Das Hin und Her mit dem Hund

Im Juli 2011 kam unsere Führhündin Boa in die Familie. Sie führte nicht mich, sondern meine Liebste, ein kleines, braunes, fröhliches und sehr schlaues Fellwunder. Sie lebte sich schnell ein und als wir im August in den Niederlanden waren, lernten wir mit ihr einige neue Freunde kennen, die ebenfalls Hunde haben. Hunde verbinden. Ein liebes Wesen, das nur einmal gierig ohne Erlaubnis in eine kleine Tasche mit Hundeleckerchen griff und in ihrer Gier eine winzige Armbanduhr verschluckte. Als sie 40 Stunden später wieder zum Vorschein kam, der Hund war die ganze Zeit über quietschlebendig gewesen, haben wir uns sehr gewundert.

 

Wenige Wochen nach unserem Urlaub, ab dem 12. Oktober 2011, hatte meine Liebste schwer mit Arthrose zu kämpfen. Das ist leider immer noch so. Lange haben wir es versucht, aber spätestens Ende April 2012 konnte meine Liebste nicht mehr gut genug laufen für einen Führhund. Wir haben Boa, zunächst vorübergehend, an die schweizerische Führhundschule zurückgeben müssen, aus der sie einst kam. Das hat uns sehr leid getan, ging aber nicht anders. Unsere Hoffnung war, dass meine Liebste durch eine Arthroskopie wieder besser laufen könnte. Die Führhundschule versicherte uns, dass Boa zurückkommen könne, wenn es meiner Liebsten besser gehe.

 

Im Juni wurde sie operiert, und seither hoffen wir auf Besserung. Doch die Heilung verläuft langsam, und viel hat man bei der Operation auch nicht verbessern können, es ist einfach fast kein Knorpel mehr da. Erst hofften wir, Boa könne schon im August zurückkehren, aber schnell mussten wir einsehen, dass das unmöglich war. Wir fuhren mit dem festen Willen in die Niederlande in den Urlaub, dass es danach, Mitte September, endlich wieder so weit sein würde. Aber leider stellte sich keine wesentliche Verbesserung ein. Immer wieder waren wir nahe daran, den Hund aufzugeben, aber ein klein wenig Hoffnung verblieb.

 

Jetzt bekommt meine Liebste Spritzen mit künstlicher Gelenkschmiere, und danach müssen wir uns entscheiden. Und jetzt endlich stellt sich eine Besserung ein. Es würde noch nicht für den Hund reichen, aber die Verbesserung ist spürbar. Der Hund braucht eine Stunde Auslauf am Tag neben der Führarbeit. Aber wir Wohnen im bergigen Mittelhessen, und Berge sind für eine junge Frau mittleren Alters, die Arthrose hat, nicht besonders für Hundespaziergänge geeignet. Die Führhundschule will aber nun nicht mehr länger warten, was verständlich ist. Ende November soll die Entscheidung fallen. Es gilt abzuwägen:

 

So gern wir unsere fröhliche Boa wieder hier hätten, die sich so schnell an uns gewöhnte, mit uns fröhlich spielte und ganz allgemein viel Freude in die Familie brachte, so sehr müssen wir bedenken, dass meine Liebste dann wieder oft mit ihr laufen muss, und sie muss sich entscheiden, ob sie sich das zutraut. Heute wurde mit der Schule das Datum für die Entscheidung vereinbart, der 25. November, und heute war auch für meine Liebste wieder eine spürbare Verbesserung beim Laufen zu merken. Hoffentlich gewinnt ihre langsam wiederkehrende Gesundheit den Wettlauf mit der Zeit, dann kommt unsere Boa zurück, an die wir uns in 10 Monaten sehr gewöhnt haben. Aber wenn es nicht klappt, dann waren es trotzdem schöne 10 Monate, die wir nicht vergessen werden.

 

Drückt uns mal die Daumen!

Über Jens Bertrams

Jahrgang 1969, Journalist bei www.ohrfunk.de, Fan der Niederlande und der SF-Serie Perry Rhodan.
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