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	<title>Mein Wa(h)renhaus</title>
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	<description>ein politisches Geschäft mit Käse aus Holland</description>
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		<title>Relaunch des Terraners &#8211; Meine Meinung über Perry Rhodan Neo</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 10:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit vielen viele Jahren lese ich die Sciencefiction-Heftserie Perry Rhodan. Ich mag positive Menschheitsutopien. Darum war ich auf den jetzt erfolgten Neustart sehr gespannt, und dies ist mein erster persönlicher Eindruck. Vor mehr als 50 Jahren startete &#8220;Perry Rhodan&#8221;, die &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/relaunch-des-terraners-meine-meinung-uber-perry-rhodan-neo/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Seit vielen viele Jahren lese ich die <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/sciencefiction/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with ScienceFiction">Sciencefiction</a>-Heftserie Perry Rhodan. Ich mag positive Menschheitsutopien. Darum war ich auf den jetzt erfolgten Neustart sehr gespannt, und dies ist mein erster persönlicher Eindruck.</p>
<p><span id="more-1132"></span>
<p>Vor mehr als 50 Jahren startete &#8220;Perry Rhodan&#8221;, die größte SF-Heftserie der Welt. Seit 4 Monaten nun wird die Geschichte der Menschheit in der Zukunft in der Serie &#8220;Perry Rhodan Neo&#8221; neu erzählt. Vermutlich vor allem, um jüngere und neuere Leser auf die Hauptserie aufmerksam zu machen, doch in dem Projekt steckt Potential, wenn man nicht nur an kurzfristige Geschäftsinteressen denkt. Die ersten 9 Bände sind inzwischen erschienen, und ich habe sie alle gelesen.</p>
<p>Wer kennt nicht die Geschichte von Perry Rhodan? Im Jahre 1971, so erzählen es die Autoren im Jahre 1961, trifft die erste bemannte amerikanische Mondexpedition auf der Rückseite des Mondes auf ein außerirdisches Raumschiff, das dort notgelandet ist. Perry Rhodan, der Kommandant der Expedition, nimmt daraufhin Crest, einen alten, kranken außerirdischen Wissenschaftler, mit zur Erde, um ihn von seiner Leukämie heilen zu lassen. Als dank für diese Heilung schenkt der Wissenschaftler Rhodan und seinen Freunden das unendliche Wissen seines Volkes, der Arkoniden, die die Herrscher eines Sternenreiches mit mehr als 10.000 bewohnten Planeten sind. Mit diesem Wissen, und mit Crest und der arkonidischen Kommandantin Thora an seiner Seite, gelingt es Rhodan trotz heftigen Widerstands der alten Eliten, die Menschheit zu einen, und nach und nach das arkonidische Erbe zu übernehmen, denn das Volk der Arkoniden ist träge und dekadent geworden. Die Schlagkräftigen, disziplinierten und schnell vereinten Terraner werden binnen weniger Generationen zum mächtigsten Volk in der Galaxis. Und Perry Rhodan bleibt ihr Führer, denn er und seine Freunde haben die Unsterblichkeit erhalten, nachdem sie ein galaktisches Rätsel lösten. So bricht die Menschheit in ein neues Zeitalter auf, das ihr gehören sollte, zumindest in den optimistischen sechziger und frühen siebziger Jahren.</p>
<p>Perry Rhodan hat immer den Zeitgeist verfolgt. Aus dem Wissenschaftsoptimismus und einer gewissen Obrigkeitshörigkeit der ersten Jahre wurde ein immer stärker einsetzender Kulturpessimismus, andererseits eine Lockerung der militärischen Sitten, und ein sehr sehr bemühter Umgang mit der Gleichberechtigung der Frau setzte ein, der bis heute nicht wirklich normal geworden ist. Aber wie denn auch, in der <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> hat sich das Thema ja ebenso wenig erledigt.</p>
<p>So viel zur klassischen Perry-Rhodan-Serie. Warum aber einen Neustart? Mir fallen dafür einige Gründe ein. In den ersten 500 Heften wird teilweise eine Technik verwandt, die wir heute längst hinter uns gelassen haben. Neben fantastischen Antigrav-Generatoren und Andruckabsorbern, Transformgeschützen und Fiktivtransmittern gibt es als Herzstück der Schiffseinrichtungen Computer, sogenannte Positroniken, die ihre Ergebnisse über Lochstreifen ausgaben und auch durch solche programmiert wurden. Perry Rhodan konnte die Lochstreifen mit den Fingern lesen, was allerdings ein bemerkenswerter sozialer Fortschritt wäre, es wäre sozusagen wie eine Blindenschrift. Neben diesen eher technischen Gründen sind ganz klar die sozialen und politischen Umstände zu nennen. Wer heute die Geschichte der Vereinigung der Menschheit liest, der kann sie kaum mit sich und seiner Erde von heute in Zusammenhang bringen. Politische Konstellationen und auch soziale und menschliche Verhaltensweisen waren in den sechzigern anders, die Technikgläubigkeit war viel ausgeprägter als heute. Auch wurden in der Originalserie die Arkoniden als Überwesen dargestellt, bis sich ihr Bild nach einer Weile relativierte und sie zu Schlappschwänzen mutierten.</p>
<p>Die Neo-Serie möchte nun den Beginn der neuen Menschheitsgeschichte aus der Sicht unserer heutigen Welt heraus extrapolieren. Darum wurde die Handlung ins Jahr 2036 verlegt, und der Ton ist ein ganz anderer. Man geht von einer negativen Weltentwicklung bis 2036 aus. Die <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/usa/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with USA">USA</a> werden zu einer verkappten Diktatur, Russland wird zu einem neofeudalen, zaristischen Großreich, Iran, Pakistan, Indien, sie alle sind neue Global Player auf der politischen Bühne. Es gibt Stationen der Großmächte auf dem Mond, und sie melden sich plötzlich nicht mehr, weshalb Perry Rhodan zum Mond geschickt wird, um nach dem Rechten zu sehen, doch man weiß bereits von dem außerirdischen Raumschiff. Auch hier wird der Leukämiekranke Crest mit zur Erde genommen, auch hier landet Rhodan anstatt in den <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/usa/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with USA">USA</a> in der Wüste Gobi, errichtet mit Hilfe arkonidischer Roboter eine Stadt und versucht, mit seinen bescheidenen Mitteln eine neue Zeit der Menschheit einzuläuten. In beiden Serrien leistet die Menschheit anfangs heftigen Widerstand, in beiden Serien spielen geistig mutierte Menschen mit besonderen Fähigkeiten eine Rolle, in beiden Serien wird das Raumschiff der Arkoniden auf dem Mond vernichtet, und nur ein Beiboot bleibt zurück. Trotz dieser Grundpfeiler entfernt sich die Handlung von Perry Rhodan Neo von ihrem Original, und das gefällt mir größtenteils sehr gut.</p>
<p>Ein wichtiger Unterschied ist, dass nicht die Technik so sehr im Vordergrund steht. In der Neo-Serie kann arkonidische Technik auch mal versagen, und Crest und Thora sind eben nicht auf allen Gebieten Experten und können nicht alles reparieren. Seitenweise Funktionsbeschreibungen von Triebwerken und Generatoren fehlen völlig. Die Technikverliebtheit ist einer nüchternen Betrachtung technischer Möglichkeiten gewichen. Eine gute Entwicklung, auch wenn ich den Verdacht habe, dass sie hauptsächlich deshalb so durchgeführt wurde, um die Helden der Serie in möglichst aussichtslose Situationen zu bringen. Damit sind wir auch schon beim einzigen Negativpunkt der Serie, sie ist wieder voll im Zeitgeist. Und der ist nun mal pessimistisch. Es fehlt mir der Optimismus der Protagonisten, lustige Anekdoten, mehr Hoffnung, auch mal das Gefühl, dem Unrechten oder &#8220;Bösen&#8221;, wie man so schön sagt, ein Schnippchen schlagen zu können. Es fehlt die positive <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/utopie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Utopie">Utopie</a>, die zumindest trotz des Spannungselements teilweise verwirklicht wird. Trotz der immer wieder heraufbeschworenen Krisen ist ein Teil der Faszination der Perry-Rhodan-Serie, dass es den Menschen in dieser <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/utopie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Utopie">Utopie</a> tatsächlich besser geht. Das ist bis jetzt nicht zu erkennen, die Helden sind entweder etwas blass, oder etwas verkniffen, und wenn sich Rhodan und seine Mitstreiter eines Tages durchsetzen, ist mir das mit mehr Blut erkauft, als es mir für eine <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/utopie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Utopie">Utopie</a> lieb ist. Andererseits bleibt wegen der zurückgefahrenen Technikverliebtheit mehr Platz für Charakterbeschreibungen. Man muss nicht gleich ein ganzes Heft verwenden, um eine Lebensgeschichte zu erzählen, aber die Beschreibung von Menschen und die Darstellung sozialer Gegebenheiten gefällt mir. Ein einfacher Bankangestellter aus der klassischen Serie wird zu einem Investment-Banker umfunktioniert, der seinen Beruf an den Nagel hängte und ein Heim für Straßenkinder gründete. Man kriegt mehr von einfachen Menschen mit, und hoffentlich auch, wie sich ihr Leben mit der Zeit zum Positiven wandelt.</p>
<p>Auffällig ist nach meiner Ansicht, dass einige Charaktere von unterschiedlichen Autoren merkbar unterschiedlich dargestellt werden. Der erste Gegenspieler Rhodans, der chinesische General Baijun, ist so ein Beispiel, oder auch der Generalsekretär der chinesischen KP, der bei seinem ersten Auftreten von Baijun nicht besonders beachtet wurde, beim zweiten Treffen aber als der große Überpolitiker dargestellt wurde, vor dem sich selbst der gewiefte Baijun in Acht nahm, und der am Schluss doch nur ein einfacher Machtmensch war, obwohl er vorher bei einem Gespräch mit dem General als sehr klug und überlegt dargestellt wurde. Vielleicht müssen sich die Autoren noch etwas aufeinander einspielen.</p>
<p>Ich hoffe, dass die Neo-Serie uns erhalten bleibt. Sie bietet Perspektiven, eine fantastische und doch vorstellbare Geschichte der Menschheit zu erzählen. Überwaffen wie der Psychostrahler, mit dem Arkoniden anderen Lebewesen ihren Willen aufzwingen können, und von dem Rhodan anfangs in der klassischen Serie regen Gebrauch machte, fehlen in der neuen Serie ganz. Dafür kommt es auf viele Menschen an, die etwas gemeinsam vollbringen sollen und wollen. Ein tolles Konzept, von dem ich hoffe, dass man es konsequent beibehält, ohne Rhodan zu blass werden zu lassen. Und man sollte nie vergessen, dass es sich um eine Utopie handelt. Sie sollte auch ein paar positive Züge tragen. Es kann nicht darum gehen, die Wirklichkeit von heute in die Zukunft zu übertragen, sondern aus der Wirklichkeit von heute eine bessere Zukunft zu gestalten.</p>
<p>Weiter so, perry Rhodan Neo! Ich bin sehr gespannt, mehr als auf die derzeitige Handlung der klassischen Serie!</p>
<p>p. S.: Ich wollte und will nicht zu viel über den Inhalt verraten, deshalb bleiben meine Ausführungen und Beispiele eher vage.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a title="Link zur Homepage" href="http://www.perry-rhodan.net" target="_blank">Hier ist der Link zur Perry-Rhodan-Homepage</a></p>

