zu seiner Piratenzeit klang.</p>
<p>F&uuml;nf Jahre lang ging alles so weiter wie gehabt. Ich verfolgte interessante Sendungen von Radio Romantica, blieb ein H&ouml;rer der Top 40 und des Veronica-Freitags, h&ouml;rte aber auch zunehmend den Veronica-Mittwoch auf Radio 2, denn dort wurden auch <sup>TM</sup>ltere Sachen gespielt, und das gefiel mir gut. Mit der ganz neuen Musik, dem Technoschrott, konnte ich nicht mehr viel anfangen. Dann erreichte mich die Kunde, dass Veronica von der neuen Gesetzgebung profitieren wolle, die kommerzielle Sender zulie&szlig;. Man hatte beschlossen, sich aus dem &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunksystem wieder zur&uuml;ckzuziehen und sich selbstst<sup>TM</sup>ndig zu machen. Nat&uuml;rlich suchte man sich f&uuml;r diesen Abschied den 31. August aus. Und nat&uuml;rlich war ich dabei und h&ouml;rte diese letzten Sendungen von Radio Veronica auf Radio 3. Den kommerziellen neuen Sender Veronica w&uuml;rde ich nicht empfangen k&ouml;nnen, er hatte in Limburg keine UKW-Frequenz, und deshalb war das, was f&uuml;r Veronica ein Freudentag war, f&uuml;r mich eher ein trauriger Anlass. Ein St&uuml;ck meiner Jugend verschwand. Ganz zum Schluss gab es eine Art Abschiedsrede mit einem fr&ouml;hlichen Unterton. Fr&ouml;hlich und lustig ging es zu. Heute wei&szlig; ich, dass es eine Art Parodie auf die traurige Rede war, die Rob Out 21 Jahre fr&uuml;her gehalten hatte. H<sup>TM</sup>tte ich das damals bereits gewusst oder verstanden, dann h<sup>TM</sup>tte ich auch gewusst, dass Veronica sich auf die falschen Pfade begab. Die Seesendervergangenheit, die bis zu diesem Zeitpunkt immer hochgehalten worden war, auf die man richtig stolz war, die warf man nun gewisserma&szlig;en &uuml;ber Bord. Veronica ist wieder kommerziell, also weg mit dem alten Kram, hinein in die Zukunft. Dabei war die Seesendervergangenheit immer das, wovon Radio Veronica am meisten profitiert hat. Weil die neuen Chefs der Organisation das nicht begriffen und sogar offen sagten, man m&uuml;sse mal von dem alten Schiffsmythos Abschied nehmen, ging Veronica in den kommenden Jahren immer mehr den Bach runter. Man verlor die letzten &Auml;therfrequenzen, und dann, mitte des Jahres 2003, war so wenig Geld da, dass der Fernsehbetrieb eingestellt werden musste. Auch der Radiobetrieb schloss seine Pforten, und es sah ganz danach aus, dass Veronica endg&uuml;ltig verschwinden w&uuml;rde.</p>
<p>Die Sky-Radio-Gruppe war es dann, die Veronica im Radiobereich aufkaufte und das Recht erwarb, wieder einen Radiosender Radio Veronica zu nennen. Dessen Wiederer&ouml;ffnung war f&uuml;r den 31. August 2003 vorgesehen. Zu diesem Datum wurde die &#8220;Norderney&#8221;, die seit vielen Jahren als schwimmende Disco in Antwerpen liegt, nach Holland gebracht.</p>
<p>War ich morgens von der Er&ouml;ffnung noch hellauf begeistert und nostalgisch ber&uuml;hrt, so blieb es mir pl&ouml;tzlich im Halse stecken. Seit 15 Uhr sendete Radio Veronica vom alten Schiff aus. Man machte sich in gewisser Weise &uuml;ber die Vergangenheit lustig, und andererseits gab es auch eine gewisse Sehnsucht, gerade bei Bart Van Leeuwen, der immerhin im letzten Jahr der Seesender-Historie auf dem Schiff gearbeitet hat. Aber im Allgemeinen wurde nun vorausgeblickt, wie 1995 auch. Dabei h<sup>TM</sup>tte man aus dem Forum im Internet, das man eingerichtet hatte, wissen k&ouml;nnen, dass viele Menschen sich Radio Veronica zur&uuml;cksehnten, wie es fr&uuml;her war. Gegen viertel vor Sechs sagte Bart Van Leeuwen: &#8220;Wir werden uns jetzt noch einmal an unsere Geschichte erinnern, was ein kribbelndes Gef&uuml;hl ist.