aus: “gnaddrig ad libitum” Nicht noch einmal!

“Niemand soll in Deutschland Angst haben müssen wegen der Religion oder Volkszugehörigkeit, und die einzigen, die dafür sorgen können, dass niemand Angst zu haben braucht, sind wir, die wir hier leben.”

via Nicht noch einmal! | gnaddrig ad libitum.

Ein kleiner, starker, wichtiger Satz.

Ich schäme mich für die Dummheit, den dumpf brütenden Hass und die Borniertheit und Menschenverachtung in meinem Land!!!

Man kann gegen die Politik des Staates Israel sein, man kann die israelische Regierung scharf kritisieren. Das tue ich. Frieden entsteht nicht durch diese Politik, und Israel und die ganze Region braucht Frieden. Doch der Hass, der den Bewohnern Israels und den gläubigen und nichtgläubigen Juden entgegenschlägt, ist menschenverachtend, rassistisch und durch nichts zu rechtfertigen und zu entschuldigen. Dafür muss man sich gar nicht an den Nationalsozialismus erinnern. Egal wo egal wer aus welchen Gründen auch immer verfolgt wird, sind zivilisierte Menschen zur Solidarität verpflichtet!

Wo bleibt unsere Intelligenz? Man kann auch mit dem palästinensischen Volk solidarisch sein, ohne auch nur einen einzigen Israeli oder einen einzigen Menschen jüdischen Glaubens zu missachten, verachten, beleidigen oder ihm die Solidarität zu versagen!

Aber wir streifen Mitmenschlichkeit und Zivilisation wie Tünche ab, wenn wir mal wieder ein Ventil für unseren Hass brauchen. Und rechte wie linke Radikalinskis hassen besonders gerne Menschen jüdischen Glaubens.

Ich schäme mich dafür, dass dies in Europa, dem Kulturkontinent, möglich ist und immer möglich war.

Über Jens Bertrams

Jahrgang 1969, Journalist bei www.ohrfunk.de, Fan der Niederlande und der SF-Serie Perry Rhodan.
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Comments

4 Kommentare zu aus: “gnaddrig ad libitum” Nicht noch einmal!

  1. Ulrike sagt:

    “Hass gebiert Hass, nur Liebe alleine kann den Hass überwinden” so sagte es einst Buddha.
    Aus Deinen Worten sprechen Dein Hass, Deine Aggression, Deine Wut. Vielleicht zu recht! Trotzdem wirst du nichts ausrichten damit. Erst solltest du Deine eigenen Gefühle unter kontrollieren, und dann erst auf die anderen zeigen.
    Viele Menschen können sich nicht anders helfen, als ihre Wut an einem Feind auszulassen, der sich nicht wehren kann oder will. Diese Menschen (ich meine die, die Juden mit Hass und Verachtung begegnen) sind bedauernswerte Geschöpfe, die vielleicht selbst noch nicht allzuviel Liebe und Mitgefühl erlebt haben. Mitgefühl auch mit diesen Menschen kann die Welt verändern.
    Liebe Grüße
    Ulrike

  2. @ulrike, ich verstehe, was du meinst. Ich hase diese Menschen nicht, ich finde, man muss ihnen eindeutig sagen, dass sie eine Grenze massiv überschritten haben und Solidarität mit den Unterdrückten und Gedemütigten überall walten lassen. Andere für irgendeinen Frust verantwortlich zu machen, hilft nicht weiter. Es gibt aber Menschen, denen man deutlich entgegentreten muss, natürlich ohne Gewalt, aber mit klaren Worten. Und das versuche ich.

  3. Bis auf “Rechte wie linke Radikalinskis” kann ich Deinem Beitrag nur voll und ganz zustimmen. Das hat nichts mit “links” oder “rechts” zu tun, sondern damit, ob Menschen verstanden haben, was Menschlichkeit ist.
    Aufrufe zum Mord sind immer kriminell, wem immer sie auch gelten mögen. Aufrufe zum Hass sind immer falsch, wie viel Hass sie auch immer erzeugt haben mag.
    Kritik an der Politik der israelischen Regierung ist durchaus berechtigt und geboten; aber diese Politik hat nichts mit der Religionszugehörigkeit zu tun, wenngleich viele sie damit verknüpfen. Das gesamte Volk für die Politik einer Regierung in Haft zu nehmen, ist undemokratisch. Ich möchte in Griechenland auch nicht für die Politik der Bundesregierung geradestehen müssen.
    Frieden! Shalom! Salam! Peace! Mir!
    fjh

  4. gnaddrig sagt:

    @ Franz-Josef Hanke: Das hat nichts mit “links” oder “rechts” zu tun, sondern damit, ob Menschen verstanden haben, was Menschlichkeit ist.

    In Sachen Verstandenhaben von Menschlichkeit stimme ich zu. Die Aussage von rechte wie linke Radikalinskis ist meiner Meinung nach aber eher, dass Radikalinskis besonders gern Menschen jüdischen Glaubens hassen und es dabei egal ist, ob es sich um rechte oder linke Radikalinskis handelt. Es ist, so lese ich den Satz, ein Problem der Radikalität, nicht des Links- oder Rechtsseins.

    Judenhass findet man an beiden Enden des politischen Spektrums (und vermutlich auch überall dazwischen, dort aber eher verbrämt und nicht so offen zur Schau getragen).

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