	<p>Tags: <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/literatur/" title="Literatur" rel="tag">Literatur</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/raumfahrt/" title="Raumfahrt" rel="tag">Raumfahrt</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/sciencefiction/" title="ScienceFiction" rel="tag">ScienceFiction</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/utopie/" title="Utopie" rel="tag">Utopie</a></p>
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		<title>Tagwerk vom 30.01.2012</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 22:50:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier nach einigen Tagen mal wieder eine kurze und persönliche Kommentierrung mehrerer aktueller Ereignisse. Endlich beginnen die Arbeiten an dem Projekt Stuttgart 21. So sehr ich Parkschützer und Protestdemonstranten verstanden habe, so sehr wurde der Krampf um den Bahnhof in &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/tagwerk-vom-30-01-2012/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Hier nach einigen Tagen mal wieder eine kurze und persönliche Kommentierrung mehrerer aktueller Ereignisse.</p>
<p><span id="more-1129"></span>
<p>Endlich beginnen die Arbeiten an dem Projekt Stuttgart 21. So sehr ich Parkschützer und Protestdemonstranten verstanden habe, so sehr wurde der Krampf um den Bahnhof in den letzten anderthalb Jahren politisch instrumentalisiert. Spätestens seit der Volksabstimmung, die überraschenderweise scheiterte, muss man als Demokrat einfach einsehen, dass das Projektt legitim ist. Natürlich mag es immer noch gesetzliche Gründe wie die vielen kleinen Käfer geben, die den Bau vorübergehend zurecht aufhalten, aber im Großen und Ganzen sollten sich auch und gerade die demokratischen S21-Gegner dem Volksvotum beugen.</p>
<p>Die Diskussion über die Linke, die vom <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/verfassungsschutz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Verfassungsschutz">Verfassungsschutz</a> beobachtet wird, bekommt langsam groteske Züge. In der Sendung Günter Jauch war gestern ein alter, ehemaliger Verfassungsschutzpräsident zu Besuch. Der tat mir fast leid, weil er den Fragen überhaupt nicht gewachsen war. Auf die Frage, warum man die zwickauer Terrorzelle nicht gefangen hatte, erzählte er von einer Hausdurchsuchung, bei der einer der Beschuldigten einfach weggefahren sei, wogegen man doch nichts habe machen können. Dafür erntete er nur noch Gelächter. Eine gute Figur machte für mich der SZ-Chefkommentator Heribert Prantl. Entweder der <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/verfassungsschutz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Verfassungsschutz">Verfassungsschutz</a> habe von den Aktivitäten der Zwickauer nichts geahnt, dann sei er überflüssig. Oder er habe eine Ahnung gehabt, dann sei er gefährlich, sagte Prantl. Dem kann ich mich nur anschließen.</p>
<p>Die deutsche Linke und die Friedensbewegung tun sich nach wie vor schwer mit <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/kritik/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kritik">Kritik</a> am Assad-Regime in Syrien. Während die UNO und die arabische Liga eingreifen will, und während Russland aus geostrategischen Gründen ablehnt und weder sich, noch dem syrischen Volk einen Dienst erweist, schweigen die deutschen Linken. Manche stellen sich sogar demonstrativ hinter Assad, der in den Vororten von Damaskus wieder Massenhinrichtungen durchführen lässt. Es ist wie so oft eine Sprachlosigkeit vorhanden, die immer dann eintritt, wenn man westlichen Meinungen zustimmen müsste. Dann besteht plötzlich die Angst, den Gegnern in die Hand zu spielen. Mehr Selbstbewusstsein, Gelassenheit und Standfestigkeit auch bei taktisch unbequemen Themen wären angebracht. Man wird nicht zum Freund der gesamten westlichen Politik, wenn man die Massenmorde in Syrien mit dem Westen gemeinsam verurteilt. Man wird nur menschlich.</p>
<p>Christian Wulff könnte es schaffen, doch noch im Amt zu bleiben. Je länger die Affäre dauert, die längst nicht mehr hauptsächlich um seinen 500.000-Euro-Privatkredit geht, desto größere Chancen hat er. Stand er zunächst selbst im Fadenkreuz der Ermittlungen von <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/presse/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Presse">Presse</a> und Polizei, so wurde mit der Durchsuchung des Büros seines Ex-Sprechers Olaf Glaeseker alles anders. Jetzt ist die Frage nur noch: Wieviel hat Wulff von den Machenschaften seines bösen Sprechers gewusst? Dabei galt Glaeseker vorher als absoluter persönlicher Vertrauter des Präsidenten, der nie etwas ohne dessen Zustimmung angefangen hätte. Vermutlich wird es gelingen, die Schuld auf den ehemaligen Sprecher abzuwälzen, Politiker der <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/cdu/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with CDU">CDU</a> beginnen schon damit. Wieder eine schmierige Affäre mehr in Deutschland, die nach Art von Helmut Kohl durch Aussitzen bewältigt werden könnte. Unserer <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Demokratie">Demokratie</a> nutzt Wulff so jedenfalls nichts.</p>
<p>Die Kampfansage des CDU-Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling an die <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/netzgemeinde/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Netzgemeinde">Netzgemeinde</a> sorgt im Internet wegen ihrer schwülstigen und teils verfehlten Formulierungen für Gelächter. Am ersten und zweiten Tag mag das angehen, aber dann wird es notwendig werden, sich inhaltlich mit diesem Licht der christlichen Aufklärung mal etwas näher zu befassen. Die Kampfansage ist ernst, sie spiegelt das weit verbreitete Misstrauen des mächtigen Establishments gegen ein freies und unzensiertes Web wieder. Man will den verlorenen Boden der Meinungsführerschaft und des Zugangs zu Wissen aller Art wieder zurückgewinnen. Die Chancen stehen trotz des <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/sopa/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with SOPA">SOPA</a>- und PIPA-Protesterfolges nicht schlecht. In Europa wird derzeit das vergleichbare Projekt ACTA beschlossen, und die öffentlich-rechtlichen Medien, die traditionellen Wissenslieferanten auch im Internet, depublizieren nach 7 Tagen ihre Informationen, um eine Chancengleichheit im Wettbewerb herzustellen. Da spielt es keine Rolle, dass die Konkurrenten an neutraler Information gar nicht interessiert sind, sondern einzig und allein ein gutes Konkurrenzangebot zerstören wollen. In diesem Licht betrachtet ist Herr Heveling ausführendes Organ einer Lobby, die den Zugang zu Wissen und Information unter einen großen Kostenvorbehalt stellen will, um ihre Gewinne zu maximieren, und politisch vielleicht auch, um missliebige Meinungen durch die Beschränkung des Wissenszugangs auf Vermögende zu unterdrücken. Wo kämen wir hin, wenn der Pöbel Zugang zum Weltwissen bekäme, ohne dafür horrende Preise zu bezahlen. Diese Kampfansage ist nicht witzig, sie ist äußerst gefährlich, und noch dürfen wir die Macht der <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/netzgemeinde/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Netzgemeinde">Netzgemeinde</a>, wer auch immer das im Einzelnen ist, nicht überschätzen.</p>
<p>Auf Twitter machte heute der sogenannte Hashtag #tl82 die Runde. Nachrichten, die mit diesem Tag als Suchbegriff versehen wurden, wurden so gestaltet, als befände man sich im Jahre 1982. Es kam ein äußerst spannendes und nostalgisches Mosaik unterschiedlichster Nachrichten von vor 30 Jahren heraus. Natürlich schlichen sich auch kleine Fehler ein, wenn in einer Nachricht das Lied &#8220;Purple Rain&#8221; von Prince statt ins Jahr 1984 ins Jahr 1982 gesteckt wurde. Doch es versammelte sich nach und nach unter dem Begriff #tl82, Timeline 82, eine vielfältige und kreative Sammlung von kleinen Berichten aus der Vergangenheit. &#8220;Warte mit Spannung auf den dritten Teil der Saga &#8220;Krieg der Sterne&#8221;", lautete eine Nachricht. Ein anderes wiederkehrendes Thema war der Grand-Prix-Gewinn für Deutschland durch das Lied &#8220;Ein bisschen Frieden&#8221; von Nicole. Auch ich steuerte einige Nachrichten zu dem &#8220;Mem&#8221; bei, wie ein solches Konglomerat von eingefleischten Usern genannt wird. Ich erinnerte mich an das Ende der sozialliberalen Koalition unter Helmut Schmidt, den Falklandkrieg, die Fußballweltmeisterschaft mit dem meiner Ansicht nach getürkten Spiel Deutschlands gegen Österreich, und an den Erwerb eines Ferienhäuschens in den Niederlanden durch meine Familie. Manche Nachrichten lauteten auch schlicht und einfach: &#8220;Werde gerade gezeugt&#8221;. Interessant waren auch Meinungen aus der damaligen zeit wie: &#8220;Rocky 3 gesehen, das ist bestimmt der Letzte&#8221;, oder: &#8220;Diese Computer werden sich niemals durchsetzen.&#8221;</p>
<p>Der Winter hat endgültig Einzug gehalten. Anderthalb Monate zu spät purzelten die Temperaturen vielerorts auf -10 Grad. Dabei soll es aber nicht bleiben. In den nächsten Tagen sollen es teilweise -20 Grad werden. Da der Wind kalt und scharf aus dem Osten wehe, sagen die Wetterfrösche, seien die gefühlten Temperaturen noch niedriger. Na dann gute Nacht. Hoffentlich bleibt uns der Winter nicht bis Mai erhalten oder so, nur weil er später eingetrudelt ist. Das Wetter schlägt einem aufs Gemüt, zumindest mir, der ich ein Fan von Frühling und Sommer bin.</p>
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		<title>Im Handelsblatt &#8211; Der Mann, der den Schuss nicht hörte, oder: &#8220;Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren!&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 15:23:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man mag über Ansgar Heveling (CDU) witzeln und lachen, aber mich ärgert sein Beitrag im Handelsblatt nicht nur, sondern ich verstehe ihn auch als echte Kampfansage. Die CDU hat ein U-Boot in die Enquete-Kommission des Bundestages geschickt, einer, der mit &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/im-handelsblatt-der-mann-der-den-schuss-nicht-horte-oder-netzgemeinde-ihr-werdet-den-kampf-verlieren/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Man mag über Ansgar Heveling (<a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/cdu/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with CDU">CDU</a>) witzeln und lachen, aber mich ärgert sein Beitrag im Handelsblatt nicht nur, sondern ich verstehe ihn auch als echte Kampfansage. Die <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/cdu/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with CDU">CDU</a> hat ein U-Boot in die Enquete-Kommission des Bundestages geschickt, einer, der mit den Mitteln auch des Netzes die <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/freiheit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Freiheit">Freiheit</a> des Netzes beschränken will, und zwar unter der Flagge von <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/freiheit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Freiheit">Freiheit</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Demokratie">Demokratie</a> und Eigentum. Das Ende von Google und Wikipedia, das er offenbar über Ecken herbeiführen will, wäre zwar nicht das Ende des Weltwissens, aber es wäre das Ende der Zugänglichkeit für nicht vermögende Menschen. Und das genau will so jemand auch. Ja, wir müssen einem Treiben Einhalt gebieten, aber einem Treiben dieser Wissensmafia, die ein Monopol der Vermögenden und Konservativen anstrebt. Ich bin da besonders empfindlich: Als blinder Mensch weiß ich, wie es ist, wenn einem Wissen vorenthalten wird, damals vor dem Internet aus technischen Gründen. Noch einmal werde ich es mir nicht mehr kampflos nehmen lassen.</p>
<p>Hier der Beitrag des CDU-Bundestagsabgeordneten im Handelsblatt, die Kampfansage an die <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/netzgemeinde/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Netzgemeinde">Netzgemeinde</a>, die ich nicht als Witz, sondern als ernstzunehmende Warnung und Kriegserklärung begreife:</p>
<p><a href='http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-netzgemeinde-ihr-werdet-den-kampf-verlieren/6127434.html'>Gastkommentar: Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren! &#8211; Gastbeiträge &#8211; Meinung &#8211; Handelsblatt</a>.</p>

	<p>Tags: <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/cdu/" title="CDU" rel="tag">CDU</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" title="Demokratie" rel="tag">Demokratie</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/freiheit/" title="Freiheit" rel="tag">Freiheit</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/netzgemeinde/" title="Netzgemeinde" rel="tag">Netzgemeinde</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/urheberrecht/" title="Urheberrecht" rel="tag">Urheberrecht</a></p>
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		<title>Die Linke und der Verfassungsschutz &#8211; Eine Analyse</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 14:53:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon vor ein paar Tagen habe ich zu diesem Thema geschrieben, aber ich habe zuvor nicht recherchiert. Der jetzt vorliegende Beitrag wurde für www.ohrfunk.de verfasst und beruht auf Recherche. Trotzdem werde ich auf Links zu gesetzlichen Einzelnormen verzichten, die aber &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/die-linke-und-der-verfassungsschutz-eine-analyse/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Schon vor ein paar Tagen habe ich zu diesem Thema geschrieben, aber ich habe zuvor nicht recherchiert. Der jetzt vorliegende Beitrag wurde für <a href="http://www.ohrfunk.de">www.ohrfunk.de</a> verfasst und beruht auf Recherche. Trotzdem werde ich auf Links zu gesetzlichen Einzelnormen verzichten, die aber über die bereitgestellten Links leicht aufgefunden werden können.</p>
<p><span id="more-1122"></span>
<p>Wie inzwischen alle wissen, werden 27 Abgeordnete der Linksfraktion des Bundestages vom <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/verfassungsschutz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Verfassungsschutz">Verfassungsschutz</a> überwacht. Nun hat der CSU-Generalsekretär <a title="Link zu Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Dobrindt" target="_blank">Alexander Dobrindt</a> mittelfristig ein <a title="Link zu Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Parteiverbot" target="_blank">Verbotsverfahren</a> gegen <a title="Link zur Homepage" href="http://www.die-linke.de" target="_blank">die Linke</a> gefordert, da sie <a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Verfassungswidrigkeit" target="_blank">verfassungswidrig</a> sei und den Systemwechsel wolle. Wer aber weiß eigentlich, was mit <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/verfassungsfeindlichkeit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Verfassungsfeindlichkeit">Verfassungsfeindlichkeit</a>, Verfassungswidrigkeit und <a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/freiheitliche_demokratische_Grundordnung" target="_blank">freiheitlich-demokratischer Grundordnung</a> eigentlich gemeint ist? Und was sagt und schreibt die Linke, was sie in den Augen der Verfassungsschützer so verdächtig macht?</p>
<p>Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat u. A. die Aufgabe, Bestrebungen zu beobachten, die sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung richten. Parteien, die diese Grundordnung ablehnen, nennt man verfassungsfeindlich, weil sie sich zu einem anderen politischen System bekennen. Solange sie dies aber gewaltfrei und nicht aktiv kämpferisch tun, werden sie zwar beobachtet, können aber nicht verboten werden. Erst wenn eine aktiv kämpferische Haltung zu beobachten ist, kann das Bundesverfassungsgericht eine solche Partei verbieten, sie wird dann für verfassungswidrig erklärt. Alexander Dobrindt ist nun der Meinung, die Partei &#8220;Die Linke&#8221; sei nicht nur verfassungsfeindlich, sondern betreibe einen aktiven Kampf gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung, darum solle man beim Bundesverfassungsgericht einen Verbotsantrag stellen.</p>
<p>Was aber ist nun diese ominöse freiheitliche demokratische Grundordnung, von der immer die Rede ist, und gegen die sich die Linke wendet? Antwort finden wir im Verfassungsschutzgesetz und in Urteilen des Bundesverfassungsgerichts. Demnach gehören dazu:<br />
Das Recht des Volkes, die Staatsgewalt in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung auszuüben und die Volksvertretung in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl zu wählen,<br />
die Bindung der Gesetzgebung an die verfassungsmäßige Ordnung und die Bindung der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung an Gesetz und Recht,<br />
das Recht auf Bildung und Ausübung einer parlamentarischen Opposition,<br />
die Ablösbarkeit der Regierung und ihre Verantwortlichkeit gegenüber der Volksvertretung,<br />
die Unabhängigkeit der Gerichte,<br />
der Ausschluss jeder Gewalt- und Willkürherrschaft und<br />
die im <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/grundgesetz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Grundgesetz">Grundgesetz</a> konkretisierten Menschenrechte. Dazu gehören vor allem, aber nicht nur, die Würde des Menschen, die persönliche Entfaltungsfreiheit, die Meinungs- und Gewissensfreiheit, die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, die Unverletzlichkeit der Wohnung, das Recht auf Eigentum und das Sozialstaatsprinzip.<br />
Dies, und nur dies, sind die Rechtsgüter, die man als Partei verbal ablehnen muss, um verfassungsfeindlich genannt zu werden, oder die man aktiv kämpferisch bekämpfen muss, um verboten und für verfassungswidrig erklärt zu werden. Was aber nicht dazu gehört, ganz egal, wie sehr es sich Herr Dobrindt wünscht, ist der <a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kapitalismus" target="_blank">Kapitalismus</a>. Im Gegenteil: In Artikel 14 Absatz 2 des Grundgesetzes heißt es: &#8220;Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.&#8221; Und Artikel 15 Satz 1 lautet: &#8220;Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden.&#8221; Grundsätzlich wäre also auf einfach gesetzlichem Wege eine Umgestaltung des Wirtschaftssystems bis hin zu einer Teilverstaatlichung der <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/wirtschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Wirtschaft">Wirtschaft</a> möglich. Würde man ein solches Vorhaben politisch versuchen, käme dies einem wirtschaftlichen und teils gesellschaftlichen Systemwandel gleich, aber dieser Wandel ist vom Grundgesetz gedeckt.</p>
<p>
Schon in der Präambel zu ihrem <a title="Link zur Seite" href="http://www.die-linke.de/partei/dokumente/programmderparteidielinke/" target="_blank">Parteiprogramm</a>, sagt Alexander Dobrindt, fordere die Linke den Systemwechsel und wolle praktisch die DDR wiedererrichten. Erlauben Sie mir zum Schluss dieses kurzen Beitrages, einige Sätze aus dieser Präambel zu zitieren, damit Sie sich jenseits aufgeheizter Mediendebatten Ihre eigene Meinung bilden können:</p>
<p>&#8220;DIE LINKE als sozialistische Partei steht für Alternativen, für eine bessere Zukunft. Wir, demokratische Sozialistinnen und Sozialisten, demokratische Linke mit unterschiedlichen politischen Biografien, weltanschaulichen und religiösen Einflüssen, Frauen und Männer, Alte und Junge, Alteingesessene und Eingewanderte, Menschen mit und ohne Behinderungen, haben uns in einer neuen linken Partei zusammengeschlossen. Wir halten an dem Menschheitstraum fest, dass eine bessere Welt möglich ist. &#8230; Wir kämpfen für eine <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a>, in der kein Kind in Armut aufwachsen muss, in der alle Menschen selbstbestimmt in Frieden, Würde und sozialer Sicherheit leben und die gesellschaftlichen Verhältnisse demokratisch gestalten können. Um dies zu erreichen, brauchen wir ein anderes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem: den demokratischen Sozialismus. &#8230; Wir finden uns nicht ab mit einer Welt, in der Profitinteressen über die Lebensperspektive von Milliarden Menschen entscheiden und in der Ausbeutung, Kriege und Imperialismus ganze Länder von Hoffnung und Zukunft abschneiden. Wo vor allem der Profit regiert, bleibt wenig Raum für <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Demokratie">Demokratie</a>. Die ungebändigte <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/freiheit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Freiheit">Freiheit</a> der großen Konzerne bedeutet Unfreiheit für die Mehrheit der Menschen. &#8230; Wir wollen die neuen Möglichkeiten der Wissensaneignung, des kulturellen Austauschs und der Kommunikation für eine lebenswerte Zukunft nutzen. Rechts- und Sozialstaatlichkeit wollen wir ausbauen, damit Frauen und Männer souverän über ihre Arbeits- und Lebenszeit entscheiden können, Chancen der Beteiligung, der Bildung, des sozialen Füreinanders ergreifen können. Grenzenloser Reichtum für die oberen Zehntausend, Entwürdigung für immer mehr Arme und sinkender Wohlstand für die große Mehrheit sind nicht Ergebnis der Internationalisierung von Produktion und Handel, sondern des globalen <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/kapitalismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kapitalismus">Kapitalismus</a>. Die Konsequenzen für Deutschland sind allgegenwärtig: ein wachsender Niedriglohnsektor, Arbeitsplatzvernichtung, Abbau von sozialen Leistungen, verarmte Kommunen, fehlende Ausbildungsplätze, soziale Bildungsprivilegien, Zwei-Klassen-Medizin, alte Menschen in Armut oder ohne menschenwürdige Pflege. Die herrschende Politik hat sich den Interessen der Konzernchefs und Vermögensbesitzer untergeordnet. Diese Agenda ist gegen die Interessen der Mehrheit der Menschen gerichtet. Wir setzen auf globale Kooperation und Solidarität statt auf das Recht des Stärkeren. Eine Welt unter dem Diktat eines allmächtigen globalen <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/kapitalismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kapitalismus">Kapitalismus</a> ist keine erstrebenswerte Welt. Im Mittelpunkt von Wirtschaft und Politik müssen die Lebensbedürfnisse und Interessen der Mehrheit der Menschen stehen.&#8221;</p>
<p>Menschen mit solchen Zielen müssen in einer Demokratie unbedingt vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Sie sind suspekt, aber wem?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Update: Ich habe einen <a title="Link zum Blogbeitrag" href="http://blog.jens-bertrams.de/2011/01/wege-zum-kommunismus-oder-zu-mehr-toleranz-gesine-lotzsch-und-die-kommunismusdebatte/" target="_blank">Artikel</a> von mir gefunden, in dem ich mich vor ziemlich genau einem Jahr schon einmal ansatzweise mit den Linken und ihrer Verfassungstreue auseinandergesetzt habe.</p>