&#8221; Sein Kollege sagte: &#8220;Ja, wir spielen jetzt vor der offiziellen Er&ouml;ffnung von Radio Veronica noch einmal die Platte von Peter Koelewijn, und dann brechen wir sie endg&uuml;ltig durch.&#8221; Gemeint war das Lied, in dem der holl<sup>TM</sup>ndische Rocks<sup>TM</sup>nger 1974 traurig und w&uuml;tend das Ende von Veronica beklagte: &#8220;Veronica sorry&#8221;. Das hatte das Lied nicht verdient. Es wurde tats<sup>TM</sup>chlich ausgespielt, und dann erklang noch einmal, wohl auch zum letzten Mal auf Veronica, die alte Rede von Rob Out. Dann einen Moment Stille, und dann h&ouml;rte man ein Herz, das zu schlagen begann. Ein forscher Sprecher meinte: &#8220;Heute ist der 31. August 2003, ein historisches Datum f&uuml;r Radio Veronica mit seiner 43-j<sup>TM</sup>hrigen Geschichte.&#8221; Kurze Pause, und dann sagte er: &#8220;Vom alten Sendeschiff von Veronica, der &#8220;Norderney&#8221; aus, spricht nun der Direktor der Sky-Radio-Gruppe, Ton Latouwers.&#8221; Als dann die gesch<sup>TM</sup>ftsm<sup>TM</sup>&szlig;ige Stimme des Direktors erklang, habe ich mir glaube ich &uuml;berlegt, mir einen anderen Haussender zu suchen. Wer wei&szlig;: Vielleicht wird es Radio 2, oder Radio 192, die so klingen wie Veronica fr&uuml;her? Wo ist die H&ouml;rerverbundenheit hin, die Veronica immer ausgezeichnet hat? Warum Sky Radio? Angebote zur Zusammenarbeit hatte es genug gegeben. Warum nicht zur&uuml;ckkehren in den &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk? Nein: Aus Geldmangel musste es Sky Radio sein, um kommerziell bleiben zu k&ouml;nnen. Viel Non-Stop-Musik erwartete uns, und eine Moderation, die trotz einiger alter Gesichter als Aush<sup>TM</sup>ngeschilder doch nicht so freundlich und spritzig zugleich war wie damals. Ich habe abgeschaltet um kurz nach sechs. Sicher: Veronica war zur&uuml;ck, und mit gro&szlig;em psychologischem Geschick hatten sie es geschafft, die H&ouml;rer f&uuml;r einen Moment durch Anlehnung und Beschw&ouml;rung ihrer Tradition zu begeistern. Aber wenn sie so weiter machen, dann haben sie aus den letzten Jahren nichts gelernt, und ich bin wieder abgewandert und erinnere mich lieber an das alte Veronica.</p>
<p>Von diesem alten Veronicagef&uuml;hl, das ich selbst ja nie miterlebt habe, bin ich immer noch begeistert. Zwar nehme ich an, dass mir der Sender in seiner &ouml;ffentlich-rechtlichen Zeit besser gefallen hat, als er mir in seiner Piratenzeit gefallen h&auml;tte, aber trotzdem bin ich ungemein stolz, den letzten Sendetag von Veronica als mp3-Dateien legal zu besitzen.</p>
<p>Dieser letzte Sendetag des Piraten muss ungemein emotional gewesen sein. Hunderttausende pilgerten mit ihren Kofferradios zum Strand, um in der Ferne die Norderney sehen zu k&ouml;nnen. Selbst beim Essen lief immer das Radio. Ich glaube, unsere Familie war zu diesem Zeitpunkt im Urlaub in Holland, in Egmond aan Zee, und mir ist, als h&auml;tte ich am Strand viele Radios geh&ouml;rt. Ob das der ber&uuml;hmte Abschied von Radio Veronica war, wei&szlig; ich nicht, aber eins ist klar. An diesem Sender k&ouml;nnen