2020: Ist das noch Kunst oder kann das weg?

Ist das noch Kunst oder kann das weg? Gemeint ist natürlich das Jahr 2020, und was mich betrifft, kann das gern in den Altglascontainer, damit es so richtig schön klirrt!

Ziemlich genau 1 Jahr beschäftigt uns das Coronavirus schon, seit dem 11. März war ich bis auf eine größere ausnahme kaum noch draußen. Dass ständig tausende Covidioten durch Deutschland marschieren, geschützt und verteidigt durch die Polizei, während wenige hundert Meter entfernt Kinder und alte Menschen qualvoll an Corona sterben, und während die Vernünftigen sich beschränken, wo es nur geht, finde ich so unsagbar menschenverachtend, dass mir kein stärkerer Begriff einfallen mag. Wir sehen daran, dass viele von uns wirklich nur an sich selbst denken, für den Schutz ihrer Nächsten nicht mal gewillt sind, eine Maske in der Öffentlichkeit zu tragen, dass sie ihre Kinder instrumentalisieren und sie zur modernen Anne Frank stilisieren und vieles mehr. Egoismus regiert, trotz Weihnachten und froher Botschaft, die uns doch so wichtig ist? Feiern wollen wir zumindest.

Die Ärzte im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos, Sie erinnern sich vielleicht noch? – Diese Ärzte haben gesagt, die häufigste Krankheit, die sie behandeln müssen, sind Rattenbisse. Kinder werden in der Nacht angeknabbert, und wir unterhalten uns darüber, dass wir zu silvester böllern wollen und wähnen uns in einer Diktatur, wenn das nicht geht. Viele von uns haben jedes Maß, jede Verhältnismäßigkeit verloren, viel zu viele. Ich habe meine Zweifel, ob sich das je wieder einränken lässt. Wer einmal in einem hasserfüllten Weltbild verhaftet ist, der lässt sich so gut wie nie wieder umstimmen. Das müsste unseren Politiker*innen Sorgen machen, dass dieser hang zu wirklichkeits- und wertfremden Weltbildern immer stärker wird. Sie müssten sich um Vernunft und Vertrauen bemühen, Macht und Profilierungsspielchen müssten sich von selbst und auf Jahre hinaus verbieten.

2020 wurde ein mittelmäßiger liberaler Clown mit Hilfe der AfD kurzzeitig Ministerpräsident von Thüringen, aus Hass vor allem, was links und mitmenschlich ist. Dieser Tabubruch der erstarkenden Rechten scheint schon fast vergessen, aber es ist tatsächlich geschehen: Nazis haben eine Landesregierung gewählt. Die gesellschaft kippt, und niemand weiß, ob sie noch mal ins Gleis kommt oder ob wir zunächst durch das Tal der Tränen von Krieg, Mord und Diktatur gehen müssen, um uns wieder der Lehren der Geschichte zu erinnern. Und dann könnte es zu spät sein, denn da war doch noch was mit Klima?

2020 kann weg!

Trump hat verloren. 82 % seiner Anhänger glauben nicht, dass die Wahl rechtmäßig war, das sind rund 60 Millionen Amerikaner*innen. 60 Millionen, die nun Verschwörungserzählungen anhängen, die jedes Vertrauen in die Demokratie verloren haben, weil ihnen ein reicher Establishment-Guy das so vorbetet. Denn das genau ist er: Ein stinkreicher Schnösel, der schon oft pleite ging und von seinen Kumpels aus dem Establishment gerettet wurde. Verarschen kann ich mich auch selbst.

Haben Sie eigentlich Fußball vermisst? Oder freuen Sie sich doch lieber darüber, dass Ihre Familie noch gesund ist? Jedenfalls wissen wir jetzt, was heute die Säulen unserer Gesellschaft sind, woran bei uns die Welt hängt: Böllern, Glühwein, ein Suv vor der Tür, beim Fußballspiel ins Stadion gehen und natürlich Klopapier.

Niemand sagt uns, dass die Impfstoffe so gut funktionieren werden, und dass genügend Leute noch bereit sind, sich impfen zu lassen, dass wir das Virus werden eindämmen können. Selbst unter angehörigen der Medizinberufe ist die Impfbereitschaft in Deutschland gering. Ohne flächendeckende Impfung bleibt das virus tödlich, sehen wir ja z. B. an den Masern, die wieder aufgetaucht sind. Also: Genießen Sie ein stilles, ruhiges Weihnachtsfest, es könnte das Letzte sein. Das hängt halt von uns ab, weniger von den politischen Maßnahmen. Wir sind es, die neu lernen müssen, was Solidarität wirklich bedeutet. Wir sind keinesfalls hilflos, wir müssen nur ein paar Kleinigkeiten tun: Mit Arsch in der Hose den Covidioten die Meinung sagen, Masken tragen, Hände waschen, Abstand halten, uns impfen lassen, wenn es einigermaßen sicher möglich ist, vorübergehend Kontakte reduzieren und lernen, was es mit dieser Digitalisierung auf sich hat. Der letzte Rat geht besonders an die Schulbehörden.

Wenn wir das alles machen, kann uns niemand den Sieg nehmen!

Frohes Fest und guten Rutsch!

Über Jens Bertrams

Jahrgang 1969, Journalist bei www.ohrfunk.de, Fan der Niederlande und der SF-Serie Perry Rhodan.
Dieser Beitrag wurde unter erlebte Geschichte, Leben, Politik abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.
Nach oben

Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.