	<p>Tags: <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/uberwachung/" title="Überwachung" rel="tag">Überwachung</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" title="Demokratie" rel="tag">Demokratie</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/kapitalismus/" title="Kapitalismus" rel="tag">Kapitalismus</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/parteiprogramm/" title="Parteiprogramm" rel="tag">Parteiprogramm</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/parteiverbot/" title="Parteiverbot" rel="tag">Parteiverbot</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/sozialismus/" title="Sozialismus" rel="tag">Sozialismus</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/verfassungsfeindlichkeit/" title="Verfassungsfeindlichkeit" rel="tag">Verfassungsfeindlichkeit</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/verfassungsschutz/" title="Verfassungsschutz" rel="tag">Verfassungsschutz</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/wirtschaft/" title="Wirtschaft" rel="tag">Wirtschaft</a></p>
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		<title>Von Scheren im Kopf, inneren Zensoren und Verschwörungstheorien</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 19:07:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer und Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Verschwörungstheorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Internet ist ein schöner bunter Platz. Frei zugängliche Information schwirrt herum, ganz gleich, ob sie nun der Wahrheit entspricht oder nicht. Und was ist überhaupt Wahrheit? Glaubt nicht jeder, was er glauben will? Und lohnt sich im Dschungel von &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/von-scheren-im-kopf-inneren-zensoren-und-verschworungstheorien/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Das Internet ist ein schöner bunter Platz. Frei zugängliche Information schwirrt herum, ganz gleich, ob sie nun der Wahrheit entspricht oder nicht. Und was ist überhaupt Wahrheit? Glaubt nicht jeder, was er glauben will? Und lohnt sich im Dschungel von Verschwörungstheorien und einem Marktplatz voller Hassparolen noch Überzeugungsarbeit?</p>
<p><span id="more-1119"></span>
<p>Seit einem knappen Jahr bin ich in einer politischen Mailingliste mehr oder weniger aktiv. Ein ruhiger Ort, den man manchmal monatelang vergisst, denn kaum jemand interessiert sich für Politik und redet darüber. Abgestumpft sind die meisten Menschen, ausgeliefert jenem mächtigen Gefühl, ohnehin nichts ändern zu können. Allerdings gibt es da einen, der immer wieder Links zu sogenannten kritischen Seiten postet, zu Seiten, die, so der interessierte Polit-Netz-Aktivist, jenseits des Mainstreams und unserer von Medien und durch Erziehung eingeschränkten Weltsicht die Aufmerksamkeit auf den wahren Zustand unserer Welt lenkten. Unsere erste Diskussion hatten wir, als er die Argumente der sogenannten <a title="Link zur Webseite" href="http://www.krr-faq.net/" target="_blank">kommissarischen Reichsregierungen</a> in der Mailingliste verbreitete. Deren krude und verquere Argumentation, Hitler-Deutschland bestehe noch fort, und das werde nur von den Machthabern verschleiert, wurde mit vielen Rechtsdokumenten scheinbar unterfüttert. Ich hatte mich vor ein paar Jahren schon einmal damit befasst. Es gibt in der Argumentation immer einen Punkt, für den es keinen Beleg gibt. Beispiel: &#8220;Der US-Außenminister habe auf einer Konferenz im Juli 1990 die BRD und die DDR für aufgelöst erklärt.&#8221; Zu einer Menge Urteilen und Gesetzen vorher gab es einen Link mit Zitaten, aber dieses Detail musste man einfach glauben. Oder es wurden mal schnell Daten vertauscht, wann ein Vertrag verabschiedet, beschlossen oder ratifiziert wurde, und wann er formaljuristisch in Kraft trat. Daraus wurden dann den Behörden der BRD alle Befugnisse abgesprochen. Wir haben lange über dieses Thema debattiert, und wenn ich meinen Diskussionspartner vielleicht auch nicht vollständig überzeugen konnte, ich glaube, wir erzielten ein recht gutes Einvernehmen. Seine Hauptquelle für &#8220;kritische Beiträge&#8221; ist das Blog &#8220;<a title="Link zur Webseite" href="http://alles-schallundrauch.blogspot.com" target="_blank">Alles Schall und Rauch</a>&#8221; des schweizer Bloggers Freeman.</p>
<p>Neulich aber kamen neue Links. Sie verwiesen auf das Lupo-Cattivo-Blog, auf eine <a title="Link zum Blogbeitrag" href="http://lupocattivoblog.wordpress.com/2010/01/25/der-schlussel-die-verborgene-weltdiktatur-des-rothschild-imperiums-1/" target="_blank">Serie über die Weltdiktatur des Rothschild-Imperiums</a> und eine <a title="Link zum Blog" href="http://lupocattivoblog.wordpress.com/2011/09/16/das-weltbild-der-meisten-menschen-manipulationen-und-falschinformationen%e2%80%a6/" target="_blank">Serie über gezielte Desinformation</a> durch die Massenmedien. Natürlich habe ich sofort an den <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/nationalsozialismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Nationalsozialismus">Nationalsozialismus</a> gedacht, noch bevor ich in die Texte hineingelesen habe. Nicht alle Juden, so heißt es in den Texten sinngemäß, sind böse, sondern nur die <a title="Link zu Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zionismus" target="_blank">Zionisten</a>, rund 1 % der Juden, die sich hinter einer Mauer von 99 % Ahnungsloser versteckten, die schon nicht angegriffen werden dürften wegen des <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/holocaust/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Holocaust">Holocaust</a>. Angedeutet wird auch, dass das mit dem <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/holocaust/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Holocaust">Holocaust</a> nicht so schlimm sein könne, die New York Times könnte ja schon seit 1942 darüber gelogen haben, sie sei ein führendes Instrument der Weltdiktatur der <a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rothschild" target="_blank">Rothschilds</a>, oder des Komitees der 300, des Weltsozialismus, der <a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz" target="_blank">Bilderberger</a> oder wie auch immer man sie nennen mag.</p>
<p>Viele Menschen werden nun sagen: &#8220;Warum befasst du dich überhaupt damit? Verschwörungstheoretischer Schwachsinn!&#8221; Aber genau das ist es. Mein Gesprächspartner meinte, wir dürften ja nicht über das &#8220;internationale Finanzjudentum&#8221; oder die &#8220;<a title="Link zu Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Protokolle_der_Weisen_von_Zion" target="_blank">Protokolle der Weisen von Zion</a>&#8221; debattieren, wir müssten befürchten, im Gefängnis zu landen. Deshalb sei die Schere schon im Kopf eingebaut, wir trügen den inneren Zensor mit uns herum, kritische Meinungen wollten wir gar nicht wahrnehmen. Und er fühlt sich durch die Meinung über Verschwörungstheoretiker bestätigt, wenn sich die Leute einfach von ihm abwenden. Also tue ich es nicht! Ich diskutiere und rede mit ihm, eben weil ich keine Schere im Kopf haben will, weil ich den inneren Zensor ablehne!</p>
<p>Doch wie soll ich mit dieser Meinung meines Gesprächspartners umgehen? Es hilft nicht, einfach seine Meinung zu verteufeln, es wäre &#8211; zurecht sogar &#8211; das Ende des Gesprächs. Sachliche Argumente aber lassen sich gegen eine solche Weltverschwörung nicht vorbringen, ohne dass das Gehirn einen Overload produziert. Dabei hätte ich sie, aber es wäre schon ungeheuer schwierig, sie meinem Gesprächspartner zu präsentieren.</p>
<p>Vor ein paar Wochen habe ich eine tägliche Zeitung aboniert. Erstmals in meinem Leben. Es ist die <a title="Link zur TAZ" href="http://www.taz.de" target="_blank">TAZ</a>, eine zugegeben linksgerichtete Zeitung, natürlich keine kommunistische oder sozialistische, aber ganz offen eine linksgerichtete. Würde ich versuchen, meinem Gesprächspartner Artikel und Informationen aus dieser Quelle entgegen zu halten, so würde er sagen, dass dies bereits eine vom System infiltrierte Mainstream-Meinung ist. Das heißt: Es werden bereits keine anderen als die eigenen Quellen mehr akzeptiert. Das hilft natürlich auch, keine anderen Meinungen an sich heran kommen lassen zu müssen. Und es hilft, die Welt nicht komplizierter machen zu müssen, als das Weltbild der Rechten sie braucht. Der innere Zensor, den diejenigen von uns vorgeworfen bekommen, die sich zumindest auch aus sogenannten Mainstream-Medien informieren, tragen die Rechten in Wahrheit selbst, denn sie akzeptieren nur ihre Quellen. Eine echte Gegenüberstellung findet nicht statt. Dass sie mir im Falle der sogenannten kommissarischen Reichsregierungen dennoch einigermaßen gelang, grenzt fast an ein Wunder. Ob mein Gesprächspartner sich beeindrucken lässt, wenn ich ihm sage, dass die TAZ nicht durch einen Medienkonzern, sondern von einfachen Bürgern gegründet wurde, eben mit dem Ziel, eine kritische Stimme zu sein?</p>
<p>Natürlich ist es einfach, sich die Welt in einem schwarz-weiß-Schema zu erklären, aber genau so einfach ist es, jeden, der sich von den schlagkräftigen Parolen von rechts angezogen fühlt, einfach für einen Spinner zu halten und abzuschreiben. Dann kapitulieren wir vor den Rattenfängern einer scheinbar einleuchtenden Ideologie. Und wir sollten auch nicht alle Argumente der Anderen von vorne herein ablehnen. So bin ich mir sehr sicher, dass die Bilderberg-Konferenzen mehr sind als rein private Treffen.</p>
<p>Ich habe in der TAZ zum Beispiel einen ausführlichen <a title="Link zur TAZ" href="http://www.taz.de/Staatslobbyismus/!86563/" target="_blank">Artikel über die öffentlich-privaten Partnerschaften</a> gelesen. Einen Artikel, in dem durchaus hart und engagiert sachlich die Ausbeutung öffentlichen Eigentums und der Steuergelder durch die Großindustrie angeprangert wird. Dazu muss man nicht das Haus Rothschild und das Finanzjudentum bemühen. Aber die Verflechtungen sind natürlich auch nicht so einfach zu durchschauen. Mit einem übermächtigen Geheimbund als Gegner ist das Leben nicht nur spannender, man ist auch aussichtsloser im Kampf gegen die Weltregierung, und man muss nicht tiefer in die wahren, komplizierten Zusammenhänge einsteigen. Eine Welt von 7 Milliarden Menschen wird nicht von 300 Bilderbergern regiert, und warum sollten ausgerechnet Syrien und der Iran derzeit außerhalb dieser Regierung stehen, als heldenhafte letzte Vertreter einer freien Welt? Das klingt absurd, doch mein Gesprächspartner würde sagen, dass es nur deshalb absurd klingt, weil wir uns keine sogenannten abwegigen Meinungen mehr erlauben.</p>
<p>Die Rechten sind immer Opfer, das ist eine weitere These. Beispiel Fernsehdebatte. Wenn dann mal ein Mensch mit einer anderen Meinung zugelassen werde, dann einer, der sich nicht gut ausdrücken könne, und man setze ihm eloquente Linke entgegen, die ihn in Grund und boden redeten. Dass die größten Medienkonzerne rechtsgerichtet sind, fällt offenbar überhaupt nicht ins Gewicht.</p>
<p>Für mich ist dieser halb offene <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/antisemitismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Antisemitismus">Antisemitismus</a> erschreckend, der sich in die Mitte der deutschen <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> gefressen hat. Intelligente, sympatische Menschen diskutieren den Begriff &#8220;<a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/antisemitismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Antisemitismus">Antisemitismus</a>&#8221; sprachgeschichtlich weg, weil er nicht nur die Juden betrifft. Und statt der Juden hasst man nur die Zionisten, also die mächtigen weltvergifter, die sich hinter den Ahnungslosen verstecken, aber kaum von ihnen zu trennen sind. Dies geht in intelligenten Köpfen vor. Wie mag es erst an den Stammtischen zugehen? Sie werfen uns vor, Israel nie zu kritisieren, und dabei lassen sie einen Großteil der Geschichte einfach aus. Es waren die linken Terroristen der <a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Armee_Fraktion" target="_blank">RAF</a>, die die Juden als Feinde begriffen haben, weil sie die Araber unterdrückten, die sozialistischen Brüder der RAF. Gleichzeitig verurteilte dieselbe Generation ihre Väter wegen der Nazigreuel. Und auch ich, der ich eine linke Zeitung lese, <a title="Link zum Blogpost" href="http://blog.jens-bertrams.de/2010/06/ein-offener-brief-an-israels-ministerprasidenten-netanjahu/" target="_blank">kann Israel scharf kritisieren</a>, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, und trotzdem bin ich vergiftet durch den inneren Zensor, habe ich eine Schere im Kopf, trage ich einen Maulkorb. Warum? Weil ich Gewaltparolen aus Prinzip ablehne? Weil meine Toleranz da endet, wo der Hass auf andere Menschen beginnt? Weil ich keine Zweifel an der nationalsozialistischen Massenvernichtung der Juden habe? Was würden die Verschwörungstheoretiker wohl sagen, wenn man ihnen die Tonaufnahme <a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Eichmann" target="_blank">Adolf Eichmann</a>s präsentiert, in der er sagt, er hätte auch 11 Millionen vernichtet, wenn er es vermocht hätte? Würden sie es als Fälschung abtun, weil es nicht in ihr Weltbild passt?</p>
<p>Nein, ich habe keinen inneren Zensor. Ich lese rechte wie linke Meinungen, und ich bilde mir meine eigene. Der innere Zensor ist dort zu finden, wo alles, was nicht ins einseitige und unkomplizierte Weltbild passt, schon von vorne herein als Lüge abgetan wird, als Mainstream, als vom Rothschild-Imperium initiiert und ausgebrütet. Das ist keine kritische Meinung mehr, das ist Völkerhass.</p>
<p>Und doch würde ich gern die Menschen überzeugen, die in ihrer Verzweiflung nach einer einfachen Erklärung suchen, denen einfach einleuchtend erscheint, was mit wenigen Worten gesagt ist. Aber wer die Welt komplizierter macht, der hat es leider viel schwerer als die Rattenfänger der Rechten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>P. S.: Im Bezug auf einige der Links in diesem Artikel bitte ich, auf mein Impressum zu achten. Ich distanziere mich ausdrücklich von volksverrhetzenden Inhalten und bin in keiner Weise für sie verantwortlich oder teile diese Ansichten.</p>

	<p>Tags: <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/antisemitismus/" title="Antisemitismus" rel="tag">Antisemitismus</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/desinformation/" title="Desinformation" rel="tag">Desinformation</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/faschismus/" title="Faschismus" rel="tag">Faschismus</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/gesellschaft/" title="Gesellschaft" rel="tag">Gesellschaft</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/holocaust/" title="Holocaust" rel="tag">Holocaust</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/nationalismus/" title="Nationalismus" rel="tag">Nationalismus</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/nationalsozialismus/" title="Nationalsozialismus" rel="tag">Nationalsozialismus</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/presse/" title="Presse" rel="tag">Presse</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/rechtsextremismus/" title="Rechtsextremismus" rel="tag">Rechtsextremismus</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/verschworungstheorie/" title="Verschwörungstheorie" rel="tag">Verschwörungstheorie</a></p>
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		<title>Aus der SZ: Tabu Sex und Körperbehinderung &#8211; &#8220;Freier mit Behinderung betrachten uns als Menschen&#8221;</title>
		<link>http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/aus-der-sz-tabu-sex-und-korperbehinderung-freier-mit-behinderung-betrachten-uns-als-menschen/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 13:03:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[aufgesammelt]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Thema Sexualität und Behinderung gehört zu den großen Tabus, die es immer noch gibt. Was sollen Krüppel mit Sex? Das fragt sich so mancher sicher noch im Kopf, der es heute nicht mehr laut ausspricht. Deshalb gefällt mir der &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/aus-der-sz-tabu-sex-und-korperbehinderung-freier-mit-behinderung-betrachten-uns-als-menschen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Das Thema <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/sexualitat/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Sexualität">Sexualität</a> und Behinderung gehört zu den großen Tabus, die es immer noch gibt. Was sollen Krüppel mit Sex? Das fragt sich so mancher sicher noch im Kopf, der es heute nicht mehr laut ausspricht. Deshalb gefällt mir der Artikel aus der Süddeutschen Zeitung sehr gut, der dieses Thema mal intensiver und sachlich behandelt. Aber nicht so sachlich, wie es die Aktivisten der Behindertenbewegung oft tun.</p>
<p>Hier der Link:</p>
<p><a href='http://www.sueddeutsche.de/leben/tabu-sex-und-koerperbehinderung-freier-mit-behinderung-betrachten-uns-als-menschen-1.1269396'>Tabu Sex und Körperbehinderung &#8211; &#8220;Freier mit Behinderung betrachten uns als Menschen&#8221; &#8211; Leben &#8211; sueddeutsche.de</a>.</p>