sich die heutigen Privaten ein Beispiel nehmen. Sie k&ouml;nnten lernen, locker und fr&ouml;hlich zu unterhalten, aber das mit Gehalt und Inhalt zu tun, auch interessante Veranstaltungen durchzuf&uuml;hren, Informationen zu pr&auml;sentieren und so weiter. Wirklich zu h&ouml;ren, was die H&ouml;rer h&ouml;ren wollen. Das war es, was Veronica immer machte. Sonst w&auml;ren so Aktionen wie &#8220;War of the worlds&#8221;, wo man schon mal knappe zwei Stunden zuh&ouml;ren sollte, nicht m&ouml;glich gewesen. Unsere Fabrikprivaten w&uuml;rden das nie bringen.</p>
<p>Eine ruhmreiche Geschichte von 45 Jahren hat derr Sender hinter sich, aber vor 10 Jahren h&auml;tte sie m&ouml;glicherweise enden sollen, oder man h&auml;tte da bleiben sollen, wo pl&ouml;tzlich das alte Rundfunkformat mehr gefragt war als auf dem freien Markt: Im &ouml;ffentlich-rechtlichen System. Heute ist Veronica an Anh&auml;ngsel von Sky-Radio, und das gef&auml;llt mir nicht. Darum wollte ich mit diesem Beitrag an das wahre, das alte Radio Veronica erinnern.</p>
<p>Copyright &copy; 2003-2005, Jens Bertrams.</font></p>
<div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2005/08/radio-veronica-und-seine-lange-geschichte/' addthis:title='Radio Veronica und seine lange Geschichte' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>Keine tags in diesem Beitrag.]]></content:encoded>
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		<title>From a Distance</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jul 2005 07:13:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor ein paar Tagen hörte ich eine Live-Version des Stücks &#8220;from a distance&#8221; gesungen von Nancy Griffith. In ihrer Vorrede sagte sie: &#8220;Das schöne an diesem Stück ist, dass es so viele Meinungen dazu gibt, dass jeder das Lied anders &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2005/07/from-a-distance/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class="addthis_toolbox addthis_default_style" addthis:url='http://blog.jens-bertrams.de/2005/07/from-a-distance/' addthis:title='From a Distance' ><a class="addthis_button_"></a><a class="addthis_button_preferred_1"></a><a class="addthis_button_preferred_2"></a></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Vor ein paar Tagen hörte ich eine Live-Version des Stücks &#8220;from a distance&#8221; gesungen von Nancy Griffith. In ihrer Vorrede sagte sie: &#8220;Das schöne an diesem Stück ist, dass es so viele Meinungen dazu gibt, dass jeder das Lied anders versteht.&#8221; Auch ich habe eine eigene Meinung dazu.<br />
<span id="more-45"></span><br />
Weder Bette Middler, die es zu einem Hit machte, noch Nancy Griffith haben dieses Lied geschrieben. Ich weiß gar nicht, von wem es eigentlich ist. Es gibt eine schöne Version von Raul Malo, Nancy Griffith und Donna Summer, in der Donna Summer ein paar Zeilen auf deutsch singt: &#8220;Aus der Ferne bist du wie mein Freund, obwohl wir im Kriege sind. Und aus der Ferne kann ich nicht verstehen, warum Kriege nötig sind.&#8221; Dieses &#8220;from a distance&#8221; müsste man vielleicht eigentlich korrekt mit &#8220;aus der Ferne betrachtet&#8221; übersetzen. &#8220;God is watching us &#8211; from a distance&#8221; heißt der Refrain. Gott wacht über uns &#8211; aus der Ferne.</p>
