Der Sprung

Heute habe ich den Stratosphärensprung von Felix Baumgartner verfolgt, und er hat mich fasziniert. Stark, dem Funkverkehr zu lauschen und sogar zu hören, was der Typ in seiner Kapsel anstellte, bevor er sich aus 39 Kilometern Höhe buchstäblich ins Nichts fallen ließ. Wissenschaftlich hat dieses Event vielleicht gar nicht so viel gebracht, außer vielleicht, dass man besser Astronauten helfen kann, die bei Start oder Landung in Not geraten. Aber es war ein Ereignis, das Menschen aus aller Herren Länder zusammen vor den Fernseher brachte.

 

Und da ist Schluss mit der Begeisterung, denn es gibt diese Moralapostel, die einem so ein Ereignis verleiden. “Wegen dieses Sprungs müssen Kinder Hungern”, sagen sie. Und: “Jede Minute Sendezeit ist eine Minute zu viel!” Meine liebste und ich haben auf Twitter solchen Ansichten widersprochen und wurden von einigen dieser, ich sag es nicht gern, “Gutmenschen” dann prompt entfolgt. Das ist hirnrissig. Jedes Pop- und Rockkonzert, jede Gay Pride, jeder Film verschlingt Millionen, die auch nicht den hungernden Kindern in der dritten Welt zukommen.

 

Versteht mich nicht falsch: Ich bin arbeitslos und trotzdem spende ich, weil ich es für wichtig halte. Nicht so viel vielleicht wie Andere, aber ich tue es immer mal wieder. Ich versuche, mit meinem Blog auf Probleme aufmerksam zu machen, aber ich glaube eben auch, dass Pioniergeist, Wagemut und Wissensdurst positive Dinge sind, weil sie uns überhaupt erst ermöglichen, Probleme auf dieser Welt zu lösen. Ohne Fortschritt, der immer von komischen selbstgerechten Menschen, meist immer noch Männern, vorangetrieben wird, wäre vieles heute nicht möglich. Vom Computer über die Forschung an Medikamenten in der Schwerelosigkeit bis hin zur schnellen Kommunikation. So viel dazu.

 

Ich fand den Sprung gefährlich und faszinierend, und ich habe mit gebangt. Ich werd mich auch weiterhin für Curiosity Rover auf dem Mars interessieren. Und wenn ihr keine persönlichen Interessen und Träume für die Zukunft habt, dann tut ihr mir leid, verbergt eure Einfallslosigkeit dann nicht hinter der Ansicht, die Moral für euch gepachtet zu haben.

 

Gute Nacht

Über Jens Bertrams

Jahrgang 1969, Journalist bei www.ohrfunk.de, Fan der Niederlande und der SF-Serie Perry Rhodan.
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