	<p>Tags: <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/behindertenrecht/" title="Behindertenrecht" rel="tag">Behindertenrecht</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/gesellschaft/" title="Gesellschaft" rel="tag">Gesellschaft</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/menschenrechte/" title="Menschenrechte" rel="tag">Menschenrechte</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/sexualassistenz/" title="Sexualassistenz" rel="tag">Sexualassistenz</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/sexualbegleitung/" title="Sexualbegleitung" rel="tag">Sexualbegleitung</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/sexualitat/" title="Sexualität" rel="tag">Sexualität</a></p>
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		<title>Tagwerk vom 22. bis 24.01.2012</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 07:29:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[aufgesammelt]]></category>
		<category><![CDATA[Die Niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[erlebte Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Aufgeschnapptes und knapp kommentiertes aus den Nachrichten. 22.01.12: Ach, könnten in den Niederlanden nicht heute Wahlen sein? Erstmals in ihrer Geschichte ist die sozialistische Partei, eine frühere kommunistische Partei, die stärkste in den Umfragen. Sie steht inzwischen zur parlamentarischen Demokratie &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/tagwerk-vom-22-bis-24-01-2012/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Aufgeschnapptes und knapp kommentiertes aus den Nachrichten.</p>
<p><span id="more-1106"></span>
<p>22.01.12: Ach, könnten in den Niederlanden nicht heute Wahlen sein? Erstmals in ihrer Geschichte ist die sozialistische Partei, eine frühere kommunistische Partei, die stärkste in den Umfragen. Sie steht inzwischen zur parlamentarischen <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Demokratie">Demokratie</a> und ist sehr realitätsnah, aber sie ist eben sozial. Das gefällt mir. Ein Ministerpräsident Emile Roemer wäre eine tolle Idee. Und das schönste ist: Geert <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/wilders/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Wilders">Wilders</a> sinkt bei den Umfragen in den letzten Wochen immer mehr ab. Das ist endlich mal eine hoffnungsvolle Angelegenheit. Aber das muss sich bis 2015 halten, und das ist noch lang.</p>
<p>22.01.12: 27 Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion, darunter die gesamte Führungsspitze, werden vom <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/verfassungsschutz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Verfassungsschutz">Verfassungsschutz</a> beobachtet. Das teilte der Spiegel unter Berufung auf vorliegende Unterlagen mit. Hammer! Gewählte Volksvertreter einer linken, nicht verbotenen Partei werden bespitzelt, während immer noch rechte <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/cdu/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with CDU">CDU</a>-CSU-Parlamentarier zurecht unbehelligt bleiben. Als gewählter Volksvertreter hat man ein Recht auf <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/freiheit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Freiheit">Freiheit</a> des Handelns im Amt, es ist unglaublich, dass Deutschland wieder seinen Linkenhass zeigt. Ich schäme mich, in diesem Land zu leben. Es gibt vermutlich keinerlei Hinweise auf Kriminalität, und die Ergebnisse des Verfassungsschutzes unterliegen ohnehin der Geheimhaltung und stehen der Polizei nicht für ihre Ermittlungsarbeit zur Verfügung. Wenigstens wehren sich auch Leute aus anderen Fraktionen.</p>
<p>23.01.12: Bei der konstituierenden Sitzung des ägyptischen Parlaments ist es zu kleineren Eklats gekommen. Eine Reihe von Abgeordneten fügten ihren Eidesformeln ein paar Bemerkungen gegen die noch herrschenden Militärs hinzu. Der Konflikt in Ägypten ist noch lange nicht beendet. Das Parlament kann ja noch nicht einmal eine Regierung bestellen. Wenn die Bevölkerung den Eindruck hat, dass ihr Parlament eine Alibiveranstaltung ist, könnte die Revolution wieder aufflammen, und dann könnten sich vielleicht sogar die bislang gemäßigten Muslimbrüder radikalisieren. Das sollte man verhindern, solange die Muslimbrüder noch von Pluralität und Demokratie sprechen.</p>
<p>24.01.12: Die Drohgebärden gegen den Iran werden immer heftiger. Ich befürchte schon seit langem, dass es 2012 zum Krieg mit Teheran kommt. Dann allerdings wird es heftig, die gesamte Reststabilität der Region ist den Bach runter. Ab dem 1. Juli tritt nun ein Ölembargo in Kraft, Iran droht mit sofortigem Lieferstopp und will die Straße von Hormus sperren. Die <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/usa/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with USA">USA</a> machen immer wieder Testfahrten mit Flugzeugträgern, und wenn die Straße zu ist, gibt es Krieg. Welch ein Wahnsinn. Hat denn niemand aus Afghanistan und dem Irak gelernt? So kann man die radikalislamischen Kräfte nicht in ihre Schranken weisen, nur noch radikaler machen.</p>
<p>24.01.12: In Hamburg wurde eine Mitfahrzentrale für Muslime gegründet, die die Geschlechter trennt und Gespräche während der Fahrt über den <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/islam/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Islam">Islam</a> ermöglicht. So wird das Fremdgehrisiko geringer und die muslimischen Ehen geschützt, weil sich Frauen Frauen als Fahrerin aussuchen können und umgekehrt. Eine soziale Einrichtung, die sogar kostenlos ist, und Nichtmuslime können mitfahren und über den <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/islam/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Islam">Islam</a> belehrt werden. Das ist ja wirklich unglaublich. Schon binnen weniger Tage wurden 2000 Zugriffe registriert. So werden absolut veraltete Vorstellungen auf die Neuzeit übertragen. Das Interview habe ich in der TAZ gelesen und konnte nur den Kopf schütteln. Ein Beschützer der Frauen, die sonst einen Seitensprung machen.</p>
Keine tags in diesem Beitrag.]]></content:encoded>
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		<title>Unerhört &#8211; Die Linkspartei wird vom Verfassungsschutz beobachtet</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 18:03:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Extremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Grundgesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
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		<description><![CDATA[27 Mitglieder der Linksfraktion des Bundestages werden vom Verfassungsschutz beobachtet, darunter Gregor Gysi und mehrere Politiker, die als Realos gelten. Vielleicht ist diese Nachricht nicht wirklich neu, aber sie wirft einen bezeichnenden Blick auf den Zustand und die Paradoxien deutscher &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/unerhort-die-linkspartei-wird-vom-verfassungsschutz-beobachtet/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>27 Mitglieder der Linksfraktion des Bundestages werden vom <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/verfassungsschutz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Verfassungsschutz">Verfassungsschutz</a> beobachtet, darunter Gregor Gysi und mehrere Politiker, die als Realos gelten. Vielleicht ist diese Nachricht nicht wirklich neu, aber sie wirft einen bezeichnenden Blick auf den Zustand und die Paradoxien deutscher Politik und Verfassungswirklichkeit.</p>
<p><span id="more-1104"></span>
<p>Die <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/linkspartei/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Linkspartei">Linkspartei</a> ist nicht verboten. Es mag Meinungen geben, ein solches Verbot anzustreben, aber bislang ist allen Politikern klar, dass sich ein solches Verbot auf rechtsstaatlichem Wege nicht durchsetzen lassen kann. Die <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/linkspartei/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Linkspartei">Linkspartei</a> mag andere Vorstellungen von einem künftigen System haben, das ist ihr gutes Recht. Sie muss lediglich das jetzige System anerkennen und mit seinen Mitteln versuchen, es zu verändern, auf legalem, gewaltfreiem Wege. Und sie muss sich dazu bekennen, niemals bestimmte ewige Garantien des Grundgesetzes anzutasten: Die Menschenwürde, die Gewaltenteilung, das Sozialstaatsprinzip, die <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Demokratie">Demokratie</a>, den Pluralismus, die Republik und den Föderalismus. Das reicht, und die Linkspartei scheint damit keine Schwierigkeiten zu haben. Sie will ein anderes Wirtschaftssystem, und natürlich gilt das vielen Konservativen und nicht wenigen Sozialdemokraten, allen Liberalen und manchen Grünen als Verbrechen. Sie definieren diesen Staat ideologisch ausschließlich über sein Wirtschaftssystem. Deshalb will jeder, der ein anderes Wirtschaftssystem fordert, nach ihrer Ansicht den Staat aus den Angeln heben. Da das rechtlich durch nichts gestützt wird, kann man die Linkspartei nicht verbieten. Aber man kann sie, zumindest noch, durch den Verfassungsschutz beobachten lassen. Auch immune Volksvertreter. Das ist eine Grauzone, die nur schwer zu ertragen ist.</p>
<p>Aufgabe des Verfassungsschutzes ist es, für den Erhalt der freiheitlich-demokratischen Grundordnung Sorge zu tragen, er soll die Verfassung schützen. Natürlich kann er unter gesetzlich bestimmten Umständen Personen und Organisationen beobachten, die befürchten lassen, dass sie diese Ordnung zerstören wollen. Wenn die Linkspartei aber verfassungswidrige Ziele verfolgen würde, wäre der richtige Weg, sie vor dem Verfassungsgericht verbieten zu lassen. Dafür reicht es aber unter keinen Umständen, die Linkspartei bekennt sich zu dieser derzeitigen Ordnung als jetzigem Entwicklungsstand in diesem Land, den man natürlich langfristig ändern können soll.</p>
<p>Also kann man nur die Frage stellen, ob die Linkspartei verfassungsfeindliche Ziele verfolgt. Verfassungsfeindlich ist ein Begriff, der in keinem Gesetz steht. Er wurde durch das Verfassungsgericht entwickelt, um Bestrebungen auszudrücken, die gegen die Ordnung gerichtet sind, im Geiste, die sich aber mit den Mitteln und auf dem Boden der jetzigen Verfassung vollziehen. Trotzdem dürften die Abgeordneten des Bundestages nur bei begründetem Verdacht beobachtet werden. Alles andere ist undemokratisch und meines Erachtens nach unrecht.</p>
<p>Andererseits: Wir würden ja auch rechte Parteien und Gruppierungen beobachten lassen, zum Beispiel die NPD, und das ist mir weniger Suspekt. Vielleicht, weil die Linke kein Terrorregime errichten will? Vielleicht, weil die Linke tatsächlich für die Rechte und das lebenswürdige Auskommen der vom <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/kapitalismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kapitalismus">Kapitalismus</a> enttäuschten massen garantieren will? Weil ihr Anspruch ein humanistischer Anspruch ist?</p>
<p>&#8220;Wer einen Systemwechsel in Deutschland fordert, über Wege zum Kommunismus schwadroniert und sich mit Diktatoren solidarisiert, muss sich nicht wundern, wenn er vom Verfassungsschutz beobachtet wird&#8221;, sagte eine <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/cdu/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with CDU">CDU</a>-Größe. In der Tat ist die Solidarisierung mit dem syrischen Machthaber Assat nicht nur unglücklich, sondern fast schon kriminell. Und es ist nicht der einzige Fettnapf, in den die Linken getreten sind. Trotzdem ist es ein Unding, demokratisch gewählte und gesetzes- und verfassungstreue Bürger beobachten zu lassen, während derselbe Verfassungsschutz den rechten Terrorgruppen Material und Schützenhilfe liefert.</p>

