Wahltag 3: Spekulationen und Gerede um wenig

Habe ich es nicht gesagt: Journalisten und Wahlleiter machen es spannend!

14:45 Uhr

Es wird jetzt geprüft, ob Armin Laschet das Wahlgeheimnis verletzt hat. Er hat nämlich den Stimmzettel kameragerecht so gefaltet, dass man sehen konnte, was er wählte. Weil sich jetzt die ganze Welt darüber aufregt, werden bestimmt noch ein paar letzte CDU-Wähler*innen motiviert, zum Wahllokal zu gehen, um ihn zu unterstützen, weil doch alle auf ihm rumhacken. Sogar der Bundeswahlleiter äußert sich. Muss er vielleicht auch, weil Laschet ganz öffentlich das Wahlgeheimnis verletzt hat. Was muss auch bei den Stimmabgaben von Spitzenpolitiker*innen immer unser journalistisches Spitzenpersonaldabei sein? Lasst dieLeute doch in Ruhe abstimmen!

Eine andere spannende Sache gibt es auch noch zu vermelden: Europe elects, eine Gruppierung, die in ganz Europa Wahlen beobachtet und ihre Ergebnisse dokumentiert, schreibt auf Twitter: „It could become a nerve-wracking night for LINKE (LEFT) as recent polls saw the party decline towards the 5% threshold, which needs to be overcome to enter parliament via list votes. (Es könnte ein nervenaufreibender Abend für die LINKE werden, denn in den letzten Umfragen ist die Partei in Richtung der 5%-Hürde gesunken, die überwunden werden muss, um über Listenstimmen in den Bundestag einzuziehen.)“ Natürlich kann man sofort wieder spekulieren, was das bedeutet, aber andererseits wäre es möglich, dass das für die Linke keine negativen Auswirkungen hat. Wer nämlich mit drei Direktmandaten in den Bundestag einzieht, umgeht automatisch die 5-%-Hürde. Wissen nur nicht alle, und die Journalisten haben viel zu schreiben. Vielleicht kriegt die Linke drei Direktmandate, früher hat sie das jedenfalls immer geschafft.

Gegen 14 Uhr gibt es eigentlich immer die landesweite Wahlbeteiligung zu hören, sie soll ähnlich hoch sein wie 2017. Allerdings dürfte der Anteil der Briefwähler*innen höher liegen.

Warum schreibe ich eigentlich, während wir noch Besuch haben? Sollte es nicht ein langweiliger Tag werden bis 18 Uhr? Bleibt es auch, aber diese Meldungen fand ich schon interessant, weil ich gerade sowieso an den Rechner musste.

[categories Leben, Politik, Wahltag, erlebte Geschichte]

Über Jens Bertrams

Jahrgang 1969, Journalist bei www.ohrfunk.de, Fan der Niederlande und der SF-Serie Perry Rhodan.
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