<p>Ich finde diesen Text, je länger ich ihn kenne, immer beeindruckender. Zumal Nancy Griffith recht hat, er ist auslegbar. &#8220;God is watching us&#8221; kann etwas sehr tröstliches haben, vor allem, weil es immer wiederholt wird. Ich finde diesen Text eine gelungene Möglichkeit, Religion und den Glauben an Gottes lenkende Hand mit der Eigenverantwortung des Menschen zu verbinden und zu versöhnen.</p>
<p>&#8220;Aus der Ferne betrachtet ist die Welt blau und grün, und die schneebedeckten Berge sind weiß. &#8230; Aus der Ferne betrachtet leben wir in Harmonie. &#8230; Aus der Ferne betrachtet sind wir alle Instrumente einer gemeinsamen Band. &#8230; Aus der Ferne betrachtet haben wir genug von allem, und niemand hat Mangel (z. B. Hunger). Es gibt keine Gewehre und Bomben und keine Krankheiten, und es gibt keine hungrigen Mäuler zu stopfen. &#8230; Gott betrachtet uns &#8211; aus der Ferne.&#8221;</p>
<p>Für mich sagt dieses Lied viel freundlicher, was Karat in ihrem blauen Planeten viel ungeschminkter sagen: &#8220;Uns hilft kein Gott, uns&#8217;re Welt zu erhalten&#8221;. Wir sind selbst dafür verantwortlich. Aus seiner Ferne betrachtet nämlich gibt es bei uns keine Probleme, so wie er es für seine Kinder einst plante. Aus der Ferne betrachtet ist diese Erde das Paradies, das er uns schenkte. Nur wenn man näher heran geht, kann man sehen, was wir Menschen daraus gemacht haben. Gott tut das nicht. Gott betrachtet uns aus der Ferne, und es ist sein gutes Recht. Wir sind es, die das, was wir haben, richtig verteilen müssen, damit es stimmt, dass wir keine Kriege, Hungersnöte und Krankheiten haben auf dieser gesegneten Welt. Gott mag uns betrachten, aber wir dürfen nicht vergessen, dass er es aus der Ferne tut. Wir sind es, die hier leben und unsere Verantwortung zu tragen haben. Diese Verantwortung für uns und unsere Mitmenschen kann uns niemand nehmen. Gott ist&#8217;s zufrieden, denn er hat ein großartiges Werk getan.</p>
<p>Ich habe schon einmal geschrieben, dass ich ein Religionsskeptiker bin. Je älter ich wurde, desto vorsichtiger wurde ich im Bezug auf Religion. Religion führt allzu oft dazu, dass man sein Gewissen und seine Verantwortung, vor allem aber sein selbstständiges Denken an der Kirchentür abgibt. Nach meiner Überzeugung fordert &#8220;From a distance&#8221; uns auf, gute Verwalter dessen zu sein, was Gott uns geschenkt und hinterlassen hat. Und zwar in eigener Verantwortung, denn Gott ist weit, er betrachtet das große Ganze. Seine Anweisungen sind grob und allgemein gehalten, und wir müssen selbst die &#8220;Ausführungsbestimmungen&#8221; erlassen. Diese Verantwortung für die Schöpfung ist unser ureigenstes Gebiet, kein Gott wird es irgendwann einfach richten. Wir sind es, die als Ebenbilder Gottes Verantwortung tragen müssen.</p>
<p>Ich mag ein Religionsskeptiker sein. Wenn Religion aber die Verantwortung übernimmt, uns Menschen die Eigenverantwortung zu lehren, die aus dem Status des Ebenbildes Gottes und aus der Tatsache erwächst, dass die Erde eigentlich genug für alle hat, dann wird sie nach meiner Ansicht ihrem Auftrag gerecht. Die Kirche, die Religion kann eine moralische Instanz der Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe und Verantwortung sein, denn Gott betrachtet uns, seine mit Verstand beseelten Geschöpfe, aus der Ferne.</p>
<p>Copyright &copy; 2005, Jens Bertrams.</p>
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