	<p>Tags: <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" title="Demokratie" rel="tag">Demokratie</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/extremismus/" title="Extremismus" rel="tag">Extremismus</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/grundgesetz/" title="Grundgesetz" rel="tag">Grundgesetz</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/linkspartei/" title="Linkspartei" rel="tag">Linkspartei</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/verfassungsschutz/" title="Verfassungsschutz" rel="tag">Verfassungsschutz</a></p>
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		<title>Tagwerk vom 21.01.2012</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 10:38:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[aufgesammelt]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein paar Bemerkungen zu aktuellen Nachrichten des Tages. Nach dem Scheitern der Jamaika-Koalition im Saarland und der Sondierungsverhandlungen zwischen SPD und CDU wird es Neuwahlen geben. Trotzdem gaben sich die beiden Parteien einander sehr zugewandt: Es gebe gute Gründe für &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/tagwerk-vom-21-01-2012/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Ein paar Bemerkungen zu aktuellen Nachrichten des Tages.</p>
<p><span id="more-1102"></span>
<p>Nach dem Scheitern der Jamaika-Koalition im Saarland und der Sondierungsverhandlungen zwischen SPD und <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/cdu/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with CDU">CDU</a> wird es Neuwahlen geben. Trotzdem gaben sich die beiden Parteien einander sehr zugewandt: Es gebe gute Gründe für eine große Koalition, ließ man wissen. Die Grünen spotteten: &#8220;Warum dann Neuwahlen, wenn eh schon feststeht, dass es danach eine große Koalition gibt? Warum dann nicht gleich eine gemeinsame Regierung bilden?&#8221; Stimmt, das würde den Steuerzahler eine Menge Geld sparen. Aber beide Parteien rechnen sich aus, die Stärkste zu werden und den Ministerpräsidenten zu stellen. Solche Spielchen ohne Not kosten uns Millionen. Wenn sachliche Übereinstimmung herrscht, dann sollen sie es um himmels Willen die nächsten Jahre bis zur regulären Landtagswahl machen. Einfach nur Machtspielchen an den Bürgerinnen und Bürgern vorbei. Inhaltlich gibt es sowieso kaum Unterschiede zwischen den Parteien.</p>
<p>Gott sei dank bleibt uns der Guttenberg-Baron 2013 erspart. Er teilte mit, dass er nicht zur Bundestagswahl antreten werde. Der moderne Münchhausen wäre trotz seiner erschwindelten Doktorarbeit allein schon wegen seines Adelstitels und seines lockeren aber inszenierten Auftretens der Hoffnungsträger der CDU-CSU geworden. Wenn ein solcher Mensch, der für seine eigene Karriere nichts geleistet hat, der alle belogen und betrogen hat, von einer immer größer werdenden Zahl Menschen aus der Bevölkerung hofiert wird, wenn man ihm als dem &#8220;Baron&#8221; huldigt, dann muss man die demokratische Intelligenz vieler Leute wirklich in Frage stellen.</p>
<p>Das Bundesverfassungsgericht hat einer NPD-Funktionärin recht gegeben, die sich gegen ein Urteil wegen verunglimpfung des Staates gewandt hat. Sie hatte anlässlich einer Theater-Aufführung über den Hitler-Attentäter Georg Elser geschrieben, das BRD-System sei verkommen, weil es Mörder als Helden feiere. Bei dem Attentatsversuch am 8. November 1939 waren 8 Menschen ums Leben gekommen. Die <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/meinungsfreiheit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Meinungsfreiheit">Meinungsfreiheit</a> decke diese Äußerung, sagte das höchste deutsche Gericht. In mir streiten sich 2 Seelen. Ich bin für <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/meinungsfreiheit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Meinungsfreiheit">Meinungsfreiheit</a>, aber ich bin auch für den Schutz des Andenkens von Georg Elser. Er war wenigstens, im Gegensatz zu Stauffenberg und Co, ein echter Demokrat und ein einfacher Mensch, der sich für andere Menschen einsetzte. Viel zu wenig <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/respekt/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Respekt">Respekt</a> wird ihm gezollt, weil er eben nicht aus der militärischen Elite kam. Aber vielleicht müssen wir diese Hetzmeinung der NPD aushalten, die Wahrheit wird sich schon selbst helfen.</p>
<p>Nicolas Sarkozy hat erklärt, dass eine militärische Intervention im Iran kurz bevor steht. Natürlich hat er es verklausulierter gesagt. Man müsse jetzt härtere Sanktionen durchführen, aber die Zeit für eine friedliche Lösung sei inzwischen sehr knapp. Also haben die <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/usa/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with USA">USA</a> Pläne, im Wahljahr durch einen Angriff auf den Iran die Wahlchancen Barack Obamas zu erhöhen. Ich fasse es nicht. Der Friedensnobelpreisträger Barack H. Obama setzt die Politik von George W. Bush einfach fort. Es ist inzwischen offenbar wirklich vollkommen egal, wen man wählt. Wir werden uns also auf den nächsten Krieg einzustellen haben. Zusammen mit der ägyptischen Kehrtwende nach der Wahl der Muslimbrüder wird die Welt um einiges unsicherer werden. Man könnte Lust bekommen, sich in einen persönlichen Biedermeier zu flüchten, solange es noch geht.</p>
<p>Der spanische Richter garzón steht jetzt vor Gericht, weil er eine Klage von Opfern des Franco-Regimes trotz Amnestie angenommen hat. Die Amnestie verstößt nach seiner Auffassung gegen internationales Völkerrecht, denn Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind nicht amnestierbar. Faschistische Organisationen haben den Mann, der schon eine Klage gegen Augusto Pinochet ins Rollen brachte, angeklagt. Vermutlich wird es künftig nie wieder ein Richter wagen, gegen die Franco-Diktatur und ihre Folgen zu ermitteln. Garzón drohen 20 Jahre Berufsverbot. Ein unbequemer Richter wird mundtot gemacht. Er ist auch den ehemaligen Francogegnern, den Sozialisten, ein Dorn im Auge, weil er gegen Korruption und Vetternwirtschaft ermittelt, weil er kein Tuch des Schweigens über die Vergangenheit breiten will. Überall scheinen die reaktionären Kräfte auf dem Vormarsch zu sein. In solchen Situationen kann man schon fast irgendwie verstehen, warum sich Menschen zu radikalen Kommunisten und Sozialisten entwickeln, die mit gleicher Härte zurückschlagen wollen.</p>
Keine tags in diesem Beitrag.]]></content:encoded>
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		<title>Tagwerk vom 20.01.2012</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 08:18:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[aufgesammelt]]></category>
		<category><![CDATA[erlebte Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier wieder ein paar Notizen, die ich mir beim Lesen aktueller Nachrichten machte. Zumindest über Ägypten werde ich wohl noch einen Kommentar schreiben, nehme ich an. Überall erfreut sich das Ausspionieren des Privaten großer Beliebtheit, auch in der Ehe von &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/tagwerk-vom-20-01-2012/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Hier wieder ein paar Notizen, die ich mir beim Lesen aktueller Nachrichten machte. Zumindest über Ägypten werde ich wohl noch einen Kommentar schreiben, nehme ich an.</p>
<p><span id="more-1100"></span>
<p>Überall erfreut sich das Ausspionieren des Privaten großer Beliebtheit, auch in der Ehe von Dominique Strauss-Kahn und seiner Frau Anne Sinclair. Es ist ekelhaft, wie die Journalisten von der Frau wissen wollen, ob sie noch in ihren Mann verliebt sei. Dass sie immer zu ihm hielt, trotz der Anschuldigungen, bezeichnen verschiedene Journalisten als rätselhaft. Gut, dass sie auf Fragen nach ihrem Privatleben keine Antwort gibt. Transparenz muss auch und gerade hier Grenzen haben.</p>
<p>Nordkoreas Nachrichtenagentur verbreitete, nach der Bekanntgabe von Kim jong ils Tod habe in Berlin eine Meise vor der Botschaft um Nordkoreas Führer getrauert, und eine Blume habe entgegen der Jahreszeit und aller Wahrscheinlichkeit zu blühen begonnen. Glauben die Nordkoreaner so was? Und wenn nicht, warum schreibt die Agentur es dann? Was will sie damit? Eigentlich muss man doch wissen, dass man mit so einem Humbug niemanden beeindrucken kann. Was für ein echter Zweck steckt wohl dahinter? Oder haben sie einfach eine Meise?</p>
<p>In Ägypten haben die Muslimbrüder 70 % der Stimmen bei den Parlamentswahlen gewonnen. Damit können sie sogar die Verfassung ändern. Vermutlich wird das Militär die Macht tatsächlich abgeben. Eine tolle <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Demokratie">Demokratie</a>, aber sie hat auch Schönheitsfehler. Der Preis ist, dass eine radikalislamische Gruppe in Ägypten die Macht erhält, dass der Friedensprozess mit Israel gefährdet ist, und dass die Internetgeneration, die das alles mal angestoßen hat, vollkommen verdrängt ist. Vor einem Jahr fuhren junge Ägypter zu tausenden durch die Straßen und riefen Leuten aus dem Westen zu: Wir haben jetzt auch eine moderne <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Demokratie">Demokratie</a>. Der Westen war endlich mal nicht das Feindbild. Und jetzt? Jetzt freut sich der Iran und die Taliban. Alles hat eben seinen Preis. Sie erkämpfen sich die <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Demokratie">Demokratie</a>, um dann Antidemokraten zu wählen, und Leute, die mindestens so rechthaberisch und autokratisch sein werden wie Mubarak. Herzlichen Glückwunsch.</p>
Keine tags in diesem Beitrag.]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Tagwerk vom 19.01.2012</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 06:32:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[aufgesammelt]]></category>
		<category><![CDATA[Die Niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wahltag]]></category>

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		<description><![CDATA[Es kommt immer wieder vor, dass ich in den Nachrichten Dinge lese, zu denen ich keinen ganzen Blogbeitrag schreiben werde, oder zumindest noch nicht. Aber manchmal möchte ich diese Dinge vermelden oder einen kurzen Zwischenruf abgeben. Darum gibt es ab &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/tagwerk-vom-19-01-2012/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Es kommt immer wieder vor, dass ich in den Nachrichten Dinge lese, zu denen ich keinen ganzen Blogbeitrag schreiben werde, oder zumindest noch nicht. Aber manchmal möchte ich diese Dinge vermelden oder einen kurzen Zwischenruf abgeben. Darum gibt es ab sofort in unregelmäßigen Abständen die gesammelten Kurzmitteilungen unter der Überschrift &#8220;Tagwerk&#8221;. Sie sind ungetaggt und von der Leber weg geschrieben, und es gibt keine Links. Sie sind einfach nur kleine Zwischenrufe. Viel Spaß damit.</p>
<p><span id="more-1097"></span>
<p>Die Polizei im niederländischen Leeuwarden hat einem Mann nach einer Schlangenlinienfahrt den Führerschein entzogen. Der Mann behauptete, am 17.12.1844 geboren worden zu sein. Das würde vielleicht einiges erklären, aber der Alkoholpegel des Fahrers tat&#8217;s auch.</p>
<p>Das Bundesverfassungsgericht hat heute entschieden, dass Solarien für Minderjährige tabu sind. Ich hatte keine Lust, den Text zu lesen, aber so lang wir uns über so etwas vor dem Verfassungsgericht streiten können, muss es uns verdammt gut gehen. Und jetzt weiß ich auch, warum die Damen und Herren in der roten Robe so viel Arbeit haben.</p>
<p>Über Christian Wulff kann man ja schreiben, was man will, aber jetzt geht es um das kostenlose Spielzeug seiner Kinder. Das ist keine Transparenz, sondern nur noch purer Voyeurismus. Da stimme ich der TAZ zu, die das heute schrieb.</p>
<p>Transparency International stellt Deutschland ein gutes Zeugnis bei der Korruptionsbekämpfung aus, lautet eine Schlagzeile. Bewusste Irreführung: Im Text steht nämlich, dass die Organisation 84 Verbesserungsforderungen an Deutschland stellt. Insbesondere bei der Abgeordnetenbestechung hapert es. Kann man uns bitte mal was neues erzählen? Dafür braucht man keine große Studie, die viele viele Steuergelder kostet.</p>
<p>Raffgierrige Hedgefonds wollen Griechenland vor dem europäischen Menschenrechtshof verklagen, wenn sie wegen eines Schuldenschnittes auf ihre Rendite teilweise verzichten müssten. Darüber wollte ich lachen, bis ich las, dass Experten einem solchen Verfahren Erfolgsaussichten einräumen. Denn Eigentum, auch Eigentum an Geld, gilt in Europa als Menschenrecht, und die Grundrechte helfen den Hedgefonds, ihre Blutsaugerpolitik weiterzuführen, auf kosten der griechischen Bevölkerung. Mir fehlen die Worte, das ist eine so große Umkehrung dessen, was Persönlichkeitsrechte eigentlich bedeuten, dass es wirklich schmerzt. Das ist nur noch pervers! Verbietet die Hedgefonds, stürzt die Ratingagenturen! Alle Macht den &#8230; &#8211; &#8230; &#8211; Menschen!</p>
<p>Im Saarland wird es Neuwahlen geben, und Oskar Lafontaine denkt über rot-rot nach. Die SPD wird das nicht wollen, und ohnehin ist die Union gerade im Aufwind. Schade, dass ich keinerlei Begeisterung für die Neuwahl fühle. Ich komme zu einem Schluss, der mir gar nicht gefällt: &#8220;Ist doch sowieso egal, wer uns regiert. Hauptsache marktkonforme, lupenreine <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Demokratie">Demokratie</a>.&#8221; Das hätte ich an Stammtischen erwartet, und da hätte es mich massiv geärgert. Aber bis vor einer Weile hätte ich damit nicht in meinem Kopf gerechnet.</p>
Keine tags in diesem Beitrag.]]></content:encoded>
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		<title>Womit ich bei Suchmaschinen gefunden werde: drei wichtige Begriffe</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 05:50:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn man heute im Internet wer sein will, muss man von den Suchmaschinen bei den richtigen Begriffen gefunden werden. Nicht nur bei den Hauptbegriffen, die das Blog ausmachen und zu jedem Artikel gehören, sondern auch bei Begriffen, die einfach in &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/womit-ich-bei-suchmaschinen-gefunden-werde-drei-wichtige-begriffe/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Wenn man heute im Internet wer sein will, muss man von den <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/suchmaschinen/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Suchmaschinen">Suchmaschinen</a> bei den richtigen Begriffen gefunden werden. Nicht nur bei den Hauptbegriffen, die das Blog ausmachen und zu jedem Artikel gehören, sondern auch bei Begriffen, die einfach in den Artikeln auftauchen. Ich verrate jetzt mal, warum mein Blog so gut besucht ist, und für welche Begriffe es berühmt ist.</p>
<p><span id="more-1095"></span>
<p>Bei all meinen Artikeln über <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Demokratie">Demokratie</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/menschenrechte/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Menschenrechte">Menschenrechte</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/wirtschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Wirtschaft">Wirtschaft</a>, Religion, Europa und viele andere Themen, bleibt es natürlich nicht aus, dass mein Blog schnell zur Berühmtheit wird. Dabei verfolgt mein Erfolg eine Doppelstrategie. Zum Einen werbe ich auf Twitter mit Überschrift und Link, bei Facebook ebenfalls, und dann gibt es da noch die Suchmaschinen. Die machen bei den Besuchern meiner inzwischen 467 Artikel als Verlinker rund 60 % aus. Rund 50 Sekunden halten sich meine Besucher durchschnittlich auf meiner Seite auf, und sie schauen sich ungefähr anderthalb Artikel an, im Durchschnitt natürlich. Jetzt aber zu den Schlagworten, die meine Seite so unendlich berühmt machen. <img src='http://blog.jens-bertrams.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Wichtigster Begriff ist &#8220;Jan Vering&#8221;, das ist ein <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/gospel/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gospel">Gospel</a>-Sänger, den ich in meinem <a title="Link zum Blogbeitrag" href="http://blog.jens-bertrams.de/2006/11/mein-atheistisches-manifest/" target="_blank">atheistischen Manifest</a> erwähnte. Offenbar wird meine Seite von vielen Gospel-Fans frequentiert, dann aber nur kurz angeschaut, denn es geht ja bei mir außer im atheistischen Manifest nicht um Gospel-Musik, und irgendwie bezweifle ich, dass ein Gospel-Fan sich in diesem Artikel besonders wiederfinden wird. Allerdings habe ich mit Jan Vering und Anderen nach dem Manifest eine spannende Debatte geführt. Noch heute erhalte ich Antworten auf diesen Text, obwohl der Kommentarbereich meines Blogs ansonsten tot ist. 2007 wusste man noch, wie man richtig kommentiert. <img src='http://blog.jens-bertrams.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Die zweite Redewendung, unter der man mich findet, ist: &#8220;<a title="Link zum Blogbeitrag" href="http://blog.jens-bertrams.de/2005/08/erinnerungen-an-meine-schulzeit/" target="_blank">Erinnerungen an meine Schulzeit</a>&#8220;. Vermutlich kommen viele Menschen darauf, diese Redewendung bei Google einzugeben, weil sie freudetrunken an die schönen Dinge ihrer <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/kindheit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kindheit">Kindheit</a> erinnert werden wollen. Leider bieten meine Artikel zu diesem Thema keinen Anlass, mit dieser Freudetrunkenheit durch mein Blog zu stöbern. Da kann ich die 50 Sekunden schon verstehen, nach denen man sich gruselnd abwendet. Aber es ist natürlich nicht so, dass es nicht auch schöne Erinnerungen an die Schulzeit geben würde, so viel zur Beruhigung. Es kommt eben darauf an, über welche Themen man schreibt.</p>
<p>Und eine dritte Redewendung möchte ich noch erwähnen, mit der mein Blog ab und an gefunden wird. Es handelt sich um &#8220;<a title="Link zum Blogartikel" href="http://blog.jens-bertrams.de/2006/11/reider-und-ausmacher-das-unbekannte-handwerk/" target="_blank">Reider und Ausmacher</a>&#8220;. Ich stamme aus <a title="Link zur Internetseite" href="http://www.solingen.de" target="_blank">Solingen</a>, und in diesen inzwischen weitgehend ausgestorbenen Berufen hat meine gesamte Familie gearbeitet. Ich finde es wundervoll, dass es Menschen gibt, die nach der Bedeutung dieser Begriffe suchen. Mein eigener Bericht dazu ist recht unvollständig, und auf Wikipedia habe ich nur den &#8220;<a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schalenschneider" target="_blank">Schalenschneider</a>&#8221; gefunden. In diesem Artikel wird der Reider ebenfalls nur kurz, und der Ausmacher, der letztlich die Messer oder Werkzeuge fertigstellt, überhaupt nicht erwähnt.</p>
<p>Was sagt mir nun die Tatsache, dass es gar nicht meine Hauptthemen sind, zu denen ich von Suchmaschinen abgerufen werde? Entweder habe ich meine Artikel schlecht beschriftet, oder aber, und auch das halte ich für wahrscheinlich, politische und gesellschaftliche Themen werden selten bei Suchmaschinen abgefragt. Könnte ich gut kochen, sollte ich ein Küchenblog eröffnen, sicher wären Themen der Unterhaltungsbranche hilfreich.</p>
<p>Aber ach: Ich kann nun mal nicht aus meiner Haut. So bleibt mir nur, die Dinge anzunehmen, wie sie nun einmal sind, und das Beste daraus zu machen. <img src='http://blog.jens-bertrams.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>

	<p>Tags: <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/gospel/" title="Gospel" rel="tag">Gospel</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/handwerk/" title="Handwerk" rel="tag">Handwerk</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/kindheit/" title="Kindheit" rel="tag">Kindheit</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/schule/" title="Schule" rel="tag">Schule</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/suchbegriffe/" title="Suchbegriffe" rel="tag">Suchbegriffe</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/suchmaschinen/" title="Suchmaschinen" rel="tag">Suchmaschinen</a></p>
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		<title>Schon vor 14 Jahren: Le Monde diplomatique, 12.12.97: Die Märkte entschärfen</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 11:35:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal ist es wohltuend und hilfreich, wenn einem durch einen einfachen und gut geschriebenen Artikel in Erinnerung gerufen wird, was das Problem der übermächtigen Finanzmärkte eigentlich bedeutet. Noch viel spannender wird die Sache, wenn man mal erfährt, wie lange man &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/schon-vor-14-jahren-le-monde-diplomatique-12-12-97-die-markte-entscharfen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Manchmal ist es wohltuend und hilfreich, wenn einem durch einen einfachen und gut geschriebenen Artikel in Erinnerung gerufen wird, was das Problem der übermächtigen Finanzmärkte eigentlich bedeutet. Noch viel spannender wird die Sache, wenn man mal erfährt, wie lange man schon vor diesem Problem warnt. Die von mir geschätzte Zeitung &#8220;Le Monde Diplomatique&#8221; hat dies bereits im Dezember 1997 getan. Zu einer Zeit, in der das Internet erst seit 6 Jahren Gestalt annahm, zu der in Deutschland noch Helmut Kohl regierte. Eine Zeit, die man in unserem schnelllebigen Medienzeitalter prähistorisch nennen könnte. Um so grausamer die Wahrheit, dass die Warnungen und Analysen aus berufenem Munde schon damals überhört wurden.</p>
<p>Hier der Link:</p>
<p><a href='http://www.monde-diplomatique.de/pm/1997/12/12/a0363.text'>Le Monde diplomatique, deutsche Ausgabe, 12.12.97 Die Märkte entschärfen</a>.</p>

	<p>Tags: <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/finanzmarkt/" title="Finanzmarkt" rel="tag">Finanzmarkt</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/finanztransaktionssteuer/" title="Finanztransaktionssteuer" rel="tag">Finanztransaktionssteuer</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/tobinsteuer/" title="Tobinsteuer" rel="tag">Tobinsteuer</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/wirtschaft/" title="Wirtschaft" rel="tag">Wirtschaft</a></p>
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		<title>Guter Beitrag: Kleine Bilanz des #SOPA-Blackouts « … Kaffee bei mir?</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 05:59:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine gute und im Gegensatz zu manchen nationalen Medien optimistische Darstellung des Protestes gegen #SOPA. Schade: Bei der Aufzählung der Protestler war ich nicht dabei. Aber wir kämpfen ja für eine Sache, und nicht für persönliche Eitelkeiten. Niemand sollte aber &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/guter-beitrag-kleine-bilanz-des-sopa-blackouts-kaffee-bei-mir/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Eine gute und im Gegensatz zu manchen nationalen Medien optimistische Darstellung des Protestes gegen #<a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/sopa/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with SOPA">SOPA</a>. Schade: Bei der Aufzählung der Protestler war ich nicht dabei. Aber wir kämpfen ja für eine Sache, und nicht für persönliche Eitelkeiten. <img src='http://blog.jens-bertrams.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Niemand sollte aber glauben, dass das Thema damit vom Tisch ist. Vermutlich werden weitere koordinierte und kreative Protestaktionen notwendig. Ebenfalls besonders wichtig finde ich, dass es solche Bestrebungen auch in Europa gibt.</p>
<p>Hier der Link:
<p><a href="http://opalkatze.wordpress.com/2012/01/18/kleine-bilanz-des-sopa-blackouts/" class="broken_link">Kleine Bilanz des #SOPA-Blackouts « … Kaffee bei mir?</a>.</p>

	<p>Tags: <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" title="Demokratie" rel="tag">Demokratie</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/meinungsfreiheit/" title="Meinungsfreiheit" rel="tag">Meinungsfreiheit</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/sopa/" title="SOPA" rel="tag">SOPA</a></p>
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		<title>2012 &#8211; Das Jahr der Freidenker</title>
		<link>http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/2012-das-jahr-der-freidenker/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 16:14:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieses Jahr soll das große Jahr der weltweiten Protestbewegung sein, &#8220;echte Demokratie Jetzt&#8221; und &#8220;occupy&#8221; sollen, inzwischen zu Schlagworten aufgestiegen, auch in Deutschland Fuß fassen. Auch und gerade, wenn die derzeitigen Teilnehmerzahlen sinken, sagen ihre Aktivisten. Auf Twitter habe ich &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/2012-das-jahr-der-freidenker/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Dieses Jahr soll das große Jahr der weltweiten Protestbewegung sein, &#8220;echte <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Demokratie">Demokratie</a> Jetzt&#8221; und &#8220;<a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/occupy/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Occupy">occupy</a>&#8221; sollen, inzwischen zu Schlagworten aufgestiegen, auch in Deutschland Fuß fassen. Auch und gerade, wenn die derzeitigen Teilnehmerzahlen sinken, sagen ihre Aktivisten.</p>
<p><span id="more-1089"></span>
<p>Auf Twitter habe ich mich mit der Stimme des deutschen Attac-Netzwerkes angelegt, einer der Organisationen, die die Occupy-Bewegung in Deutschland unterstützen und koordinieren. Vehement wehrte man sich dort gegen einen zugegeben sehr kritischen und Schnoddrigen <a title="Link zur TAZ" href="http://www.taz.de/!85533/" target="_blank">Kommentar in der TAZ</a>, in dem der für den 15. Januar ausgerufene weltweite Protesttag als rein deutsche Angelegenheit demaskiert wurde. Doch auf das Prädikat &#8220;internationaler Protesttag&#8221; seien sogar die Medien herein gefallen, schrieb die TAZ, und es fiel der Begriff &#8220;Schwarmdummheit&#8221;. Ich selbst habe den Kommentar als das gesehen, was er war: Ein durch die <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/meinungsfreiheit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Meinungsfreiheit">Meinungsfreiheit</a> gedeckter Zwischenruf eines Einzelnen. Die Meinung des Kommentators spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des veröffentlichenden Blattes wieder. Von der &#8220;Axt an der Wurzel der Bewegung&#8221; wetterten hingegen die Attac-Koordinatoren und präsentierten sich leider weder gelassen, noch professionell. Zumal man den Fakten des Kommentars nicht einmal widersprach, ja kaum widersprechen konnte. Dieser Protesttag ist und bleibt keine große internationale Demonstration als Startschuss für eine neue weltweite Campagne, sondern eine hauptsächlich deutsche Aktion, um über den Winter zu kommen. Das ist legitim, aber man sollte dann auch die Wahrheit sagen. Schon in Spanien, im Mai 2011, wo alles begann, habe ich festgestellt, dass sich die Demonstranten durch Twitter und Facebook gern etwas größer machten, als sie damals tatsächlich waren. Auch das ist verständlich, wenn man weiß, dass die großen Medien überall auf der Welt die Proteste verschwiegen haben. Doch von einer großen Revolution, die die Regierung und das <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/konigshaus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Königshaus">Königshaus</a> binnen weniger Tage hinweg fegen würde, war entgegen der Schlagworte nichts zu sehen und zu hören. Diese <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/kritik/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kritik">Kritik</a> müssen die Okkupanten aushalten können, ohne gleich die Axt an der Wurzel der Bewegung zu bemühen.</p>
<p>Doch von Gelassenheit war bei der Attac-Stimme nichts zu spüren. Ich bedauerte den Streit zwischen Bewegung und TAZ, wo man doch viel besser an einem Strang ziehen könnte. Daraufhin wurde mir vorgeworfen, ich säße nur auf meinem eigenen Sofa und lasse andere für meine Rechte kämpfen. Die Kritikfähigkeit ist auf den Nullpunkt gesunken. Vielleicht deshalb, weil viel weniger Menschen am Sonntag zu den Protestkundgebungen erschienen, als die Organisatoren erwartet und erhofft hatten? Waren es im Oktober rund 50.000 in Deutschland, so kann man von Glück sagen, wenn am 15. Januar noch 10.000 Menschen tatsächlich auf die Straße gingen. Wie schlimm das ist, wird die Zukunft zeigen, denn möglicherweise bildet die Aktivität während der Demonstrationen selbst keinen Adäquaten Gradmesser für die Schlagkraft der bewegung mehr, die sich in vielen interessanten Basisgruppen organisiert. Vielleicht aber läuft sich der von den Medien inzwischen vorübergehend dankbar aufgegriffene Hype um &#8220;<a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Occupy_Germany" target="_blank">Occupy</a>&#8221; auch bald wieder tot, und vielleicht ist das so gewollt.</p>
<p>&#8220;Wir brauchen Occupy-Plus&#8221;, sagte ein Teilnehmer der Aktionen am vergangenen Sonntag, und ein anderer trotzig: &#8220;2012 wird das Jahr der Freidenker&#8221;. Das ist eine gute Nachricht, wenn sie denn zur Wahrheit wird. Denn was bislang die Menschen an der neuen Bewegung faszinierte und anzog, diese herrliche Unbestimmtheit und Beliebigkeit in den Zielen, das könnte nun bald zum Verlust eines Wiedererkennungswertes und Profils führen, den eine politische Bewegung braucht. Meiner Ansicht nach wäre es schon ein großer Fortschritt, wenn die Idee dieser Bewegung das Jahr überleben würde. Wenn es gelingt, eine feste, vielleicht auch relativ kleine Gruppe zusammen zu halten, die in der Lage ist, durch basisdemokratische Arbeit Konzepte für die Zukunft zu entwickeln, dann muss es ja nicht unbedingt die Weltrevolution sein, die hier und heute ausbrechen muss.</p>
<p>Das Beste an &#8220;<a title="Link zur Webseite" href="http://www.echte-demokratie-jetzt.de" target="_blank">Echte Demokratie Jetzt</a>&#8221; und &#8220;Occupy&#8221; sei die neue Form der Kommunikation, des gegenseitigen Umgangs, sagte mir einer ihrer im Internet profiliertesten Akteure vor einigen Wochen. Das hat mich überzeugt und begeistert. Er sprach davon, die Konfrontationsmechanismen bei politischen Auseinandersetzungen zu überwinden und zu einer sachlichen Analyse zu kommen, zu einem stärkeren Miteinander statt eines Gegeneinanders. Das ist sogar noch wichtiger, als ein Programm auszuarbeiten. Allein wegen dieser Ideen, die teilweise auch schon konsequent umgesetzt werden, sollte die Bewegung überleben. Sie ist ja nicht die erste, die nach euphorischem Beginn einen rapiden Schwund zu verzeichnen hat. Im März 2011 gingen allein in meiner Heimatstadt Marburg rund 1000 Menschen gegen Atomkraft auf die Straße, das war wenige Wochen nach der Katastrophe in Fukushima. Am 11. Juli, 4 Monate nach der Atomkatastrophe, waren es noch ganze 6 Menschen. Christian Wulff hat sowohl die Occupy-Bewegung als auch die sogenannte zwickauer Terrorzelle aus dem öffentlichen Gedächtnis vertrieben.</p>
<p>Ob 2012 das Jahr der Freidenker wird, weiß ich nicht, aber ich wage es zu bezweifeln. Natürlich wird dieses Jahr der Freidenker kommen, aber dass es bereits 2012 so weit ist, glaube ich nicht. 2011 war ein Anfang. Ein Anfang, der ein zartes Pflänzchen hervor gebracht hat. Ein Pflänzchen, das mit alten und überkommenen politischen Mechanismen und Zielen brechen will. Nach der Euphorie der ersten Stunde stellen nun alle fest, dass eben das nicht so einfach ist und Zeit braucht. Nicht nur die, die die Proteste organisieren und Koordinieren, müssen sich umgewöhnen, sondern auch die Menschen, die sich dem <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/protest/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Protest">Protest</a> anschließen und in ihm ein hoffnungsvolles Zeichen für eine bessere Zukunft sehen sollen. Man wird konkrete Forderungen brauchen, denen sich so viele Menschen anschließen, dass die Regierenden und die Macht habenden sie nicht ignorieren können. Das kann man mit revolutionärem Eifer versuchen, doch nachher muss man oft feststellen, dass die politischen Sachzwänge und Verlockungen für die neue Führung gleich geblieben sind. Was hingegen meiner Ansicht nach mehr Erfolg verspricht, aber wesentlich länger braucht, ist eine politisch-soziale Evolution, eine Entwicklung, ein neues Verständnis von Politik, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/wirtschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Wirtschaft">Wirtschaft</a>, Macht und gesellschaftlichen Zusammenhängen und Umgangsformen. Wenn dies das Ziel der neuen Bewegungen ist, die sich in der Ablehnung des Ausverkaufs des Gemeineigentums an eine Bande raffgieriger Finanzspekulanten zusammengefunden haben, dann muss man weder heute, noch morgen Wunder erwarten. Dann kann man sich über den aktuellen <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/protest/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Protest">Protest</a> hinaus die Zeit nehmen, langsame, aber unumkehrbare und von der kurzfristigen Aufmerksamkeit der Medien unabhängige Veränderungen einzuleiten. Nachhaltige Veränderungen, um ein weiteres Modewort zu gebrauchen. Der Umgang mit Kritik und differierenden Meinungen ist da sicher ein guter Anfang.</p>
<p>&#8220;Banken in die Schranken&#8221;! und &#8220;echte Demokratie jetzt!&#8221;, denn &#8220;Wir sind die 99 %!&#8221;</p>

	<p>Tags: <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" title="Demokratie" rel="tag">Demokratie</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/finanzkrise/" title="Finanzkrise" rel="tag">Finanzkrise</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/kritik/" title="Kritik" rel="tag">Kritik</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/menschenrechte/" title="Menschenrechte" rel="tag">Menschenrechte</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/occupy/" title="Occupy" rel="tag">Occupy</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/wirtschaft/" title="Wirtschaft" rel="tag">Wirtschaft</a></p>
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		<title>Mein Wa(h)renhaus beteiligt sich am SOPA-Blackout</title>
		<link>http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/mein-wahrenhaus-beteiligt-sich-am-sopa-blackout/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 07:47:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs, es tut mir sehr leid, aber am 18. und vielleicht auch am 23. Januar 2012 ist diese Seite nicht erreichbar. Mit dieser Aktion protestiere ich gemeinsam mit vielen vielen anderen Internetseiten und großen Firmen &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/mein-wahrenhaus-beteiligt-sich-am-sopa-blackout/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs,</p>
<p>es tut mir sehr leid, aber am 18. und vielleicht auch am 23. Januar 2012 ist diese Seite nicht erreichbar. Mit dieser Aktion protestiere ich gemeinsam mit vielen vielen anderen Internetseiten und großen Firmen wie <a title="Link zu Google" href="http://www.google.de" target="_blank">Google</a>, <a title="Link zu Facebook" href="http://www.facebook.com" target="_blank">Facebook</a> und <a title="Link zu Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org" target="_blank">Wikipedia</a> gegen den <a title="Link zu Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stop_Online_Piracy_Act" target="_blank">Stop Online Piracy Act</a>, der derzeit im US-Kongress behandelt wird. Mit diesem neuen Gesetz wird es den US-Behörden auf Bitte der Musik- und Filmindustrie ermöglicht, jede Webseite auf der Welt wegen möglicher Links zu Seiten mit möglicherweise urheberrechtlich geschütztem Inhalt einfach abzuschalten. Damit kann die US-Filmindustrie ohne deutsches Gericht, ohne deutsche Mitarbeit entscheiden, ob Ihre oder meine Internetseite einfach vom Netz genommen wird. Die gesamte Infrastruktur des Internets läuft über die <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/usa/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with USA">USA</a>. Das wäre das Ende des Internets wie wir es kennen. Ich habe über 1600 Links auf meiner Seite. Es ist mir absolut unmöglich, jeden Tag zu prüfen, ob sich auf einer dieser 1600 Webseiten etwas verändert hat und möglicherweise dort ein Link zu einem Youtube-Film existiert, der urheberrechtlich geschützt sein könnte. Ich bin kein Rechtsanwalt.</p>
<p>Außerdem sehe ich die Gefahr, dass der nächste Schritt ein Gesetz ist, das Webseiten abschalten lässt, die den Sicherheits- oder internationalen Interessen der USA zuwider handeln könnten. Es wäre der Tod der <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/meinungsfreiheit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Meinungsfreiheit">Meinungsfreiheit</a> nicht nur im Internet.</p>
<p>Es ist nicht viel, was wir, die einfachen Bürgerinnen und Bürger, Nutzerinnen und Nutzer dagegen tun können. Wir können nur protestieren, indem wir zeigen, wie ein Internet aussehen würde, das keine vielfältigen Meinungen mehr enthält, indem wir einfach unsere Seiten abschalten, und sei es nur für 12 Stunden. Dieser <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/protest/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Protest">Protest</a> hat allerdings nur Sinn, wenn Google und Facebook ihn ebenfalls durchführen. Das ist jetzt, da ich diesen Beitrag schreibe, noch nicht bekannt. Nur wenn Google und die anderen <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/suchmaschinen/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Suchmaschinen">Suchmaschinen</a> ihre Dienste vorübergehend deaktivieren, und wenn die größten sozialen Netzwerke ebenfalls nicht zur Verfügung stehen, könnte den meisten Internetnutzern aufgehen, was passieren könnte, wenn dieses Gesetz tatsächlich zur Anwendung kommt.</p>
<p>Seit Jahren versuchen die Regierungen der NATO-Staaten und anderer sogenannter Demokratien, einst als Hort der <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/menschenrechte/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Menschenrechte">Menschenrechte</a> und des politischen wie gesellschaftlichen Fortschritts gefeiert, die Rechte ihrer Bürger immer mehr einzuschränken. Es ist immer weniger verwunderlich, dass Menschen, die man häufig Verschwörungstheoretiker nennt, den Terrorismus für einen getürkten Vorwand zur Einschränkung der bürgerlichen <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/freiheitsrechte/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Freiheitsrechte">Freiheitsrechte</a> halten. So weit möchte ich nicht gehen, aber ich betrachte die Tendenz, kritische Meinungen zu unterdrücken, mit Sorge, Scham und Wut.</p>
<p>Ich möchte Sie alle herzlich bitten, sich für die <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/freiheit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Freiheit">Freiheit</a> des Internets einzusetzen, in jeder Form, die Ihnen möglich ist. Wir, die unabhängigen Laienjournalisten, die wenn möglich auch kritische Berichterstattung durchführen, zählen auf Ihre Hilfe.</p>
<p>Vielen Dank</p>
<p>Ihr</p>
<p>Jens Bertrams</p>

	<p>Tags: <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" title="Demokratie" rel="tag">Demokratie</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/freiheitsrechte/" title="Freiheitsrechte" rel="tag">Freiheitsrechte</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/meinungsfreiheit/" title="Meinungsfreiheit" rel="tag">Meinungsfreiheit</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/menschenrechte/" title="Menschenrechte" rel="tag">Menschenrechte</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/protest/" title="Protest" rel="tag">Protest</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/sopa/" title="SOPA" rel="tag">SOPA</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/urheberrecht/" title="Urheberrecht" rel="tag">Urheberrecht</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/usa/" title="USA" rel="tag">USA</a></p>
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		<title>Mein Fluch, mein Segen &#8211; Über den Umgang mit der Informationsflut</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 17:59:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Reizüberflutung]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich habe gestern eine gute Freundin besucht und 4 Gläser eines leicht alkoholischen Getränks zu mir genommen. Was hat das in diesem Blog zu suchen, mögen Sie fragen? Nun: Wir sprachen über unseren Umgang mit Informationen, über ihre Glaubwürdigkeit, über &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/mein-fluch-mein-segen-uber-den-umgang-mit-der-informationsflut/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Ich habe gestern eine gute Freundin besucht und 4 Gläser eines leicht alkoholischen Getränks zu mir genommen. Was hat das in diesem Blog zu suchen, mögen Sie fragen? Nun: Wir sprachen über unseren Umgang mit Informationen, über ihre Glaubwürdigkeit, über Desillusionierung und über den Segen des Internets. Und das hat viel mit diesem Blog zu tun, oder?</p>
<p><span id="more-1081"></span>
<p>Morgen ist der 15. Januar. Der Tag, den die <a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Occupy_Wall_Street" target="_blank">Occupy-Bewegung</a> in aller Welt zu einem Protesttag ausgerufen hat. Wie viele werden wohl in Deutschland kommen? Ich nicht, ich habe keine Assistenz, die ich nötig hätte, außerdem muss ich zwei Sendungen betreuen. Viele andere Menschen werden es schon deshalb nicht zu den Protesten schaffen, weil sie kaum etwas mitbekommen haben davon. Die großen Medien nämlich schweigen dazu, die Okkupanten sind aus dem öffentlichen Fokus weitgehend, wenn auch noch nicht vollständig verschwunden&#8230;</p>
<p>RatingAgenturen nehmen Einfluss auf die Wahlen in Frankreich, indem sie das Land herabstufen. Ihr Handeln wird damit offensichtlich, sie beeinflussen die Wähler zugunsten einer Aktionärsfreundlichen Politik. Solche Beispiele kann man überall finden, man kann sich darüber aufregen, aber kann man etwas ändern? Wohl kaum&#8230;</p>
<p>Ohnmacht gegenüber bestehenden Verhältnissen, wenn man sie denn endlich im Ansatz begriffen hat, und Hoffnungslosigkeit und daraus resultierende Gleichgültigkeit gegenüber möglichen neuen Bewegungen mit neuen Lösungsansätzen, das ist der Cocktail, aus dem die Apathie der meisten Menschen unserer Zeit zusammengesetzt ist. Und natürlich die informationelle <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/reizuberflutung/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Reizüberflutung">Reizüberflutung</a>, die überall kritisiert wird, die man aber ohne drastische Maßnahmen nur selbst eindämmen kann, durch einen knallharten Filter, der zur Scheuklappe wird, wenn man nicht aufpasst. Katastrophenmeldungen, vor allem über die Finanz-, Wirtschafts- und Eurokrise flimmern im Minutentakt über die Bildschirme, bevölkern hordenweise die Titelblätter unserer Zeitungen und werden tausend mal als Kurznachrichten retweetet oder als Statusmeldung gepostet. Dass gleichzeitig die Unternehmen Milliardengewinne einfahren, dass die Auftragsbücher voll sind, geht fast unter oder wird als ein Wunder verkauft. Überall auf der Welt gibt es Krieg und Terror, Hass, Gewalt und Tod. Alles bekannte Tatsachen, die ich hier auch schon so oft herunterbete, dass sie selbst den geneigten Leserinnen und Lesern zum Halse heraushängen werden. All diese sogenannten Informationen prasseln auf uns ein, lähmen uns, und lassen uns mit dem Gefühl tiefen Unverständnisses zurück, obwohl wir gleichzeitig glauben, nicht ohne sie leben zu können&#8230;</p>
<p>Zurück zu mir und meiner Freundin: Wir haben das hohe Lied des Internets und der <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/informationsgesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Informationsgesellschaft">Informationsgesellschaft</a> gesungen. In unserer Jugend gab es nur die Stern-Zeit-Blindenzeitschrift als einzige Informationsquelle aktueller und politischer Art, und natürlich das <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/radio/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Radio">Radio</a>. Aktuelle Bücher wurden wenn überhaupt nur mit großer Verspätung in Punktschrift gedruckt, und für wirklich politisch und sozial interessierte Jugendliche blinde Menschen gab es nicht viele Auswege. Und jetzt? Wir können uns Dinge erfüllen, die wir uns früher nicht einmal zu wünschen trauten: Tageszeitungen lesen und abonieren, vertiefende Informationen und Analysen verfolgen, selbst aktiv werden, Barrieren und Mauern einreißen und die Informationskluft überwinden. Alles und noch mehr wollte ich im Internet lesen, als es einmal da war, ich habe die von mir vorher so schmerzlich vermissten Informationen aufgesogen wie ein Schwamm. Wenn ich heute höre, dass die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland teile ihrer Informationen <a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Depublizieren" target="_blank">depublizieren</a> müssen, um geldgierigen Privatkonzernen sogenannte Chancengleichheit auf dem Informationssektor zu verschaffen, die ja doch nur an ihren menschenverachtenden Kuppel- und Castingshows interessiert sind, dann tut mir das perrsönlich weh. Wieder wird mir ein Teil der für mich so wichtigen Informationen weg genommen, ein Teil meiner <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/freiheit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Freiheit">Freiheit</a> wird beschnitten.</p>
<p>Der Filter kommt mit der Zeit. Man muss lernen, jeder auf seine Weise, mit der informationellen Reizüberflutung umzugehen. Viele der Themen, für die ich mich interessiere, wie der Zustand der Demokratie, soziale und politische Bewegungen, hat meine Freundin als aufstrebende Unternehmerin komplett ausgeblendet. Mir hingegen fällt das Ausblenden noch schwer: Da lese ich einen Beitrag über einen <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/scientology/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Scientology">Scientology</a>-Aussteiger, schon bin ich wieder in dem Thema drin, das ich vor 13 Jahren nahezu vollständig verlassen habe, mit dem ich mich damals anderthalb Jahre intensiv beschäftigte. Da läuft mir der Begriff &#8220;<a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/sopa/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with SOPA">SOPA</a>&#8221; über den Weg, und während meine Freundin sicher keine Lust hätte, sich mit US-Gesetzesvorhaben zu befassen, lese und lese ich über diesen &#8220;<a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stop_Online_Piracy_Act" target="_blank">Stop Online Piracy Act</a>&#8220;, der das Internet auf einfache Weise zensieren soll, um Urheberrechtsinteressen weltweit durchzusetzen, offiziell zumindest, aber auch um herrschaftskonforme Medien zu schaffen, kritische Stimmen in ihre Schranken zu weisen und die Organisation der Unzufriedenen wirksam zu verhindern.</p>
<p>Es gibt Menschen, die können daran vorbei gehen, und es gibt Menschen, die können nicht daran vorbei gehen, doch sie können nichts tun gegen das, was sie lesen. Sie können leise und lächelnd geduldet dagegen anschreiben, sonst aber auch nichts. Und die Menschen, die mehr tun als das, die sich nicht lähmen lassen, sind die nicht auch fanatisch? Brauchen die nicht ihre extrem linke, ebenfalls politisch diktatorische Ideologie, um nicht an der Realität zu verzweifeln?</p>
<p>Ein Problem ist, dass man für Aufbereitung und Bewertung der Informationen, die man bekommt, heute mehr als je zuvor selbst verantwortlich ist. Früher sah sich der sogenannte Qualitätsjournalismus bildender Prägung in der Rolle des Aufbereiters und teilweise auch des Welterklärers. Kaum musste er in Hörfunk und Fernsehen die private Konkurrenz fürchten, und die privatrechtlich organisierten Zeitungen versuchten noch, sich durch tiefgehende Berichterstattung wohltuend vom Fernsehen mit dem Hauptmedium Bild abzusetzen. Heute ist der Bildungsauftrag der öffentlich-rechtlichen nahezu abgeschafft, und jeder kann Informationen verbreiten. Welch eine Vielfalt, welch ein Segen. Doch der mündige Bürger, von dem so oft die Rede ist, muss erst lernen, die Interessen der verschiedenen Informationsvermittler zu durchschauen. Es dauert lange bis er begreift: die meisten wollen einfach nur verdienen. Sie vertreten die Interessen großer Konzerne und der mit ihr verbandelten Politik. Wer sagt was warum? Das ist eine Frage, die sich heute jeder selbst stellen muss, bei jeder Nachricht, die man erhält. Das kostet kraft, ermüdet. Es ist der Preis der informationellen Selbstbestimmung, der freien Zugänglichkeit von Informationen am Meinungsmarkt. Es ist etwas, was wir schnell lernen sollten, denn dann kann die Informationsvielfalt wieder ein Segen sein. Wir müssen sie beherrschen, und das ist ein kulturgeschichtlicher Prozess, der zwar längst begonnen hat, aber bestimmt noch einige Jahre oder Jahrzehnte andauern wird.</p>
<p>Ein Mitglied der Piratenfraktion im berliner Abgeordnetenhaus, Christopher Lauer, hat dem Parlament in einer unerhört <a title="Link zum Artikel" href="http://www.christopherlauer.de/2012/01/12/meine-heutige-rede-zur-regierungserklaerung-von-klaus-wowereit/" target="_blank">prägnanten und kurzen Rede</a> ins Stammbuch geschrieben, was es ist: Eine Abnickmaschine für die von Senat und Lobbyisten verfassten Gesetze. Natürlich hat er das ausführlicher und eloquenter formuliert. Es ist für mich ein erster Schritt. Die Internetgeneration teilt den herrschenden mit, dass sie die Arbeitsweise ihrer Herrschaft durchschaut hat. Ein für sich genommen kleines Ereignis, aber es beweist mir, dass es sich immer lohnt, Hoffnung zu haben. Fluch oder Segen? Auch bei der Informationsflut kommt es vor allem darauf an, was wir daraus machen.</p>

	<p>Tags: <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/demokratie/" title="Demokratie" rel="tag">Demokratie</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/depublizierren/" title="Depublizierren" rel="tag">Depublizierren</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/informationsgesellschaft/" title="Informationsgesellschaft" rel="tag">Informationsgesellschaft</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/reizuberflutung/" title="Reizüberflutung" rel="tag">Reizüberflutung</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/zeitgeschehen/" title="Zeitgeschehen" rel="tag">Zeitgeschehen</a></p>
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		<title>Aus der SZ: Scientology-Aussteiger über Sektenführer &#8211; &#8220;Er hat mich geschlagen, er hat mich Klos putzen lassen&#8221;</title>
		<link>http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/aus-der-sz-scientology-aussteiger-uber-sektenfuhrer-er-hat-mich-geschlagen-er-hat-mich-klos-putzen-lassen/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 16:06:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der folgende Artikel erinnert mich an meine Zeit, in der ich in der Anti-Scientology-Bewegung im Internet aktiv war. Ich weiß gut, wer Mike Rinder war, der hier als geläuterter Paulus ein Interview gibt. Aufschlussreich ist es aber allemal. Vor 13 &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/aus-der-sz-scientology-aussteiger-uber-sektenfuhrer-er-hat-mich-geschlagen-er-hat-mich-klos-putzen-lassen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Der folgende Artikel erinnert mich an meine Zeit, in der ich in der Anti-<a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/scientology/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Scientology">Scientology</a>-Bewegung im Internet aktiv war. Ich weiß gut, wer Mike Rinder war, der hier als geläuterter Paulus ein Interview gibt. Aufschlussreich ist es aber allemal. Vor 13 Jahren hat er einen armen, ängstlichen und schwitzenden Aussteiger verfolgt und vor laufenden Kameras von <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/radio/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Radio">Radio</a> Bremen zum Weinen gebracht. Heute ist er selbst ein Aussteiger. Bis heute verteidigt er den Sektengründer <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/hubbard/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hubbard">Hubbard</a> und die &#8220;Tech&#8221;, die scheinbar wissenschaftliche Allerwelthilfsmethode der <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/sekte/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Sekte">Sekte</a>. Das tun viele Ex-Scientologen. Ich erinnere mich an einen Niederländer, der in Franken lebte, mit dem ich ab und an debattierte. Vermutlich trieb er seine Tochter in den Selbstmord und misshandelte Frau und Sohn. Diese <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/sekte/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Sekte">Sekte</a> ist gemeingefährlich, und selbst ihre Aussteiger können sich kaum von ihr lösen.<br />
Hier der Artikel:</p>
<p><a href='http://www.sueddeutsche.de/leben/scientology-aussteiger-ueber-sektenfuehrer-er-hat-mich-geschlagen-er-hat-mich-klos-putzen-lassen-1.1257769'>Scientology-Aussteiger über Sektenführer &#8211; &#8220;Er hat mich geschlagen, er hat mich Klos putzen lassen&#8221; &#8211; Leben &#8211; sueddeutsche.de</a>.</p>

	<p>Tags: <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/hubbard/" title="Hubbard" rel="tag">Hubbard</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/osa/" title="OSA" rel="tag">OSA</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/scientology/" title="Scientology" rel="tag">Scientology</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/sekte/" title="Sekte" rel="tag">Sekte</a></p>
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		<title>Hut mit Schleier &#8211; Königin Beatrix und ihr eigener Kopftuchskandal</title>
		<link>http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/hut-mit-schleier-konigin-beatrix-und-ihr-eigener-kopftuchskandal/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 00:09:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Niederlande]]></category>
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		<category><![CDATA[Wilders]]></category>

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		<description><![CDATA[Während wir in Deutschland über die Kredite und Medienbeeinflussungen unseres Bundespräsidenten debattieren, geht es in den Niederlanden derzeit um Hut mit Schleier der Königin. Nicht als Klatschnachrichten über modische Bekleidung, sondern als ernst gemeintes Politikum über die verfassungsmäßige Stellung der &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/hut-mit-schleier-konigin-beatrix-und-ihr-eigener-kopftuchskandal/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Während wir in Deutschland über die Kredite und Medienbeeinflussungen unseres Bundespräsidenten debattieren, geht es in den Niederlanden derzeit um Hut mit Schleier der <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/konigin/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Königin">Königin</a>. Nicht als Klatschnachrichten über modische Bekleidung, sondern als ernst gemeintes Politikum über die verfassungsmäßige Stellung der Monarchin.</p>
<p><span id="more-1075"></span>
<p><a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Königin_Beatrix" target="_blank">Königin Beatrix</a> geht nie wählen. Persönlich ist sie zwar Bürgerin der Niederlande, hätte also eigentlich auch das Wahlrecht inne, doch in der Staatstheorie repräsentiert sie das Land, die Nation selbst. Und repräsentieren meint hier, dass im symbolischen Sinne die Königin die Nation ist. Die Nation ist natürlich überparteilich, sie hat keine politische Meinung, sie ist vielfältig und ausgewogen. Ob Trix, wie sie von der Familie genannt wird, ganz im Geheimen vielleicht doch eine Briefwahl durchführt, entzieht sich meiner Kenntnis. Sicher ist aber, dass sich die Monarchin öffentlich jeder politischen Äußerung enthält. Laut der <a title="Link zur Internetseite" href="http://www.verfassungen.eu/nl/verf83-i.htm" target="_blank">niederländischen Verfassung</a> ist der Monarch unverletzlich, für seine Äußerungen sind die Minister verantwortlich. Das bedeutet, dass die Königin nur im Auftrag und auf Anordnung ihrer Regierung politische Äußerungen von sich gibt, die nicht als ihre persönliche Meinung missverstanden werden dürfen. Der <a title="Link zur Webseite" href="http://www.bundespraesident.de" target="_blank">Bundespräsident</a> der BRD, von einem Wahlmännergremium zumindest mittelbar demokratisch ins Amt gehoben, ein Amt auf Zeit natürlich, darf wenigstens aus eigenem Antrieb heraus gesellschaftliche und auch teilweise politische Meinungen äußern, wenn sie auch nicht mit einem Machtanspruch verbunden sind. Sie werden als Denkanstöße formuliert und sind möglichst allgemein gehalten. Aber was der Bundespräsident sagt ist viel konkreter als das, was die niederländische Königin von sich gibt. Die nämlich hat keinerlei demokratische Legitimation. Ihre Existenzberechtigung ist rein gewohnheitsrechtlich und traditionell begründet.</p>
<p>Berücksichtigt man dieses Staatsverständnis, wird einem schnell klar, warum die folgenden Ereignisse in unserem Nachbarland zu einem politischen Skandal wurden.</p>
<p>Vom 8. bis 11. Januar 2012 besuchte die niederländische Königin offiziell die <a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Arabische_Emirate" target="_blank">Vereinigten Arabischen Emirate</a> und <a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oman" target="_blank">Oman</a>. Im Verlauf dieses Staatsbesuches besichtigte sie zusammen mit ihrem Sohn Willem-Alexander und ihrer Schwiegertochter Maxima auch zwei Moscheen, darunter die größte der Welt in <a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Abu_Dhabi" target="_blank">Abu Dhabi</a>. Neben dem modischen Hut, der ein Markenzeichen ihrer öffentlichen Auftritte ist, trug die Königin in der Moschee einen Schal, der ihr Haupt verhüllte. Für die Gastgeber war dies ein Zeichen des Respekts für lokale Sitten und Bräuche. Für <a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geert_Wilders" target="_blank">Geert Wilders</a>, den rechten Brandstifter im eigenen Land, der seit 2010 die Minderheitsregierrung aus Liberalen und Christdemokraten unterstützt, war es eine Akzeptanz der Frauenunterdrückung im <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/islam/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Islam">Islam</a>. Er brachte mehrere Anfragen ins Parlament ein, auf die Außenminister <a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uri_Rosenthal" target="_blank">Uri Rosenthal</a> und Premier <a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Rutte" target="_blank">Mark Rutte</a>, beides Liberale, knapp reagierten: Die Königin passe sich auch beim Besuch von Synagogen und christlichen Kirchen den jeweiligen Sitten an, hieß es von Seiten der Regierung.</p>
<p>Doch damit nicht genug. Auch die Hoheiten reagierten gegenüber Journalisten auf die Vorhaltung des Rechtspopulisten. Prinzessin Maxima wies eloquent darauf hin, dass es in Oman nicht um die Unterdrückung der Frau gehe. 70 % der Studienanfänger seien Frauen, und mehr Frauen als Männer machten ihren Studienabschluss. Königin <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/beatrix/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Beatrix">Beatrix</a> reagierte knapper und schroffer. &#8220;Einfach Unsinn&#8221;, kommentierte sie die Äußerungen von Geert <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/wilders/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Wilders">Wilders</a>.</p>
<p>Natürlich hatte sie damit gleich den nächsten Skandal provoziert. Es handle sich, so der zurechtgewiesene Wilders, um eine politische Äußerung, die der Monarchin nicht zustehe. Die Regierung befindet sich in einer Zwickmühle, denn sie will ihren Unterstützer Wilders nicht verlieren, gleichzeitig kann sie aber auch die Königin nicht im Regen stehen lassen. Sie muss die politische Verantwortung für die königliche Retourkutsche übernehmen, denn sonst hätte Beatrix in der Tat nicht gemäß der Verfassung gehandelt. Nur wenn sich ihre Äußerungen mit der Meinung der Regierung decken, sind sie zulässig und erlaubt. Ministerpräsident Mark Rutte bestätigte denn auch bei seiner wöchentlichen Pressekonferenz, die Königin habe ihre Äußerungen im Einklang mit den Ansichten der Regierung getätigt, was von Teilen der Opposition lautstark bestritten wird.</p>
<p>Und dann gibht es da noch den dritten Skandal, der mich tatsächlich an Christian Wulff erinnert. Vor ein paar Tagen nämlich <a title="Link zum Artikel" href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2012/01/12/majesttsbeleidigung-in-schland/" target="_blank" class="broken_link">warnte</a> Rechtsanwalt Udo Vetter, der Herausgeber des Law Blogs, vor all zu beleidigenden Witzen über den Bundespräsidenten. Diese könnten als Verunglimpfung des Staatsoberhauptes strafrechtlich verfolgt werden. In den Niederlanden brachte eine satirische Fernsehsendung ein Bild mit den Köpfen von Königin Beatrix und Kronprinz Willem-Alexander. Sie waren per Photomontage auf nackte Körper gesetzt worden. Kommentar des Sprechers: &#8220;Die Königin passt sich bei ihrem <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/staatsbesuch/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Staatsbesuch">Staatsbesuch</a> in <a title="Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Papua-Neuguinea" target="_blank">Papua-Neuguinea</a> den lokalen Sitten an.&#8221; Nach der Ausstrahlung der Sendung hagelte es Proteste königstreuer Niederländer. So könne man mit dem unverletzlichen Staatsoberhaupt nicht umgehen, dass für seine Handlungsweise nicht zur Rechenschaft gezogen werden könne, hieß es. Recht haben die Monarchisten, denn was Königin Beatrix auch tut, tut sie auf Anweisung ihrer Regierung.</p>
<p>Ich bin nicht sicher, ob man über diese politischen Spielchen lachen oder weinen sollte. Wenn ich irgendwo einen Besuch mache mit dem Ziel, das Verhältnis zwischen meinem Land und einem anderen zu verbessern, dann provoziere ich keinen Eklat. <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/respekt/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Respekt">Respekt</a> bedeutet nicht, dass man alle Verhaltensweisen des Gegenübers akzeptiert oder gar billigt. Es bedeutet lediglich, dass man die Menschen, mit denen man umgeht, nicht schon durch Gesten vor den Kopf stößt. Diskutierren kann man über viele Dinge, aber nur in seltenen Ausnahmefällen erscheint mir eine öffentliche Provokation angebracht.</p>
<p>Über die Frage, ob das Bedecken des Hauptes allein schon ein Symbol der Unterdrückung der Frau ist, kann man vermutlich jahrelang debattieren. Es hat sich bei uns so festgesetzt, so verkürzt auf dieses Symbol. Viele glauben, dass man, wenn man das <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/kopftuch/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kopftuch">Kopftuch</a> verbietet, damit die unterdrückung der Frau im Islam beendet. Das ist natürlich blanker Unsinn. Man verbannt das sichtbare Symbol lediglich aus der öffentlichen Wahrnehmung, man ändert aber nichts an den Ursachen. Wie so oft in den letzten Jahren macht es sich unsere politische Klasse sehr einfach. Geert Wilders ist ein Meister der Vereinfachung, Hauptsache, er erringt Aufmerksamkeit und dadurch Wählerstimmen.</p>
<p>Königin Beatrix jedenfalls hat sich lediglich an diplomatische Gepflogenheiten gehalten. Ihr die Akzeptanz der Unterdrückung der Frau vorzuwerfen, ist schlicht absurd, da ist &#8220;Unsinn&#8221; noch eine harmlose Entgegnung. Es wäre an der Regierung, und nicht an der durch ihre verfassungsmäßige Stellung von Geburt an gebundenen Monarchin, wirkungsvoll für die Gleichberechtigung der Frauen zu kämpfen, und zwar überall auf der Welt.</p>

	<p>Tags: <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/beatrix/" title="Beatrix" rel="tag">Beatrix</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/diplomatie/" title="Diplomatie" rel="tag">Diplomatie</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/frauenrechte/" title="FRauenrechte" rel="tag">FRauenrechte</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/islam/" title="Islam" rel="tag">Islam</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/konigin/" title="Königin" rel="tag">Königin</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/konigshaus/" title="Königshaus" rel="tag">Königshaus</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/kopftuch/" title="Kopftuch" rel="tag">Kopftuch</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/menschenrechte/" title="Menschenrechte" rel="tag">Menschenrechte</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/respekt/" title="Respekt" rel="tag">Respekt</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/staatsbesuch/" title="Staatsbesuch" rel="tag">Staatsbesuch</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/wilders/" title="Wilders" rel="tag">Wilders</a></p>
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		<title>Mein Journalismus und ich &#8211; eine Neubewertung</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 17:51:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Bertrams</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten aus dem Radio]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit 6 Jahren arbeite ich nun für den Internetsender www.ohrfunk.de &#8211; eine lange Zeit schon. Immer habe ich versucht, interessante und aussagekräftige Interviews zu führen. Manchmal hat mich das zur Verzweiflung getrieben. Jetzt ist es Zeit für eine Neubewertung meiner &#8230; <a href="http://blog.jens-bertrams.de/2012/01/mein-journalismus-und-ich-eine-neubewertung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='wb_fb_top'><div style="float:right;"></div></div><p>Seit 6 Jahren arbeite ich nun für den Internetsender <a href="http://www.ohrfunk.de">www.ohrfunk.de</a> &#8211; eine lange Zeit schon. Immer habe ich versucht, interessante und aussagekräftige <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/interviews/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Interviews">Interviews</a> zu führen. Manchmal hat mich das zur Verzweiflung getrieben. Jetzt ist es Zeit für eine Neubewertung meiner journalistischen Arbeit, für eine Neuberechnung des Wertes meiner Tätigkeit, und für Konsequenzen, die mir das Leben hoffentlich erleichtern.</p>
<p><span id="more-1073"></span>
<p>Wie oft habe ich mich in den letzten Jahren geärgert: Ich rief bei einem Verband, einer Partei oder einer Behörde an, bat um ein Interview zu einem aktuellen Thema. Im besten Fall freuten sich die potentiellen Interviewpartner über mein Interesse und boten mir so schnell wie möglich einen Interviewtermin an. Ziemlich oft aber meinte man, man habe keine Zeit, es könne erst in der nächsten Woche einen Interviewtermin geben, oder, noch häufiger, man melde sich wieder, was dann oft nicht geschah. Oft hieß es auch, man versuche, einen Interviewpartner für mich zu finden, ich solle Geduld haben, man werde sich bis 14 oder 15 Uhr melden. Oft wurde dann der nächste Tag daraus. Für mich war das fatal. Ich nämlich musste das Interview des Tages bis 15 Uhr im Kasten haben, damit es in der Sendung vom Folgetag gesendet werden konnte. Wir sind ein kleiner Sender, Alternativen gab es oft nicht, ich habe den Informationsbereich oft allein verantwortet, unterstützt durch 2 Kollegen, die aber viel stärker als ich in andere Arbeitsverhältnisse eingebunden sind und nicht auf die Schnelle etwas liefern können.</p>
<p>Dass wir ein kleiner Sender sind, haben auch meine Interviewpartner schnell erkannt. Deshalb war es ihnen ein Leichtes, mich zu vertrösten und hin und wieder auch ganz zu vergessen. Wären wir der <a title="Link zur Homepage" href="http://www.wdr.de" target="_blank">WDR</a>, der <a title="Link zur Homepage" href="http://www.dradio.de" target="_blank">DLF</a> oder <a title="Link zur Homepage" href="http://www.rtl.de" target="_blank">RTL</a> gewesen, man hätte uns nicht warten lassen. Wir hätten sofort einen Interviewtermin bekommen, denn wir hätten potentiell millionen von Zuhörern erreicht. Einfach gesagt heißt das, dass das Leben im Bezug auf Interviews für die Redaktionen am leichtesten ist, die ohnehin schon über mehrere Alternativen verfügen, die es sich leisten könnten, ein Interview nicht zu bekommen. Wenn mich aber ein Interviewpartner vergisst, steht und fällt damit die Qualität der morgigen Sendung.</p>
<p>Über den Ärger und den Frust, den ich bei der genauen Betrachtung dieses Missstandes empfinde, habe ich mir in den letzten Tagen mal ausführlich Gedanken gemacht. Mir ist eins klar geworden: Der Fehler liegt bei mir. Wenn ich deutlich zeige, dass ich auf das Interview angewiesen bin, wenn man mir die Verzweiflung anhört beim Anbahnungsgespräch, wenn ich mich bereit finde, bis über den Ultimo-Termin zu warten, bis ich eine Antwort bekomme, dann mache ich es meinen Gesprächspartnern auch leicht, die Priorität unserer Interviewanfrage als niedrig einzustufen, der Herr Bertrams ist ja besonders flexibel. Bloß kann ich mir diese Flexibilität eigentlich auch nicht leisten.</p>
<p>Darum habe ich beschlossen, dass ich künftig anders mit dem Thema umgehen werde. Im Gegensatz zu den kommerziellen Sendern ist uns die Berichterstattung über soziale Themen, auch über die kleinen Gruppen, die keine global Player sind, ein echtes Anliegen. Wir sind Journalisten aus Idealismus. Das bedeutet aber nicht, dass das Anliegen unserer Gesprächspartner im gleichen Maße unser Anliegen ist. Wir bieten ihnen die Möglichkeit, ihr Anliegen zu verbreiten, und zwar live übers <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/radio/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Radio">Radio</a>, dann aber auch über einen Podcast, der durchaus häufig abgerufen wird. Wir mögen nicht der WDR, der DLF oder RTL sein, aber wir arbeiten kontinuierlich, zuverlässig und professionell. Auch wir mit unserem wenigen, ehrenamtlich arbeitenden Personal müssen unsere Zeitpläne einhalten. Darum werde ich künftig bei Anbahnungen von Interviews deutlich sagen, bis wann ich ein Interview brauche, und zwar so, dass wir noch in aller Ruhe die Sendung produzieren können. Dabei werde ich nach dem Prinzip verfahren: &#8220;Wer nicht will, der hat.&#8221; Ich werde den Leuten nicht mehr hinterher laufen. Wer mich auf den Abend zu vertrösten sucht, kann das nur in begründeten Ausnahmefällen tun, eben aus aktuellem Anlass. Und zumindest möchte ich in der angegebenen Zeit eine Rückmeldung haben. Den Pressestellen von Parteien, Abgeordneten und Verbänden sollte daran gelegen sein, ihre aktuellen Veröffentlichungen verbreiten zu können. Wenn sie nur den großen Medien Interviews geben wollen, sollen sie es offen sagen, dann wissen wir, woran wir sind. Angesichts meiner fast 10jährigen Arbeit als Radiojournalist kann ich es mir leisten, mit klaren Vorgaben und Zeitfenstern aufzutreten. Auch wir müssen unsere Arbeit tun.</p>
<p>Ein Kollege hat mal berichtet, eine bekannte Popgruppe habe einen Interviewwunsch von 15 Minuten Dauer binnen der nächsten 10 Monate aus Zeitgründen abgelehnt, natürlich mit dem größten Bedauern. Der Kollege hatte den Mut, zu sagen: &#8220;Verarschen kann ich mich selbst, sagen Sie doch, dass Sie nicht wollen, für große Sender wäre sogar ein Interview binnen 3 Tagen möglich.&#8221; Damit hat er recht. Als er mir das erzählte, habe ich ihn noch dafür bewundert, inzwischen denke ich, dass er nur folgerichtig gehandelt hat. Er verkaufte sich nicht unter Wert, er erwartete Ehrlichkeit und Klarheit. Ich will es ihm gleich tun. Nicht so schroff vielleicht, das liegt nicht in meinem Wesen, aber in der Sache.</p>
<p>Dies sei mein journalistischer Vorsatz für 2012.</p>

	<p>Tags: <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/interviews/" title="Interviews" rel="tag">Interviews</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/journalismus/" title="Journalismus" rel="tag">Journalismus</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/ohrfunk/" title="ohrfunk" rel="tag">ohrfunk</a>, <a href="http://blog.jens-bertrams.de/tag/radio/" title="Radio" rel="tag">Radio</a></p>
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